Die Beweise haben nicht ausgereicht: Ein 67-Jähriger aus Neuruppin ist vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs seiner minderjährigen Tochter freigesprochen worden.
Das Landgericht Neuruppin sah erhebliche Zweifel an einer Täterschaft des Mannes, dessen Enkelin aus einer Beziehung mit seiner Stieftochter stammt. Die Staatsanwaltschaft hatte für den Angeklagten, dem 19 Fälle von sexuellem Missbrauch vorgeworfen worden waren, sechs Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung hatte Freispruch verlangt, da die Aussagen der heute erwachsenen Enkelin widersprüchlich gewesen seien. Die Frau hatte vor Gericht erklärt, der Missbrauch habe sie «innerlich zerfleischt».
Die Fälle waren erst im Frühjahr 2007 angezeigt worden. Hintergrund waren familiäre Streitigkeiten, die zum Bruch zwischen Katrin L. und ihrer Stieffamilie um Jürgen H. geführt hatten. Daraufhin entschloss sich die Frau, Jürgen H. anzuzeigen. Dem Jugendamt sollen über Jahre Hinweise zu einem Missbrauch in der Familie vorgelegen haben.
naf