Asiatischer Marienkäfer breitet sich aus
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Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Artikel vom 28.10.2008Ein Draufgänger ist er: paarungsfreudig, konkurrenzstark und ausgestattet mit einem gewissen Killertrieb. Gemeint ist der asiatische Marienkäfer, der sich hierzulande breit macht. Er steht im Verdacht, seine einheimischen Artgenossen zu verdrängen.
Einst galten sie als die Retter der Ernte. So will es zumindest die Legende. Die Menschen beteten zu Gott, als die Pflanzen auf den Feldern von Blattläusen befallen waren. Just an Maria Himmelfahrt kamen die Tiere vom Himmel herunter und vernichteten die Schädlinge. Von da an hießen sie Marienkäfer nach der Mutter Gottes und galten als Glücksbringer.
Irgendwann waren den Menschen die Dienste des heimischen Marienkäfers aber nicht mehr genug. Sie brachten vermutlich über die USA den in Japan und China beheimateten asiatischen Marienkäfer (Harmonia axyridis) nach Europa, um ihn in der Landwirtschaft zur biologischen Schädlingsbekämpfung einzusetzen. Zu erkennen ist er an seinen hellgelben Deckflügeln und seinen schwarzen Punkten, von denen die meisten Käfer 19 besitzen. «Er ist sehr gefräßig und vertilgt auch Blattlausarten, die unsere heimischen Marienkäfer verschmähen», sagt Gerlinde Nachtigall von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Braunschweig. Das ist die gute Seite des Einwanderers.
Doch er hat auch schlechte Eigenschaften. So hat er sich in den vergangenen Jahren explosionsartig ausgebreitet. Er lässt sich in Massen auf Häuserfassaden nieder, krabbelt durch Fenster- und Türritzen und treibt so manche Hausfrau in den Wahnsinn. Denn der Harlekin-Käfer, wie die asiatische Art genannt wird, sammelt sich zu Dutzenden in den Ecken von Eingangstüren, Tür- und Fensterrahmen, um dort zu überwintern.
In der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft gehen in diesen Tagen zahlreiche Anrufe ein: Besorgte Menschen wollen wissen, wie sie die Plagegeister wieder los werden. Gerlinde Nachtigall kann die meisten beruhigen, der Eindringling sei gesundheitlich völlig unbedenklich, steche nicht und beiße nicht. Entweder befördere man ihn mithilfe eines Glases nach draußen oder man greife zu drastischeren Mitteln, packe ihn in einen Tiefkühlbeutel und stecke ihn ins Gefrierfach oder vernichte ihn mit dem Staubsauger. Zertreten oder gar zerquetschen sollte man die Käfer aber nicht. Denn bei Gefahr stoßen sie ein bitteres Körpersekret aus, das unangenehm riecht – und schmeckt.
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