Deutschlands größte Moschee steht ab sofort in Duisburg. Anders als in Berlin oder Köln blieben hier die Proteste gegen das Glaubenshaus aus.
Drei Jahre ist an dem Gebäude im Duisburger Stadtteil Marxloh gewerkelt worden. Das Gotteshaus im osmanischen Baustil, das auf dem Kantinengelände einer ehemaligen Zeche entstand, bietet 1200 Gläubigen Platz.
Die Moschee setzt mit einem 34 Meter hohen Minarett und einer großen Kuppel städtebaulich Zeichen. Auf die Muezzinrufe soll nach Diskussionen mit Anwohnern verzichtet werden. Das 7,5-Millionen-Euro-Projekt wurde vom Land mit gut 3 Millionen Euro unterstützt. Proteste von Nachbarn blieben - anders als bei anderen Großprojekten wie etwa in Köln - fast völlig aus.
Der jüdische Schriftsteller Ralph Giordano hatte wenige Tage vor der Eröffnung einen Baustopp von Großmoscheen in Deutschland gefordert. Der Duisburger Bau habe in seinen Ausmaßen einen Abschreckungseffekt und sei «ein Zeichen tief integrationsfeindlicher Identitätsbewahrung», sagte der Autor in Köln. Viele weitere muslimische Sakralbauten seien geplant und würden Deutschland «in eine Plantage von Großmoscheen verwandeln», meinte der Holocaust-Überlebende. Dagegen rufe er zum offenen Widerstand auf.
ham