Kein Tier hat je einen so großen Hype ausgelöst wie der Eisbär Knut. Er ist zwar längst nicht mehr klein und knuddelig, dennoch ist er der Publikumsmagnet im Berliner Zoo. Doch Knut soll sein Gehege räumen.
Berlins Eisbär Knut wird seinen Heimat-Zoo im nächsten Jahr, spätestens aber 2010 verlassen müssen. Die Entscheidung über die Zukunft des bald zweijährigen Publikumslieblings soll zwischen Weihnachten und Ostern 2009 fallen.
«Heiligabend verbringt Knut in Berlin, Ostern wäre ich mir nicht so sicher», sagte Peter Drüwa, Direktor des Tierparks Neumünster, der die Knut-Rechte besitzt. Im Zoo und Tierpark Berlin-Friedrichsfelde wird keine dritte Eisbären-Gruppe eingerichtet. Die rund 9 Millionen Euro Kosten wären öffentlich nicht zu vermitteln, hieß es.
Der Zoo-Poker um seine weitere «Karriere» und auch die mögliche Partnerschaft mit der hübschen Eisbärin Lara im Zoo von Gelsenkirchen - all das lässt Knut kalt. Mehr als fünf Millionen Menschen haben ihn seit der Weltpremiere am 23. März 2007 besucht. Am Freitag wird Knut zwei Jahre alt.
Den Tod seines Ziehvaters Thomas Dörflein im September hat Knut offenbar gut verkraftet. «Knut kann nicht trauern, und er sucht auch nicht mehr nach Tierpfleger Dörflein», sagt Klös. Wenn Knut nun zu Artgenossinnen in einen anderen Zoo in Deutschland oder Europa wechselt, wäre eine Art Vermächtnis von Dörflein erfüllt: «Ich wünsche Knut, dass er außerhalb Berlins in einen schönen Zoo kommt, wo er mit seinesgleichen umgehen kann, vielleicht Kinder zeugt. Er soll die enge Bindung zum Menschen verlieren und Eisbär sein», hatte Dörflein in einem Interview gesagt.
Genau das will auch Neumünsters Zoo-Chef Drüwa erreichen. «Wir dürfen und werden deshalb allein darüber entscheiden, wohin Knut kommt», sagt Drüwa. Ob Neumünster auch Anteile aus den bisher mehr als 5 Millionen Euro Gewinn des Souvenir- und Ticketverkaufs rund um Knut zustehen, wird im Mai 2009 juristisch geklärt. «Das muss das Gericht entscheiden, das ist ganz unabhängig von der Entscheidung über Knuts neue Heimat», sagt Drüwa.
naf