Dresden verliert Welterbe
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Die Waldschlösschenbrücke hat Dresden seinen Welterbetitel gekostet. Sie verschandele das Elbtal so stark, dass es den Titel nicht mehr verdiene, hat die Unesco-Welterbekomission beschlossen. Und damit ihre vor einem Jahr ausgesprochene Warnung wahr gemacht.
Aus Sicht der Unesco wird die Brücke, auf der eine vierspurige Autobahn über die Elbe führen soll, das Tal irreversibel zerschneiden und die Kulturlandschaft mit ihren Flussauen zerstören. Die Entscheidung hat das Unesco-Welterbekomitee nach längerer Beratung bei seiner Sitzung im spanischen Sevilla getroffen.
Damit erkennt die Welterbekomission zum ersten Mal einer Kulturstätte das begehrte Gütesiegel der UN-Kulturorganisation ab. Dem Welterbekomitee gehören Vertreter aus 21 Ländern an, Deutschland ist derzeit nicht darunter. Die Entscheidung in Sevilla fiel mit 14 zu 5 Stimmen bei zwei ungültigen Stimmen.
Sie war ursprünglich für Mittwoch erwartet, aber aufgrund von Verzögerungen bei den Beratungen verschoben worden. Am Vormittag dann hatte Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) eine Minute Redezeit bekommen. Die von der Stadt angestrebte Vertagung des Votums bis nach Vollendung des Bauprojekts hatte das Gremium abgelehnt.
Deshalb hatte die UN-Kulturorganisation das Dresdner Elbtal schon 2006 auf die Rote Liste der gefährdeten Welterbe-Stätten gesetzt. 2007 und 2008 gab es Gnadenfristen, zuletzt forderte die Unesco klar einen Tunnel als Alternative. Der Bau der Brücke hatte Ende 2007 begonnen. 2011 soll die Flussquerung befahrbar sein. Eine Aberkennung hat es in der UNESCO-Geschichte bislang erst einmal gegeben, jedoch für eine Naturstätte in Oman.
Wie Orosz erkärte, habe das Komitee allerdings eine Chance auf eine Neubewerbung Dresdens um den Kulturerbestatus eingeräumt. «Das bedeutet, dass das Komitee Dresden für welterbewürdig hält», sagte die Bürgermeisterin. Es sei nun ihre Aufgabe, einen Weg dafür zu finden.
Das Dresdner Elbtal gilt als eine Kulturlandschaft von einzigartigem Wert, auf deren Erhalt die Menschheit nach Ansicht der Unesco ein Anrecht hat. Die 19,3 Quadratkilometer große Fläche vereint den Fortschritt eines städtischen Ballungsraumes mit dem Erhalt einer Landschaft voller Kulturschätze sowie Schutzgebieten für die Umwelt. Das Dresdner Elbtal beherbergt baulich, historisch und naturkundlich bedeutsame Zeugnisse.
Entlang der Ufer sind auf knapp 20 Kilometern Länge früheste Siedlungsspuren und Gräberfelder der Bronze- und Eisenzeit zu finden. Ebenso gibt es mittelalterliche Dorfkerne, Festungsanlagen aus der Renaissance, Barock- und Residenzbauten des 19. Jahrhunderts, Villenquartiere der Gründerzeit, Zeugnisse des stadtnahen Weinbaus sowie Hangwälder und naturbelassene Flussauen.
Weiterführende Links:
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Dresdens Welterbe: «Da ist einiges schiefgelaufen»
Seit knapp 100 Jahren ist im Bereich Waldschlößchen eine Brücke geplant.Selbst in der DDR war man 1989 mit den Feinplanungen für eine Brücke an dieser Stelle beschäftigt.Und wer tagtäglich im Bereich Blaues Wunder sich Stop and Go über die Elbe quält,der wünscht sich dringend eine neue Brücke.Ganz abgesehen davon,das die Albertbrücke dringend saniert werden muss und das Blaue Wunder auch nur noch zeitlich begrenzt genutzt werden kann.Der Weltkulturerbetitel bringt mich nicht über die Elbe.
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