Lesen ist das Laufen vor dem Radfahren
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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Artikel vom 29.11.2008Christoph Schäfer ist Mitarbeiter bei der Stiftung Lesen. Mit ihm sprach news.de über die Zukunft des Lesens zwischen klassischen Büchern und elektronischen Medien.
news.de: Was ist besser: Ein Buch lesen oder elektronische Medien nutzen zu können?
Schäfer: Wir wollen keinen Kulturpessimismus verbreiten. Aber obwohl die elektronischen Medien gut und wichtig sind, besonders beim Erlernen einer Fremdsprache, dürfen wir die Basis, das Lesen gedruckter Texte, nicht vergessen. Es gibt den schönen Spruch Erst laufen, dann Rad fahren lernen. Für den Streit zwischen Buch und elektronischen Medien bedeutet das, nur kompetente Leser sind auch kompetente Nutzer von Internet, Computer oder Lernspielen.
news.de: Hörbücher sind auch elektronische Medien und trotzdem Bücher. Haben die den gleichen Effekt wie gedruckte Bücher?
Schäfer: Nicht ganz. Im frühkindlichen Bereich können Hörbücher das Vorlesen, das die Lesekompetenz von Kindern stärkt, ergänzen, aber es nicht ersetzen. Trotzdem sind Hörbücher ein Glücksfall für die Lesekultur. Viele Menschen haben heute leider keine Zeit mehr, ein Buch zu lesen. Wer nicht auf Lektüre verzichten will, der kann damit zumindest auf der Fahrt zur Arbeit etwas für sich tun. Lesen lernen kann man mit Hörbüchern allerdings nicht.
news.de: Und was halten Sie von digitalen Büchern?
Schäfer: Ich denke, sie werden die Lesekultur verändern. Deshalb nimmt die Stiftung Lesen ein Gerät wie das KindleGerät zum Lesen elektronischer Bücher, Zeitungen und Zeitschriften. sehr ernst. Es ist zweifellos eine tolle Sachen, wenn es technisch funktioniert. Aber über die Auswirkungen – auch auf Zeitungen und Zeitschriften – kann man bisher nur spekulieren.
news.de: Im Bett, auf dem Sofa, im Auto – Erwachsene lesen überall. Wie sieht der beste Leseplatz für Kinder aus?
Schäfer: In der frühen Kindheit wäre es ideal, eine gemütliche Leseecke einzurichten. Dafür braucht man keine teuren Möbel. Ein ruhiger Platz im Kinder- oder Wohnzimmer, mit ein paar Kuscheltieren und Büchern, reicht vollkommen aus. Wer dafür keinen Platz schaffen kann, der kann sich auch aufs Bett oder Sofa setzen. Hauptsache, der Leseplatz strahlt Behaglichkeit aus.
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