Der Klimawandel lässt Fische schrumpfen. Wie französische und deutsche Forscher feststellten, haben bestimmte Meerestiere in den vergangenen Jahren bis zur Hälfte ihres Gewichts eingebüßt. Auch andere Arten schrumpfen wegen der Erwärmung ihres Lebensraums.
Erst schottische Schafe, die immer kleiner werden - jetzt auch noch die Fische. Anfang Juli erst hatten britische Forscher berichtet, dass die schottischen Soay-Schafe aufgrund klimatischer Veränderungen im Schnitt um fünf Prozent kleiner geworden sind.
Dass auch Meerestiere wie Fische, Bakterien und Algen durch den Klimawandel schrumpfen, haben jetzt Wissenschaftler des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-Geomar) zusammen mit französischen Forschern vom Cemagref (Nationales Zentrum für Agrar- und Umweltstudien) in Lyon nachgewiesen.
Auch Süßwasser-Organismen sollen betroffen sein. «Das hat Auswirkungen auf das Funktionieren des gesamten Ökosystems», sagte Ulrich Sommer vom IFM-Geomar. Die Studie ist im Fachmagazin Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften erschienen. Sie beruht auf langjährigen Messungen unter anderem in der Nord- und Ostsee.
Bei einer Erwärmung des Meeres nehme der Anteil größerer Arten ab. Zudem gebe es mehr kleinere Vertreter innerhalb einer Art. Die Tiere erreichten ihre Geschlechtsreife bei geringeren Körpergrößen. Das wirke sich auf das gesamte Ökosystem aus, weil «die Körpergröße von Organismen ausschlaggebend dafür ist, was sie fressen können und von wem sie gefressen werden», sagte Sommer.
Eine starke Verschiebung hin zu kleineren Arten könne dazu führen, dass mehr Zooplankton gefressen wird. Die Verminderung dieser Tierchen wiederum könne den Weg für massive Algenblüten bereiten, sagte er.
«Außerdem sinkt natürlich der wirtschaftliche Wert des Fischfangs, wenn die Fische kleiner werden.» Speisefisch ist eine bedeutsame Eiweißquelle für große Teile der Weltbevölkerung, besonders asiatische, europäische und westafrikanische Länder konsumieren in großen Mengen Fischereiprodukte.
Dass der Klimawandel die Verlagerung von Lebensräumen weg vom Äquator in Richtung Norden beziehungsweise Süden zur Folge hat, ist bereits seit längerem bekannt.
aro/car/news.de/dpa
haI
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