Nicht nur Babys sind von dem Lebensmittelskandal in China betroffen. Jetzt musste auch eine bekannte Bonbonmarke aus den Regalen der Supermärkte geräumt werden, weil sie mit der gefährlichen Chemikalie Melamin belastet ist.
Ein chinesischer Hersteller hat den Verkauf einer bekannten Bonbon-Marke gestoppt, weil die Süßigkeiten mit Melamin belastet sind. Laut der Nachrichtenagentur Xinhua wurde der Export der traditionsreichen Marke White Rabbit ebenso eingestellt wie der Verkauf im Inland. In den Bonbons seien Spuren der gesundheitsschädigenden Chemikalie Melamin gefunden worden.
Durch Melamin, mit dem ein höherer Eiweißgehalt des Produkts vorgetäuscht werden soll, starben in China bereits vier Säuglinge, mehr als 53.000 Babys mussten wegen Krankheitssymptomen behandelt werden. 13.000 Kinder sind noch in Behandlung.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kritisierte indes die Vertuschung lokaler Behörden im Umgang mit dem Skandal um verseuchtes Milchpulver in China. Dadurch habe sich die Krise noch verschärft, wie ein WHO-Vertreter in Peking am Freitag beklagte. Es habe Verzögerungen an mehreren Stellen gegeben, die vermutlich auf eine Kombination von Ignoranz und absichtlichem Zurückhalten von Berichten zurückzuführen seien. Er sprach von schwerwiegenden Vorkommnissen. Wenn Informationen sofort weitergegeben worden wären, hätte es nicht Erkrankungen in diesem Ausmaße gegeben. Die WHO hob aber hervor, dass die Zentralregierung angemessen mit dem Skandal umgegangen sei.