«Man kann mit 70 Griechisch lernen»
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Von Mandy Hannemann
Artikel vom 25.09.2008Ob im Job oder Privat - wer im Berufsleben auf seine Zukunft bedacht ist, der muss sich regelmäßig weiterbilden. Chancen dazu gibt es jede Menge - und das bis ins hohe Alter.
Herlind Kasner, Mutter von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist das beste Beispiel. Mit 80 Jahren hält die Brandenburgerin nicht nur sich, sondern auch andere geistig fit. Seit 34 Jahren unterrichtet Kasner in Templin Fremdsprachen. Sie sagt: «Man kann mit 70 Griechisch lernen - ich suche noch Schüler.» Für dieses Engagement ist die Kanzlerin-Mutter nun als Vorbild der Weiterbildung 2008 vom Deutschen Volkshochschulverband geehrt worden.
Weiterbildung bringt aber nicht nur Lorbeeren, sondern vor allem neue Chancen ein. Abgesehen davon, dass die eigenen grauen Zellen auf Trab gebracht werden, lassen sich mit Weiterbildungen die eigenen Aufstiegsmöglichkeiten verbessern. Zugleich reduziere sich, laut Bundesagentur für Arbeit, das Risiko, arbeitslos zu werden.
In vielen Bundesländern gewähren die Arbeitgeber für beruflich nutzbare Seminare sogar Bildungsurlaub oder bieten selbst Weiterbildungsprogramme an. Vielfach ist das jedoch von der Auftragslage der Unternehmen abhängig. Wo Unsicherheiten herrschen oder es keine einheitlichen Regelungen gibt, hilft es, einfach mal in der Personalabteilung nachzufragen. Wiegelt der Arbeitgeber mit der Begründung ab, dass derlei zu teuer sei, ist die Suche nach Förderoptionen zu empfehlen.
Immerhin können für einzelne Berufsgruppen Förderungen beantragt werden. Altenpfleger und Erzieher beispielsweise werden neuerdings mit dem Meister-Bafög unterstützt, das bisher vorrangig im Handwerk gezahlt wurde. Um dieses noch breiter zu streuen, will die Bundesregierung nun noch mehr Geld zur Verfügung stellen. Waren es bisher 122 Millionen Euro, soll der Fördertopf nun auf 200 Millionen Euro aufgestockt werden. Zudem ist ein erheblicher Anreiz geschaffen worden: Wer einen Kurs mit besonders guten Prüfungsleistungen abschließt, dem werden nicht mehr nur 30,5 Prozent der Kurs- und Prüfungsgebühren erstattet, sondern 50 Prozent.