Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Nirgends laufen Frauen häufiger Gefahr, Opfer eines Gewaltdelikts zu werden als zu Hause - ganz gleich, in welchem Land sie leben oder welcher sozialen Schicht sie angehören.
Weltweite Studie belegen, dass zwischen 20 und 60 Prozent aller Frauen schon einmal von ihrem Intimpartner geschlagen wurden. Auch in Deutschland sind bereits rund 40 Prozent aller Frauen über 16 Jahre Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt geworden.
Das Ausmaß und die gesundheitlichen Folgen werden Ergebnissen einer Umfrage zufolge stark unterschätzt. Grund genug für Menschenrechtsorganisationen, jedes Jahr aufs Neue auf das Tabuthema aufmerksam zu machen. Auch heute wieder, am Internationalen Tag gegen die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.
Behinderte, ältere und pflegebedürftige Frauen sowie Kinder seien in noch stärkerem Maß betroffen, berichtet Gesundheitsstaatssekretärin Marion Caspers-Merk (SPD) anlässlich eines Symposiums in Bonn mit Hinweis auf eine Untersuchung des Robert -Koch-Instituts (RKI). Rund jede vierte erwachsene Frau in Deutschland wurde demnach mindestens einmal sogar in einer Beziehung körperlich oder sexuell missbraucht.
74 Prozent aller suchtkranken Frauen hatten der Studie zufolge seelische, körperliche oder sexuelle Gewalterfahrungen gemacht. Nach weiteren Angaben des RKI führt körperliche oder sexuelle Gewalt gegen Frauen in vielen Fällen außerdem zu psychischen Leiden wie Depressionen oder Panikattacken sowie zu gravierenden Komplikationen bei späteren Geburten.
«Gewalt ist noch zu oft ein Tabuthema», sagt Caspers-Merk. Und: Gewalt sei als Gesundheitsrisiko «oft unterschätzt». Verletzungen als Folge von Gewalt gehörten in Notaufnahmen und Arztpraxen zum Alltag. Zudem würden Ärzte in Deutschland wie in ganz Europa zunehmend mit den Folgen weiblicher Genitalverstümmelung konfrontiert.
Die Gewalt gegen Frauen ist laut RKI nicht auf bestimmte soziale Schichten beschränkt, sondern kommt in der gesamten Gesellschaft vor. Zwei Drittel der von Gewalt betroffenen Frauen erlebten dabei eigenen Angaben zufolge mittlere bis schwere Formen körperlicher Gewalt wie Faustschläge oder Waffengewalt.
Die Daten gehen aus der vom RKI veröffentlichten Broschüre «Gesundheitliche Folgen von Gewalt unter besonderer Berücksichtigung von häuslicher Gewalt gegen Frauen» hervor. Darin hat das RKI verschiedene deutsche und europäische Untersuchungen zusammengefasst.
Frauen, die Opfer von körperlichen oder sexuellen Übergriffen wurden, bewerteten ihren eigenen Gesundheitszustand im Vergleich zu Nicht-Betroffenen durchweg schlechter. Sie litten laut RKI unter deutlich mehr körperlichen und psychischen Beschwerden wie Kopf- und Bauchschmerzen, Magen- oder Darmproblemen, Nervösität, Atemprobleme und Unterleibsschmerzen.
Das RKI weist außerdem darauf hin, dass Ärzte, Pfleger und Hebammen häufig direkten Zugang zu den Gewaltopfern haben - sich aber Studien zufolge nicht für ausreichend kompetent halten für die Diagnose von Gewaltfolgen. Zu den Warnzeichen für häusliche Gewalt gehören demnach unter anderem verschiedene Verletzungen in unterschiedlichen Heilungsstadien oder aber auch ein Partner, der nicht von der Seite der Frau weichen will. Die Herausforderungen an das europäische Gesundheitssystem, die durch Gewalt verursacht werden, sind derzeit Thema einer zweitägigen Tagung der Bundesärztekammer und des Bundesgesundheitsministeriums in Bonn.
Ein blaues Auge, Blutergüsse am Oberarm - häusliche Gewalt zeigt sich auf vielfältige Art und Weise. Sehen Freundinnen solche Verletzungen, sollten sie die Betroffenen vorsichtig darauf ansprechen.
Das könne eine ganz allgemeine Frage sein wie «Was hast du denn da gemacht?», sagt Cornelia Tietze, Beraterin bei «pro aktiv Hamburg», der Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt. Erzählt die Frau daraufhin von einem wenig glaubwürdigen Sturz auf der Treppe, gelte es, das erst einmal hinzunehmen. «Man kann sagen: «Ich glaube, das hat andere Gründe, aber das musst Du mir nicht erzählen.»
Denn eines bräuchten Opfer überhaupt nicht: weiteren Druck. «Die Frauen erleben durch ihren Partner schon ganz viel Druck», sagt Tietze. Sätze wie «Mach was, trenn dich, das kannst du dir doch nicht bieten lassen», seien deshalb fehl am Platz. Und keinesfalls sollten Freunde ein Ultimatum stellen, indem sie androhen, die Freundschaft zu kündigen, wenn sich das Opfer nicht wehrt. Oft dauere es sehr lange, bis sich Frauen tatsächlich wehren.
Freundinnen signalisieren daher am besten, dass sie für die andere da sind. Kleine Hilfen können sinnvoll sein: etwa die Weitergabe einer Notrufnummer für Frauen. «Bei vielen Einrichtungen kann man sich anonym beraten lassen, ohne dass das gleich irgendwelche Folgen hat», sagt Tietze. Bei «pro aktiv» riefen häufig Angehörige oder Freunde an, die Rat suchen. Das sei sinnvoll, weil die Berater dann für den Einzelfall Tipps geben können. «Und wenn man selbst schon mal mit einer Einrichtung telefoniert hat, kann man der Freundin auch mehr darüber sagen.»
Seit 1981 wird der Internationale Tag für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen begangen. Er erinnert an die Schwestern Patria Mercedes, Maria Argentina Minerva und Antonia Maria Teresa Mirabal - politische Aktivistinnen in der Dominikanischen Republik, die 1960 im Widerstand gegen die Diktatur verschleppt, vergewaltigt und ermordet wurden.
Informationen: Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, Rungestraße 22-24, 10179 Berlin; Telefon: (030) 32 29 95 00.
Frauenberatungsstellen im Netz: www.bv-fgg.de.
Vor ca fast 2 Jahren stellte ich blaue striemen bei einem Kind fest. Eine ganze Zeit beobachtete ich diese Verletzungen, ddie mal mehr mal weniger zu sehen waren. Oft waren es auch blaue flecken. Als ich dann am Anfag der großen Frerien vermehrt Striemen auf dem Rücken des Kindes sah, handelte ich. Ich ging zur Polizei und zeigte die Mutter dieses Kindes an. Dann wurde behauptet.Solange nicht eindeutig zu belegen wäre, ob die Verletzungen vom Gürtel oder Peitsche herrüheren würden, dürfte ich nicht sagen, der Junge sei geschlagen worden. Inzwischen wird vom Jugendamt behauptet, ich hätte gesch
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