Angeklagter entschuldigt sich bei Steiner
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Von Marion van der Kraats
Artikel vom 12.11.2008Im Gerichtssaal wirkte Matthias Steiner, Gewichtheber, Goldmedaillengewinner, 145-Kilo-Hüne, verletztlich. Aufmerksam verfolgte er die Plädoyers im Prozess zum Unfalltod seiner Frau. In drei Wochen soll das Urteil fallen.
Angespannt eilt er - umringt von Fotografen und Kameraleuten - heute Morgen in das Heidelberger Amtsgericht. Bei der Verleihung seiner Goldmedaille hatte der «stärkste Mann der Welt» für Begeisterung und weltweite Rührung gesorgt, als er das Foto seiner toten Frau immer wieder geküsst und in die Kameras gehalten hatte.
Heute ist der 145-Kilo-Mann verschlossen, schweigsam - und wirkt sehr verletzlich. Steiner tritt in dem Prozess um den Unfalltod seiner Frau Susann als Nebenkläger auf. Er will genau wissen, was an jenem 16. Juli 2007 geschah.
Die Anklage wirft einem 57-Jährigen aus dem Rhein-Neckar-Kreis fahrlässige Tötung vor. Er habe den Unfall zwischen Wiesloch und Heidelberg (Baden-Württemberg) durch «extreme Unaufmerksamkeit» verschuldet, hält Staatsanwalt Joachim Steinbacher dem Mann im Prozess vor.
In seinem Plädoyer spricht er später von einem «groben Fahrfehler» sowie zu hoher Geschwindigkeit. Er fordert eine Bewährungsstrafe von einem Jahr. Zudem soll der Führerschein für sechs Monate entzogen werden.
Der Angeklagte schweigt weitgehend. Verschlossen sitzt der weißhaarige, bärtige Mann dem Olympiasieger gegenüber. Erst in seinem «letzten Wort» entschuldigt er sich persönlich bei Steiner. An den Unfallhergang könne sich der Angeklagte nicht mehr erinnern, berichtet Verteidiger Klaus Hiltscher. Nur zu medizinischen Fragen äußert sich sein Mandant spärlich. Die Verteidigung vermutet, dass gesundheitliche Probleme Auslöser des Unfalls gewesen sein könnten und fordert Freispruch.
Rechtsmediziner Rainer Mattern schließt eine Erkrankung aus, hält aber einen Sekundenschlaf für möglich. Spekuliert wird unter anderem, dass der Fahrer bewusstlos wurde und deshalb die Kontrolle über seinen Jeep verlor. Betrunken war der Lagerist damals jedenfalls nicht.
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Nach seinem sensationellen Olympiasieg konzentriert sich Gewichtheber Matthias Steiner auf neue Ziele. «Ich möchte bis zu den mehr ...
Danke für den Hinweis, ist geändert.
jetzt antwortenKommentar meldenNichts gegen den Artikel, der "UMfalltod" ist allerdings fragwürdig...
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