Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Frust am Arbeitsplatz liegt nicht nur an schlechten Arbeitsbedingungen. Auch wahrgenommene Leistung spielt eine Rolle – vor allem wenn es um die Kompetenzen der Vorgesetzten geht.
Denen trauen viele Angestellte nämlich nur wenig zu. Immerhin 38 Prozent glauben: Viele Chefs verstehen die Arbeit ihrer Untergebenen nicht und seien noch weniger in der Lage, diese Aufgaben selbst zu erfüllen. Das ist das Ergebnis einer Studie über Führungskräfte, die weltweit unter 115.000 Beschäftigten in 33 Ländern durchgeführt wurde.
Doch das ist längst nicht alles. Vorgeworfen wird den Chefs, mangelnde Führungsfähigkeiten zu besitzen und nicht schwer genug oder höchstens soviel zu arbeiten, wie jeder andere Arbeitnehmer. Das sind wohl auch die Gründe, warum rund 53 Prozent der Befragten überzeugt davon sind, dass ihre Chefs zu viel verdienen.
Im internationalen Vergleich schneiden die Deutschen als besonders unzufrieden ab: Nur Türken, Ungarn und Schweizer liegen vor den Deutschen. Doch angesichts aktueller Fehltritte in der Wirtschaft – die mit Bonuszahlungen und Abfindungen aus Sicht der Angestellten noch belohnt werden – ist das nur zu verständlich. «Die Frage, ob die Höhe der Management-Gehälter gerechtfertigt ist, beschäftigt deutsche Angestellte mehr denn je – dazu trägt auch die durch die weltweite Finanzkrise ausgelöste Unsicherheit bei», sagt Jessica Schönfeld vom Personaldiensleister Kelly Services, der die Studie durchgeführt hat.
Deutlich wurde das zuletzt in der Immobilienwirtschaft. Dort sind die Einkommen der Führungskräfte in den vergangenen vier Jahren um fast 40 Prozent, bei Betrieben ab 1000 Mitarbeiter sogar um knapp 50 gestiegen. Bei den Jobs der Angestellten betrug die Steigerung dagegen nur knapp die Hälfte.
Am kritischsten sind die älteren Beschäftigten. Rund zwei Drittel der Befragten haben sich in der Studie negativ zu den Gehältern der Chefs geäußert. Deutlich motivierter und weniger hinterfragend zeigten sich dagegen die Berufseinsteiger.