Deadpool 2: Darum ist Comic-Schandmaul Deadpool so besonders

Antihelden sind in der Filmgeschichte keine Seltenheit. Super-Antihelden der Marke Deadpool aber schon, wie hier gezeigt wird.

Deadpool (Ryan Reynolds) ist ein Meister darin, seinen Mitmenschen auf den Geist zu gehen Bild: Twentieth Century Fox Home Entertainment/spot on news

Unsterblich, tödlich - und absolut nervtötend. Deadpool aus den Marvel-Comics ist mehr Maul- als Superheld. Trotzdem, oder gerade deshalb, erfreut sich der "Söldner mit der großen Klappe" ("The Merc with a Mouth") bei den Fans der Comic-Vorlage größter Beliebtheit. Das bewies schon die erste Kinoverfilmung aus dem Jahr 2016 und dies wird sich höchstwahrscheinlich auch beim zweiten Teil an den Kinokassen zeigen, der am 17. Mai in Deutschland anläuft. Doch was unterscheidet den rotgekleideten Frechdachs von den Avengers oder den X-Men?

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Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Zugegeben, gerade die Marvel-Helden haben im Vergleich zu den Recken der ungleich düstereren DC-Comics recht viel zu lachen. Wenn sie nicht gerade wie zuletzt von Thanos in "Infinity War" aufgerieben werden. Doch kein Mitglied der "Avengers", nicht einmal der Exzentriker Tony Stark (Robert Downey Jr., 53), kann mit dem pechschwarzen Humor von Deadpool mithalten. Mit einer infantilen Heiterkeit knallt dieser seine Widersacher über den Haufen, nur um sich kurz darauf auch noch über deren Ableben lustig zu machen. Da ist es kein Wunder, dass der erste Teil hierzulande erst ab 18 Jahren freigegeben war - wie noch kein anderer Marvel-Film zuvor. Und auch "Deadpool 2" ist nur für Erwachsene.

Sex-Appeal gleich Null

Ob Playboy-Milliardär Stark, der nordische Muskelprotz Thor (Chris Hemsworth, 34) oder die laszive Black Widow (Scarlett Johansson, 33) - während die Avengers die Welt retten, sehen sie grundsätzlich verdammt gut dabei aus. Nun wurde mit Ryan Reynolds (41) zwar auch kein hässliches Entlein für die Rolle des Deadpool engagiert, 2010 wurde der Mime schließlich zum Sexiest Man Alive gekürt. Doch von diesem Sex-Appeal haben ihm die Maskenbilder des Streifens nicht viel übrig gelassen. Sein Körper ist von oben bis unten mit Narben übersät, die Rübe ist kahl und nicht minder entstellt. Eine Figur im Trailer von Teil eins drückte Deadpools Aussehen mit der gebührenden Offenheit aus: "Du siehst aus, als hätte eine Avocado Sex mit einer noch älteren Avocado gehabt." Im Rennen um die "Sexiest Fruit Alive" ist Reynolds also noch.

Gestatten, der Antiheld

Durch die psychischen Probleme, seine Unberechenbarkeit und sein Aussehen ist Deadpool definitiv nicht der klassische Kino-Held. Menschen in Not rennen wohl eher vor ihm davon als ihn um Hilfe zu bitten. Auch wenn der Söldner hinter all den Unzulänglichkeiten ein aufrechtes Herz verbirgt, zum Avengers- oder X-Men-tauglichen Teamplayer macht ihn das noch lange nicht. Der Eigenbrötler ist viel lieber alleine und kann seine Freunde quasi an einem Finger abzählen. Zusammenraufen muss er sich vor allem im zweiten Teil aber dennoch mit einer ungewöhnlichen Heldentruppe.

Nur nicht den Kopf verlieren

Dieser Ratschlag ist für Deadpool eigentlich egal. Denn der Comic-Held verfügt nach einer Spezialbehandlung über unglaubliche Selbstheilungskräfte. Sogar abhanden gekommene Gliedmaßen kann Deadpool ohne großes Aufheben regenerieren. Am ehesten ist seine Form der Unsterblichkeit mit der von Wolverine zu vergleichen, der sich ebenfalls blitzschnell regenerieren kann. Und selbst der Hirntumor, unter dem er leidet, hält noch etwas Gutes für ihn in petto: Durch die Erkrankung ist er immun gegen Telepathie - bei ihm gibt es also nichts zu holen, Professor X!

Welche vierte Wand?

Die größte Besonderheit von Deadpool ist aber die Art, wie er mit dem Zuschauer kommuniziert. Schon im Comic reißt er ein ums andere Mal die vierte Wand zwischen sich und dem Publikum ein und spricht die Leser direkt an. Diese Meta-Ebene ist auch im Umgang mit den anderen Charakteren allzu deutlich. Deadpool weiß, dass er nur eine Comic-Figur ist und versucht, auch die anderen Figuren darüber aufzuklären - natürlich ohne Erfolg, schließlich hält in die ganze Welt für wahnsinnig.

Im Auftakt der Film-Adaption gab Reynolds bereits viele Kostproben von dieser Form der Selbstreflexion. Etwa, als er kurz davor war, seine Persona Deadpool zu werden und die Ärzte anflehte: "Bitte macht meinen Superhelden-Anzug nicht grün - oder animiert!" Damit spielte er natürlich auf seine einstige Rolle als "Green Lantern" an, die von Zuschauern und Kritikern gleichermaßen komplett zerrissen wurde. Im neuen Teil spoilert er dagegen in der ersten Einstellung mal eben das Ende vom Comic-Kollegen "Logan" oder kritisiert die eigenen Drehbuchautoren für schlechte Story-Wendungen.

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