Fr., 25.05.12

Hygienemängel im Bordell 27.07.2009 «Ein knallhartes Geschäft»

Das Bordell Pussy-Club - der Arbeitsplatz dieser zwei Damen - wurde geschlossen.   (Foto)
Das Bordell Pussy-Club - der Arbeitsplatz dieser zwei Damen - wurde geschlossen. Bild: dpa

Polizei und Justiz erhöhen den Druck auf die Betreiber sogenannter Flatrate-Bordelle: Mehr als 700 Beamte haben Etablissements in vier deutschen Städten durchsucht. Zwei der Bordelle wurden von den Behörden geschlossen, der Weiterbetrieb wurde untersagt.

Die wegen hygienischer Mängel geschlossenen Flatrate-Bordelle befinden sich in Fellbach bei Stuttgart und Heidelberg. Bordelle in Schönefeld bei Berlin und Wuppertal in Nordrhein-Westfalen, die ebenfalls durchsucht wurden, dürfen weiter öffnen.

Flatrate-Bordelle sind seit Anfang Juli in der politischen Diskussion. Politiker wollen die Einrichtungen verbieten. Die Etablissements in Fellbach und Heidelberg werben mit «Sex mit allen Frauen, so lange Du willst, so oft Du willst und wie Du willst».

Die Schließungen seien begründet, sagte Fellbachs Oberbürgermeister und CDU-Landtagsabgeordneter Christoph Palm. Die Summe der festgestellten hygienischen Mängel ließen einen weiteren Betrieb nicht zu. So seien die Massagebänke und andere Liegemöbel stark verunreinigt gewesen. Zudem sei der Whirlpool in einem sehr schlechten hygienischen Zustand und Lebensmittel seien unter nicht zulässigen Bedingungen gelagert worden. Auch gebe es Hinweise auf Zwangsprostitution.

In Fellbach wurden zwölf Personen festgenommen. Gegen die 25 Jahre alte Betreiberin des Bordells und ein 25-jähriges Mitglied der Geschäftsführung wurden Haftbefehle erlassen. Weitere Haftbefehle wurden am Abend noch geprüft.

Kontrolliert wurden sämtliche Mitarbeiter, Prostituierte und Kunden, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Waiblingen mitteilte. Die Aktion beruhte den Angaben zufolge auf dem Verdacht, dass die Bordellbetreiber Beiträge zur Sozialversicherung sowie Steuern hinterzogen haben und zudem ohne Genehmigung ausländische Prostituierte beschäftigen. Die in den Bordellen angetroffenen Prostituierten seien alle russischer Nationalität gewesen. Sie mussten alle mit aufs Polizeirevier.

Die mehrstündige Aktion am Sonntag habe den Behörden zahlreiche neue Erkenntnisse gebracht. Es wurden Akten, Bargeld und hochwertige Fahrzeuge beschlagnahmt. Bundesweit seien in den Bordellen 270 Männer und 170 Frauen kontrolliert worden. Die Ergebnisse der Aktion müssten nun ausgewertet werden. Dies könne Wochen dauern. Gegen zahlreiche Personen werde ermittelt, da der Verdacht auf kriminelle Handlungen bestehe. Ob es zur Schließung weiterer Bordelle komme, sei noch offen.

An der Durchsuchungsaktion waren den Angaben zufolge die Polizei, Staatsanwaltschaften, der Zoll sowie andere Überwachungsbehörden beteiligt. Auch die Gaststätten-, Gewerbe- und Gesundheitsaufsicht schickten Beamte. Die Koordination der Durchsuchungen erfolgte durch die Polizei in Waiblingen sowie durch Justizbehörden in Stuttgart.

Baden-Württembergs Justizminister Ulrich Goll (FDP) hat Bordelle als «knallhartes Geschäft» bezeichnet, das «wohl von der organisierten Kriminalität gesteuert wird». Es sei blauäugig zu glauben, dass Prostitution ein normaler Beruf sei. «Ich habe nichts gegen normale Bordelle, solche Flatrate-Puffs verstoßen aber gegen die Menschenwürde. Wir sollten sie auf dem Boden unserer Rechtsordnung nicht dulden.»

Laut Goll reichen die rechtlichen Möglichkeiten aus, um solche Bordelle zu verbieten. Er sprach von einem «Strauß an Möglichkeiten»: So komme ein Verstoß gegen das Strafrecht in Betracht wegen möglicher Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung, Ausbeutung von Prostituierten und Veruntreuung von Sozialabgaben. Aus seiner Sicht sei «das Selbstbestimmungsrecht der Frauen verletzt». Damit liege auch «eine Störung der öffentlichen Sicherheit vor», die Polizei und Ordnungsbehörden zum Einschreiten berechtige.

Weiterführende Links:

Prostitution: «Ich wollte mich sexuell engagieren»
Prostitution: Stören Bordelle in Wohngebieten?
Zwei Urteile zu käuflicher Liebe: Keine Prostituierten über die Arbeitsagentur
Lesung zum Hurentag: Innenansicht ohne Opferklischee

tno/iwe/news.de/dpa
Leserkommentare (7) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • Hans Peter Krämer
  • Kommentar 7
  • 17.10.2009 11:28
 

Wenn eine Partnerschaft funktioniert, braucht man keine Pfaffen, keine scheinheiligen Politiker und keine Frauenrechtlerinnnen. Wenn sie nicht funktioniert, weil einer der Beteiligten glaubt, er müsse dem anderen etwas vorschreiben oder ihn ausnehmen, dann sollte man nicht nur den falschen Partner zum Teufel jagen, sondern den genannten Personenkreis gleich mit. Ich habe mal in einer Strip-Show ein Gespräch mit einer Exhibitionisten geführt, der ich ihre Neigung auf den Kopf zugesagt habe. Die hat das bestätigt und erklärt, ihren Spass dabei zu haben. Was also soll der faule Zauber???

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  • Kommentar 6
  • 31.07.2009 11:01
 

Hallo G.E.. Da sitzen wir beide in einem dehr schönen Boot. Wenn zu Hause alles klappt, kann einen vieles andere sonst wo...Das es klappt, da trägt man sber auch selber zu bei. Schönes Wochenende...

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  • Kommentar 5
  • 28.07.2009 18:34
 

Au weia. Nun sind einiegen Politikern die Spielzeuge weggenommen wordem. Harz IV ist doch auch in einem Puff in Hannover beschlossen warden. In der AG Regierung mußten schwedische Abgeardnete eine Petition aunbringen, weil Abgeordnete wühren ihrer Dienstzeit mehr im Bordell ald am Arbeitsplatz waren.

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  • Kommentar 4
  • 27.07.2009 17:28
 

Kann mich noch gut daran erinnern, als es noch diese Peep-Shows gab. Aber diese wurden nach und nach auch von sog. "Politikern" dicht gemacht. Damals hieß es auch "Würde der Frau" usw. Dabei haben die meisten Frauen dies gerne gemacht. Sie verdienten ganz schön dabei geilen Männern ihren nackten Körper zu zeigen. Außerdem war es in gewisser Hinsicht "sauber". Sie kamen nicht direkt mit den Männern zusammen. Bei den Sex-Flatrates vermute ich die liebe Konkurrenz aus der Umgebung, die dadurch weniger eingenommen haben. Soviel ich weiß, waren die Nutten mit der Lösung sehr zufrieden.

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  • Kommentar 3
  • 27.07.2009 14:35
 

Ich bedaure es zu tiefst, das dass tolle Etablissement geschlossen wurde. Bei meiner ersten Flaterate dort habe ich meine erste Frau(inzwischen meine Ex) kennen gelernt und damals war der Schuppen noch echt okay! Damals konnte man den Laden echt noch weiter empfehlen! Der Pussy-Club war echt eines der besten Bordells in der Gegend, in dem ich je gewesen bin ! Lang lebe der Pussy-Club !!! MFG Der Scharfe Johann

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  • Kommentar 2
  • 27.07.2009 13:49
 

Ach ja, und bevor irgendeiner jetzt behauptet, ich sei dort Kunde oder sonstwie involviert: Ich habe Gottseidank eine Frau, es mir nicht nötig macht, solche Lokalitäten aufsuchen zu müssen. Ich persönlich würde meine Frau nicht mal kostenlos hintergehen!

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  • Kommentar 1
  • 27.07.2009 13:43
 

Hygienemängel? Sehr witzig! Seit Wochen wettert der Fellbacher Bürgermeister (siehe laufende Berichterstattung in der Regionalzeitung) mit den unterschiedlichsten Mitteln gegen diesen Amüsierbetrieb. Mal ist es die Moral, dann entdeckt man die armen Frauen, nachdem man die Kontrollorgane nahezu täglich dorthin gejagt hat, hat man also endlich was gefunden... Am nächsten der Wahrheit könnte noch die Aussage kommen, es sei ja so empörend, daß die Dienstleistungen dort "so billig" seien. Man will wohl in Regierungs- und Politikkreisen unter sich bleiben! Weder bei Kokain-Friedman noch bei Schmiergeld-Hartz (jaja, dem Namensgeber von Hartz4) noch bei sonst einem Prominenten hat Moral oder Zwang eine Rolle gespielt! Wieder einmal ein Fall, der zeigt, daß Polizei und Behörden nur im Interesse der sie Steuernden handeln - mit dem Allgemeinwohl hat das gar nichts zu tun!

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