Fr., 25.05.12

Bildungsgipfel 22.10.2008 «Ich halte Studiengebühren für richtig»

DEU Bildung Gipfel (Foto)
Ein Studium wirft viele finanzielle Fragen auf. Bild: ap

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann

Seit der Einführung der Studiengebühren reißen die Protest gegen die finanzielle Zusatzbelastung nicht ab. Bildungsministerin Annette Schavan lässt sich davon jedoch nicht beirren.

Schavan bleibt dabei: «Ich halte Studiengebühren für richtig.» Keinen Millimeter vom eigenen Standpunkt abweichen zu wollen, begründet die Bildungsministerin damit, dass die Gebühren die Weiterentwicklung der Hochschulen vorantreiben würde und dies von vielen Studierenden auch so wahrgenommen werde.

Unverständlich bleibt unterdessen, warum eine vom Bildungsministerium beauftragte Studie über die Auswirkungen von Studiengebühren der Öffentlichkeit bisher nicht vorgestellt wurde. Laut Deutscher Presse Agentur, der die Ergebnisse eigenen Angaben zufolge vorliegen, hätten im Jahr 2006 rund 18.000 Abiturienten aufgrund der Gebühren kein Studium begonnen.

Dies bestätigt Schavan nicht. In Wahrheit zeige die Studie, «dass die Gebühren kaum vom Studium abschrecken», sagte die Ministerin gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Vorwürfe, dass die Ergebnisse vorsätzlich zurückgehalten würden, wies sie zurück. Es sei bekannt gewesen, dass zwei Studien erarbeitet wurden. Beide sollten jedoch gemeinsam präsentiert werden. Dies sei bisher nicht geschehen, weil die zweite Erhebung noch nicht fertiggestellt sei.

Unabhängig von den Ergebnissen der Studie wird für viele angehende Akademiker das Studium jedoch zur Rechenaufgabe mit vielen Variablen. Steigende Lebenshaltungs- und Energiekosten belasten die oft ohnehin schmalen Portmonees. Eng wird es deshalb besonders für jene, die keine finanzielle Förderung durch Bafög oder Stipendium bekommen. Ein Nebenjob wird dann vielfach unumgänglich, was sich jedoch auf Leistungen und Dauer des Studiums auswirken kann.

Im Zuge der Bildungsreform werden Studiengebühren aber noch an anderer Stelle eine entscheidende Rolle spielen. Schavan fordert zwar eine Öffnung der Hochschulen für Männer und Frauen mit erfolgreich abgeschlossener Berufsausbildung. Ob es hier finanzielle Unterstützung gibt, ist jedoch ungeklärt. Bafög kommt nicht infrage, da diese Sozialleistung nur im Rahmen einer Erstausbildung gewährt wird.

Bildungsforscher fordern unterdessen, mehr Anstrengungen in die Bildung und Qualifizierung zu stecken. Potenziellen Nachwuchs gebe es in bildungs- und finanzschwachen Elternhäusern durchaus. Hier bedürfe es jedoch intensiver Förderung und Unterstützung. Nur so lasse sich der Akademikermangel in den Griff bekommen.

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