Fr., 25.05.12

Erneuerbare Energien 28.11.2008 Hoffnungsträger Wasserstoff

DLR Almería (Foto)
Die Versuchsanlage des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt im spanischen Almería . Bild: news.de

Wasserstoff und Brennstoffzellen gelten als Hoffnungsträger für eine klimaschonende Energiezukunft. Nun haben Forscher Wasserstoff erstmals unter klimafreundlichen Bedingungen hergestellt - sogar mehr, als zunächst erwartet.

Den Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) gelang es nach eigenen Angaben, Wasserstoff mit Hilfe von Solarenergie zu erzeugen. In einer Pilotanlage im spanischen Almería könne das energieaufwändige Verfahren nun angewandt werden, ohne dabei klimaschädliches Kohlendioxid zu produzieren.

Die Testanlage ist demnach mit einem neuartigen Solarreaktor ausgestattet, der durch konzentrierte Sonnenstrahlung auf bis zu 1200 Grad Celsius erhitzt werden kann. Mit dieser Energie könne die für das Verfahren nötige thermo-chemische Spaltung von Wassermolekülen in Wasserstoff und Sauerstoff gespeist werden. Laut den Forschern wurde dabei sogar mehr Wasserstoff gewonnen, als zunächst erwartet. Bei künftigen Versuchen soll nun die Effizienz der Anlage weiter erhöht werden.

Die Solarforscher befassen sich den Angaben nach seit sechs Jahren im Zuge eines EU-Projekts mit der umweltfreundlichen Gewinnung von Wasserstoff. Die verwendete Pilotanlage könne als Vorläufer für eine mögliche industrielle Produktion von Wasserstoff in der Zukunft dienen. Das Element sei ein ausgezeichneter Energieträger, weil es eine hohe Energiedichte aufweise und bei seiner Verbrennung lediglich Wasser und Wärme freigesetzt würden. Solarenergie sei darüber hinaus die meistverfügbare Energieressource der Erde.

Wasserstoff und Brennstoffzellen gelten als Hoffnungsträger für eine klimaschonende Energiezukunft. Damit lassen sich Autos, Busse, Schiffe oder Maschinen antreiben und Häuser beheizen. Wenn Wasserstoff mit Hilfe von Strom aus Windenergie oder Photovoltaik gewonnen wird, entstehen dabei nur winzige Mengen an Kohlendioxid und Schadstoffen. Wird der Wasserstoff hingegen mit Strom aus Kohlekraftwerken produziert, ist die Klimabilanz wesentlich schlechter.

Das Prinzip ist einfach, die technische Umsetzung aber anspruchsvoll: Bei der recht energieaufwendigen Elektrolyse wird Wasser mit Hilfe von Elektrizität in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Wasserstoff ist ein flüchtiges und sehr reaktionsfreudiges Gas, das nur unter hohem Druck oder in besonderen Tanks gespeichert werden kann. In einer Brennstoffzelle erzeugen Wasserstoff und Sauerstoff an einer Membran in einer sogenannten kalten Verbrennung Elektrizität. Dabei entsteht auch Wärme. Das Abgas ist Wasserdampf. Der hohe Energieverbrauch wird von Kritikern jedoch auch immer wieder als Argument gegen Wasserstoff als Energieträger angeführt.

In einem Auto kann mit einer Brennstoffzelle ein Elektromotor angetrieben werden. In einem Haus kann eine Brennstoffzelle gleichzeitig Elektrizität und Heizwärme erzeugen.

bla
Leserkommentare (1) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • viech666
  • Kommentar 1
  • 22.01.2010 02:50
 

Ich hatte große Hoffnung in dieses Projekt und den damit verbundenen Siegeszug der Brennstoffzelle gesetzt. Leider steuert die aktuelle Politik genau in die Gegenrichtung. Noch mehr Vernetzung und noch länger Atomkraft, noch mehr Geld und Macht den Energiekonzernen. Die hätten mit der neuen Technik nämlich endlich ausgedient gehabt. Warum wird hier nichts unternommen?

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