Beim morgendlichen Stierlauf in Pamplona ist ein Mensch gestorben. Seit 2003 ist das der erste tödliche Unfall bei der umstrittenen Stierhatz im Baskenland. Der Mann ist von einem der Tiere auf die Hörner genommen und dabei am Hals tödlich verletzt worden.
Kurz darauf starb der Mann im Krankenhaus, teilten die Rettungskräfte vom Roten Kreuz mit. Über die Identität des Opfers ist bislang nichts bekannt. Capuchino, der kleinste Stier der Herde, hatte auf dem Rathausplatz den Kontakt zu den restlichen Rindern vorloren und auf dem Rest des Weges sieben Läufer mit Hornstößen verletzt. Für einen von ihnen endete der gefährliche Spaß tödlich.
Einer der Verletzten ist ein 21-jähriger Londoner, der zum zweiten Mal an dem Spektakel im Baskenland teilnahm. Er bekam das Horn im Oberschenkel zu spüren.
Ein vereinzelter Stier stellt bei den Stierläufen eine besondere Gefahr dar, weil er ohne seine Herde verunsichert wird und sich schnell von den um ihn herumlaufenden Menschen provoziert fühlt. So dauerte der heutige Encierro, wie die Stierläufe durch Pamplonas Altstadt genannt werden, viereinhalb Minuten. Normal ist etwa die Hälfte der Zeit.
Die Stiere des Züchters Jandilla, die an diesem Morgen auf die Strecke geschickt wurden, haben bereits einen Ruf als besonders schnelle und gefährliche Tiere. 2004 verletzten sie in einem Lauf 80 Menschen und nahmen acht auf die Hörner.
Bei den Encierros werden noch bis zum 14. Juli jeden Morgen um 8 Uhr sechs Kampfstiere durch die Gassen der Altstadt bis in die Arena gejagt, wo sie abends von Toreros getötet werden. Hunderte Männer, Mozos genannt, rennen auf der 825 Meter langen Strecke vor den Tieren her, die von mehreren zahmen Leitochsen begleitet werden. Als einziges Mittel, um die Bullen von sich fernzuhalten, ist eine zusammengerollte Zeitung erlaubt. Zuletzt kam 2003 ein 62-jähriger Spanier ums Leben.
Weiterführende Links:
Sanfermines in Pamplona: «Alles für einen Vormittagsspaß»
Aus dem Netz:
Das spanische Fernsehen RTVE zeigt den Stierlauf, bei dem ein Mann tödlich verletzt wurde.
iwi/juz/news.de/dpa
Jedes Jahr werden alleine in Spanien über 40.000 Stiere getötet. Die Stierkampf-Industrie erhält schätzungsweise etwa 530 Millionen Euro an Subventionen von der EU. Ohne diese Mittel könnte das blutige Spektakel gar nicht stattfinden. Noch bevor die Tiere die Arena betreten, werden sie mit Elektroschocks traktiert. Oft verabreicht man ihnen Abführmittel und in ihre Augen wird Vaseline gerieben, um ihre Sehkraft zu trüben. In der Arena angekommen werden sie mit Lanzen und Speeren verletzt und gequält.
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