«Aaah, eine Wespe!» Dieser Schrei kommt in diesem Jahr früher als üblich. Wo Kinder «sauer, sauer, sauer» rufen, wedeln manche Erwachsene wild mit den Armen - ganz falsch. Ruhig bleiben und Weintrauben platzieren, heißt die Devise.
«Sie sind früher an den Tischen als sonst», sagte die Biologin Melanie von Orlow vom Naturschutzbund Nabu in Berlin. Normalerweise seien die Insekten erst in der zweiten Augusthälfte so zahlreich, dass sie merklich auffielen - auf Obstkuchen und an Kinderplanschbecken.
Das gute Wetter im März und April habe den Wespen zu einem günstigen Start verholfen, deshalb seien die Staaten nun schon so kopfstark, erklärte von Orlow. Und weil die Blütezeit in diesem Jahr so früh endete, sind die Leckereien der Menschen besonders interessant. Normalerweise speisen Wespen wie Bienen Nektar - machen sich aber auch über Marienkäfer und allerlei andere Lebewesen her, die sie überwältigen können.
Das gelbschwarze Insekt, von der Biene leicht zu unterscheiden durch seinen haarlosen Körper, ist für viele der Horror. Wer panisch mit den Händen wedelt und beim Kampf mit der Zeitung ins Schwitzen kommt, macht alles falsch, betont von Orlow. Cleverer sind die Vertreter der Taktik «ruhig, nicht bewegen, dann sticht sie auch nicht». Kinder haben ihre eigenen Tricks, sich in so einer Situation zu beruhigen: «Sauer, sauer, sauer» rufen die Kleinen, um die Viecher von ihrem süßen Gebäck zu vertreiben. Und entspannen dabei sich und die Wespen.
Denn Wespen stechen, wenn sie sich bedroht fühlen. Also nicht wedeln, aber auch nicht sanft pusten: ausgeatmetes Kohlendioxid ist ein Alarmsignal im Wespenstaat. Aber auch Angstschweiß kann die sensiblen Tiere zu einem Angriff verleiten, erklärt die Wespenexpertin. Aber auch duftige Cremes und Möbelpolitur locken sie an.
Dass die meisten Leute eben keine Ahnung von Wespen haben, empfindet von Orlow als Grund für deren schlechten Ruf: «Die Tatsache, dass nur wenige Menschen mit der Lebensweise von Wespen oder Hornissen vertraut sind, hat zur Bildung von Mythen und Vorurteilen beigetragen», erklärt Melanie von Orlow.
Zum Beispiel fliegen von den acht einheimischen Wespenarten nur die Deutsche und die Gemeinde Wespe auf Kuchen und Wurst. Nur einige Arten leben, wie die Bienen, sozial um ihre Königin herum: die Langkopfwespen, die Kurzkopfwespen und die Hornissen. Die meisten Wespen sind Einzelgänger. Ihre Nester bauen die sozialen Wespen nicht aus Wachs, sondern aus gesammeltem Holz.
Um sich vor der nervigen Plage zu schützen, empfiehlt der Nabu viel Logisches: Insektengitter in die Fenster, über die Erdbeertorte auf der Terrasse eine Tortenhaube, Reste gleich wegräumen, Kindern den Mund abwischen und Getränke durch einen Strohhalm einsaugen. Und wieder sind es die Kinder, die sich einen Abwehrplan haben einfallen lassen: Beim Wettbewerb «Jugend forscht» stellten Maike Sieler und Henrike Weidemann fest, dass überreife Weintrauben sich am besten eignen, um die Leckermaul-Insekten abzulenken: Einfach fünf bis zehn Meter weit weg präsentieren, und die Wespen sind zufrieden.
Wenn sich doch Wespen oder Hornissen am Haus eingenistet haben, sollte man auf keinen Fall die Ausgänge verschließen. Das macht die Tiere nur aggressiv und verleitet sie, einen anderen Ausgang zu suchen. Dabei könnten sie ins Haus gelangen. Die Nester sollten nur vom Fachmann entfernt werden – zum Beispiel den Verein zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämfung. Manchmal lassen sich die Nester sogar umsiedeln. Das ist besonders bei Hornissen wichtig, da diese durch die Bundesartenschutzverordnung geschützt sind.
Und wenn doch ein Tier im Haus herum irrt? Dann hilft der Spinnentrick: in einem ruhigen Moment ein Wasserglas über die Wespe gestülpt und raus an die frische Luft getragen. Hat das Insekt doch zugestochen, hilft vor allem Kühlen. Allergiker sollten ein Notfallmedikament bei sich tragen und ansonsten ruhig bleiben und schnell einen Arzt aufsuchen. Mit einem schnellen Ende der ungebetenen Besuche ist vorerst nicht zu rechnen: «Bis in den September hinein sind die Wespen am Tisch», sagt Melanie von Orlow.
Aus dem Netz:
Also entschuldigt Leute aber ich sitze hier vor meinem Comoputer, lese mir die Komentare durch und lach mich kaputt. Ihr habt echt meinen Abend gerettet.
jetzt antwortenKommentar meldenAlso ich lass eine Wespe an die Cola oder Erdbeertorte ran. Wenn die dann seelenruhig an einem Tropfen oder Kuchenkrümel labt und unaufmerksam wird nehm ich mir das Messer (Gabel geht auch), setz die Klinge ihr , eh sie reagieren kann zwischen Caput und Thorax und guillotiniere sie dann. Das geht recht schnell und wir haben dann immer ein lustiges Gesprächsthema am Tisch.
jetzt antwortenKommentar meldenAlso, eine Wespe überlebt, im Gegensatz zu einer Biene, einen Stich, weil die einen glatten Stachel hat. Bienen haben einen Widerhaken und beim Zurückziehen reißen die sich das halbe Hinterteil ab. Exitus, aber einen netten Nebeneffekt haben die Stiche: Das Gift wirkt gegen Rheuma.
jetzt antwortenKommentar meldenSuper Idee, Matthias Engel: Statt Parfüm stecken wir uns lieber ein paar Fluppen in den Mund, wenn wir im Wald spazieren gehen, dann stechen uns die Insekten nicht!!!! Natürlich entsorgen wir die brennenden Zigarettenkippen dann im Wald - ein kleiner Waldbrand hindert auch das eine oder andere Insekt am Stechen.....!! Selten so einen Schwachsinn gelesen, sorry!!!
jetzt antwortenKommentar meldenKleiner Tipp für Maike Sieler, Henrike Weidemann und jugend forscht: 6 .. 8 Schweizer 5-Rappen-Stücke auf dem Esstisch draussen verteilen, und die Wespen bleiben weg (vielleicht gibt's auch Euro- bzw Cent-Münzen, mit denen es geht - ausprobieren). Wir wissen auch nicht genau, warum es funktioniert, wir vermuten immerhin, dass die Münzen im Wespenauge als Anwesenheit irgend eines Feindes (keine Ahnung welcher das sein könnte) wahrgenommen wird.
jetzt antwortenKommentar meldenBienen sind ein friedfertiges Volk, ein Mensch dagegen ist viel unkontrollierter und Schlägt falsch um sich, sie stechen eben dann auch aus Angst! wie der Mensch eben schlägt! Doch hat man eine Zigarette an bleibt auch ruhig nicht nervös kann einem auch bei 100 Bienen Wespen passieren. Doch wenn Menschen sich Einsprüchen mit Parfüm müssen sie sich nicht wundern das sie als Duftblumen der Wälder von Hornissen Bienen oder Wespen gehalten werden, Also wer in dem Wald geht sollte den Parfümerie-laden zulassen Rat von mir! Sonst stechen sie zu.. Bei Mücken ist es nicht anders am See..
jetzt antwortenKommentar meldenahja, last but not least: reagieren aggressiv auf: Aggression & Angst, genau. Mir geht das auch auf die Nerven, wenn Leute stressig riechen. Wenn ich mir vorstelle, ein viel grösseres Wesen als ich neben mir, dass so stressig riecht... wer weiss was einer Wespe in solch einer Situation da so für Lichter durchbrennen, wenn sie von einer riesigen Wolke von Stresshormonen umhüllt wird. Da wollt ich nicht mit ihr tauschen.
jetzt antwortenKommentar meldenmeine Wohnung durchfliegen täglich mehrere Wespen und da haben weder die noch ich auch nur irgendein Problem damit. Ansonsten nagen davon bis zu 3 Stück von frühmorgens bis spätabends an meinem Sichtschutz am Balkon. Sollense. Bevor die da ein Loch reingenagt hätten bin ich das hässliche alte Ding eh überdrüssig. Schön, dass es noch einen Nutzen hat. Und was für einen: Wespennester sind Kunstwerke. Würd ich nicht hinkriegen, so künstlerisch veranlagt wie ich bin. Überragende Technik, müssen ganz schön intelligent sein.
jetzt antwortenKommentar meldennachdem was ich gelesen habe, reagieren Wespen auf Aggression aggressiv, so wie Menschen auch. Ansonsten fliegen die einfach herum und denken sich nix "Böses". Jedenfalls nicht "o, toll, ich stech mal eins von diesen übergrossen Viehchern das mich dann bestimmt gleich hinterher wenn schon nicht währenddessen platt macht." ( können Wespen einen ausgeführten Stich überhaupt überleben )? Und klar werden die von Süssem angelockt. Das heisst noch lange nicht, dass sie dadurch zum Stechen animiert werden. Kinners laufen doch auch hinter Bonbons her, oder? (und nicht nur Kinners)
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