Erneut ist die Entscheidung, ob das Dresdner Elbtal seinen Welterbestatus behalten darf, vertagt worden. Die Unesco-Kommission hat sich in ihren Beratungen bislang auf keinen Konsens einigen können.
Das in Sevilla tagende Welterbekomitee der UNESCO wird nun erst am Donnerstag über eine mögliche Aberkennung des Titels beraten, wie der Sprecher der deutschen UNESCO-Kommission, Dieter Offenhäußer, am Mittwochabend sagte. Ursprünglich sollte die Entscheidung bereits am Dienstag fallen, wurde dann aber auf Mittwoch verschoben.
Die Beratungen über andere gefährdete Welterbestätten hätten sich nun länger hingezogen als erwartet, hieß es in Sevilla. Das Dresdner Elbtal steht bereits seit drei Jahren auf der Roten Liste der gefährdeten Welterbestätten. Grund ist der Bau der Waldschlößchenbrücke über den Strom, der bereits in vollem Gang ist. Als möglich galten sowohl eine Aberkennung des Welterbetitels als auch die Einsetzung einer Arbeitsgruppe zur nochmaligen Überprüfung des Problems.
Dem Komitee lag eine Beschlussempfehlung des Welterbezentrums in Paris vor, dem Elbtal in Dresden den Titel zu entziehen. Das Bauwerk verschandelt nach Ansicht von Gutachtern eine einzigartige Flusslandschaft an einer besonders sensiblen Stelle. Die vierspurige Autobrücke entsteht in Sichtweite der historischen Altstadt.
Die Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz war nach Sevilla gereist, um darauf hinzuwirken, dass die Entscheidung ein weiteres Mal vertagt wird. Die CDU-Politikerin hoffte weiter auf einen Aufschub bis zur Fertigstellung der Brücke. Erst dann werde sich zeigen, dass die Brücke kein Schandfleck in der Landschaft sei, erklärte sie.
ham/news.de/ap