Mo., 13.02.12

Alzheimer-Studie Koffein stoppt Gedächtnisverlust bei Mäusen

Von news.de-Redakteurin Anwen Roberts

Artikel vom 06.07.2009

Der Gedächtnisverlust, der typischerweise mit Alzheimer einhergeht, lässt sich stoppen - mit rund fünf Tassen Kaffee am Tag. Das haben Versuche mit Mäusen ergeben. Als Demenz-Bremse ist Koffein schon länger im Gespräch.

Amerikanische Forscher haben in Tests mit Mäusen herausgefunden, dass Koffein den Gedächtnisverlust bei einer Alzheimer-Erkrankung stoppt. Der Wachmacher verminderte bei den Tieren sowohl im Gehirn als auch im Blut signifikant das für die Alzheimer-Krankheit verantwortliche Protein. Das berichten die Wissenschaftler vom Alzheimer's Disease Research Center der US-Universität South Florida.

«Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass Koffein auch eine entwicklungsfähige Behandlung für bestehende Alzheimer-Erkrankungen sein könnte und nicht nur eine vorsorgliche Strategie», sagte Studienleiter Gary Arendash laut Mitteilung des Forschungszentrums. «Koffein geht schnell ins Gehirn und scheint den Krankheitsprozess direkt zu beeinflussen.»

Bei dem Versuch wurde das Erbgut von 55 Mäusen so verändert, dass sie alle mit etwa 18 bis 19 Monaten - vergleichbar mit einem Lebensalter von 70 Jahren bei Menschen - Alzheimer-ähnliche Symptome zeigten.

Daraufhin bekam die Hälfte der Tiere täglich eine Koffeindosis, die fünf Tassen amerikanischem Kaffee entspricht. Die anderen erhielten nur Wasser. Nach zwei Monaten schnitten die Kaffee-Mäuse bei Gedächtnistests sehr viel besser ab als die Wasser-Mäuse - ihre Erinnerungsleistung entsprach der von gleichaltrigen Tieren ohne Demenz, so die Forscher.

Die Gedächtnisverluste bei Alzheimer werden auf Schlacken-Proteine im Gehirn zurückgeführt, sogenannte senile Plaques, die zu nicht mehr auflösbaren Knäueln verklumpen. Die Bildung des verdächtigen Plaque-Peptids Beta-Amyloid wird vermutlich durch Koffein eingedämmt. Bereits aufgetretene Alzheimer-typische Demenz hatte sich in der Mäuse-Testgruppe durch die Kaffeegaben sogar rückgängig machen lassen.

Bisher ist die Wirkung von Koffein auf den menschlichen Hirnstoffwechsel aber noch nicht hinreichend erforscht, um die Studienergebnisse verallgemeinern zu können, berichten die Forscher. Eine skandinavische Langzeitstudie zum Kaffeekonsum im Alter hatte aber einen Zusammenhang zwischen Alzheimer und niedrigem Koffeinkonsum nahegelegt.

Weiterführende Links:

Studie: Kaffee senkt Alzheimer-Risiko
Kaffee: Krankmacher oder Allheilmittel

Aus dem Netz:

Das Exzellenzcluster Biowissenschaften NRW erklärt das Zusammenspiel der Proteine, die senile Plaques im Gehirn entstehen lassen

kat/news.de/dpa

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