Von Rainer Kayser
Astronomen hatten es zwar schon vermutet, nur der Beleg stand noch aus: Auf dem Saturnmond Enceladus soll es einen Ozean aus Wasser geben. Vulkane stoßen salzige Eispartikeln aus, die wahrscheinlich gefrorene Meerwassertröpfchen sind.
Unter der Eiskruste des kleinen Saturnmondes Enceladus muss es einen Ozean geben, der mit Felsgestein in Kontakt steht. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam auf Basis von Messungen der Nasa-Esa-Raumsonde «Cassini» sowie Laborexperimenten am Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation.
In den Fontänen der Eisvulkane am Südpol von Enceladus konnten die Wissenschaftler Salze nachweisen, die ihren Ursprung nur in einem Reservoir aus flüssigem Salzwasser haben können. «Frühere Ergebnisse deuteten bereits auf Wasser hin, das aber inzwischen gefroren sein könnte», sagt Frank Postberg, einer der beteiligten Forscher vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg.
«Doch die nun gefundenen Natriumsalze beweisen, dass flüssiges Wasser auf Enceladus vorhanden sein muss.» Denn beim langsamen Gefrieren von Meerwasser bleibt das Salz im Wasser, während das Eis praktisch salzfrei ist. Die Tröpfchen müssen also beim Ausstoß aus dem Saturnmond plötzlich gefroren sein.
Mit einem Durchmesser von etwa 500 Kilometern zählt Enceladus zu den kleineren Trabanten des Saturns. Doch der kleine Mond ist überraschend aktiv und stößt an seinem Südpol mehrere Fontänen aus Eispartikeln aus, die mehrere hundert Kilometer ins All reichen. Im März 2008 flog «Cassini» durch diese Fontänen hindurch und konnte dabei mit ihren Instrumenten deren Zusammensetzung untersuchen.
In Laborexperimenten haben die Forscher nun auch die Zusammensetzung der Natriumverbindungen in den Eispartikeln rekonstruieren können. Bei einem Anteil von jeweils einem Prozent Natriumchlorid und Natriumcarbonat im Salzwasser stimmen die Ergebnisse der Experimente am besten mit den Messungen der «Cassini» überein.
«Vermutlich versprühen aufsteigende Gasblasen unter einem Vulkanschlot Salzwassertröpfchen, die gefrieren, während sie durch einen Kanal an die Oberfläche transportiert werden», sagt Postberg.
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aro/kat/news.de/wsa