Kinostart: "The Killing of a Sacred Deer": Düster und rätselhaft

Mit "The Killing of a Sacred Deer" liefert der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos einen düsteren und rätselhaften Rache-Thriller ab.

Nicole Kidman und Colin Farrell spielen das Ehepaar Anna und Steven Murphy in "The Killing of a Sacred Deer" Bild: Alamode Film/spot on news

Nach seinem Kritikererfolg "The Lobster - Eine unkonventionelle Liebesgeschichte" aus dem Jahr 2015 kommt am 28. Dezember der neue Film des griechischen Regisseurs Yorgos Lanthimos (44) in die deutschen Kinos: "The Killing of a Sacred Deer". Worum geht es in dem Rache-Thriller mit dem ungewöhnlichen Titel? Wer spielt mit? Und wie kommt der Film bei den Kritikern an? Wir haben die Antworten.

Ein Teenager mischt eine Familie auf

Herzchirurg Steven (Colin Farrell) und seine Frau, Augenärztin Anna (Nicole Kidman), führen ein Bilderbuchleben. Mit ihren beiden Kindern Bob (Sunny Suljic) und Kim (Raffey Cassidy) wohnen sie in einem schönen Haus in einem Nobelvorort von Cincinnati. Die perfekte Familienidylle, bis der 16-jährige Halbwaise Martin (Barry Keoghan) auftaucht. Steven kümmerte sich bisher heimlich um den Jungen, da Martins Vater sein Patient war. Eines Tages stellt er Martin seiner Familie vor. Er macht einen guten Eindruck, doch das Unheil nimmt seinen Lauf.

Es kommt heraus, dass Martin Steven offenbar mit seiner Mutter (Alicia Silverstone) verkuppeln will. Nach einem peinlichen Zwischenfall bricht der Herzchirurg den Kontakt zu dem Jungen ab. Doch Martin will das nicht hinnehmen, er terrorisiert Steven förmlich, lauert ihm sogar auf. Es kommt noch schlimmer: Stevens Kinder können plötzlich ihre Beine nicht mehr bewegen. Woher kommt diese mysteriöse Lähmung? Ehefrau Anna wird misstrauisch. Hat Martin etwas damit zu tun? Und was ist wirklich mit seinem Vater passiert?

"Nicole Kidman ist besser als je zuvor"

Für Colin Farrell (41) ist es bereits die zweite Zusammenarbeit mit Yorgos Lanthimos. "Collin Farrell ist genauso großartig wie in Lanthimos' letztem Werk 'The Lobster'", schrieb "The Independet" über die Performance des gebürtigen Iren. Auch für die Darbietung von Oscar-Gewinnerin Nicole Kidman (50) gab es viel Lob: "Nicole Kidman ist besser als je zuvor", urteilte "The Hollywood Reporter". Regisseur Yorgos Lanthimos gewann für sein Werk bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes im Jahr 2017 die Auszeichnung für das "Beste Drehbuch".

Der junge irische Schauspieler Barry Keoghan (25) war 2017 bereits im Kriegsdrama "Dunkirk" zu sehen. "Für den Darsteller des Teenagers haben wir Hunderte Kandidaten angeschaut, bis wir schließlich mit Barry Keoghan die perfekte Besetzung fanden - ich weiß nicht, wie der Film ohne ihn geworden wäre", so Lanthimos im Interview mit der "Frankfurter Neue Presse". "Clueless"-Star Alicia Silverstone (41) überrascht zudem in einer Nebenrolle. Sowohl der Filmtitel (Dt. "Die Tötung eines heiligen Hirsches") als auch die Thematik um Schuld und Sühne spielen auf griechische Tragödien an.

Der Mythos der Iphigenie wird als Referenz verwendet: König Agamemnon hat im heiligen Hain von Artemis, der Göttin der Jagd, einen Hirsch erlegt. Ein Seher weissagt ihm, dass er seine älteste Tochter Iphigenie opfern muss, um die Göttin zu besänftigen. Geplant war dies jedoch nicht, wie Yorgos Lanthimos im Presseheft zum Film erklärt: "Die Mythen haben uns zwar nicht zu 'The Killing of a Sacred Deer' inspiriert, aber bei der Arbeit am Drehbuch erkannten wir selbst die Parallelen und verfolgten sie weiter. Ist es nicht interessant, dass die Themen, mit denen wir uns auseinandersetzen, so alt sind? Sie sind ewig."

"'The Killing of a Sacred Deer' ist eindrucksvoll, einmalig und seltsam, jedoch auch eisig, unnahbar und zu enigmatisch", lautete das Fazit von "Entertainment Weekly". "Ein Muss für jeden, der sich für mutiges Filmemachen interessiert. Der griechische Regisseur zementiert damit seine Position als einer der interessantesten zeitgenössischen Filmemacher der Welt", heißt es bei "The Hollywood Reporter". "The Killing of a Sacred Deer" ist demnach keine leichte Kost, aber durchaus einen Besuch im Kino wert.

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