Jessica Schwarz: So offen spricht sie über den Tod ihres Vaters

Könnte Jessica Schwarz wie in ihrem neuen Film die Zeit zurückdrehen, würde sie ihren Vater zur Darmkrebsvorsorge schicken, verrät sie im Interview. Er verstarb im Januar kurz nach der Diagnose.

Jessica Schwarz als Kati in "Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner". Bild: © NFP, 2017 (Christoph Assmann)

Schauspielerin Jessica Schwarz (40, "Die Tür") ist ab dem 13. Juli in der Komödie "Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner" im Kino zu sehen. Ein Film, der zum Lachen, aber auch zum Nachdenken anregt. Würde man selbst in die Vergangenheit reisen, um sein Leben zu verändern oder um Dinge zu verhindern? Schwarz würde die Zeit gerne zurückdrehen. Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news spricht sie über den überraschenden Tod ihres Vaters und wie sich ihre Einstellung zum Leben seit ihrem 40. Geburtstag verändert hat.

Frau Schwarz, Ihre Figur Kati erhält in "Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner" die Chance, in die Vergangenheit zurückzureisen und in Ihrem Leben etwas zu verändern. Würden Sie das selbst auch gerne tun?

Jessica Schwarz: Ja, das würde ich tatsächlich gerne, obwohl ich weiß, dass das auch nach hinten losgehen kann. Das zeigt der Film ja auch. Aber ich würde meinen Vater zur Darmkrebsvorsorge schicken, was ich übrigens allen Männern über 50 Jahren dringend ans Herz legen möchte. Mein Papa ist im Januar kurz nach der Diagnose verstorben und das hätte mit einer Vorsorgeuntersuchung vielleicht verhindert werden können. Aber daran hat niemand von uns in der Familie gedacht und wir waren auch nicht auf so etwas eingestellt. Vielleicht kann ich nun ein paar Leute erreichen und darauf aufmerksam machen. Ich wünschte, mir hätte das vor ein paar Jahren jemand gesagt. Wir hatten zwar die Möglichkeit uns noch von ihm zu verabschieden und das sind sehr intensive und schmerzhafte Momente, aber ich stelle es mir noch härter vor, wenn man das gar nicht mehr kann. So ging es mir mit einer Freundin, die vor fast einem Jahr verstorben ist. Ich hatte ihren Wunsch respektiert, dass sie niemanden mehr sehen wollte. Doch ich hätte gerne noch einmal die Möglichkeit, sie einfach in den Arm zu nehmen.

Leider geht das Leben im Gegensatz zum Film einfach weiter.

Jessica Schwarz: Das ist schon verrückt. Ich bin vor kurzem 40 geworden und denke, Wahnsinn, wahrscheinlich habe ich jetzt noch eine genauso lange Zeit vor mir ohne meinen Vater, wie ich sie mit ihm hatte. Das kommt mir unfassbar lange vor.

Gemeinsame Zeit ist oft das beste Geschenk.

Jessica Schwarz: Das stimmt. Ich kann von Glück reden, dass ich auch ein sehr inniges Verhältnis zu meiner Familie habe. Wir schätzen uns alle sehr, haben uns lieb und reden immer über alles. Wir haben unfassbar viel Zeit miteinander verbracht bei gemeinsamen Ausflügen und Familienurlauben. Wir haben zu Hause den Restaurant- und Hotelbetrieb und sind dort immer umgeben von vielen Menschen, so dass wir diese Familienzeit als fantastische Auszeit genossen haben. Da gab es nur uns und unsere verrückten Ideen. Das ist sehr schön, wenn man so ein intensives Familienleben hat.

Reflektieren Sie seit Ihrem Geburtstag mehr über Ihr Leben?

Jessica Schwarz: Ich bin erst gar nicht wirklich dazugekommen, da so viel Bewegendes in meinem Leben passiert. Ich dachte nur, ach, die 40, das ist jetzt egal. Deswegen gab es auch keine große Feier, wie ursprünglich geplant, sondern ich habe nur mit meiner Familie und meinen besten Freunden gefeiert. Das war sehr schön und intensiv, aber ich habe keine Sekunde darüber nachgedacht, dass ich nun 40 werde. Das kam erst drei Tage später, wie ein Hammerschlag. (lacht) Da kam einiges zusammen, auch zwei Casting-Absagen, und ich musste mich erstmal neu sortieren, um das alles zu verstehen. Es hat auf jeden Fall etwas mit mir gemacht, was ich so nicht vermutet hätte.

Und wie fühlen Sie sich jetzt?

Jessica Schwarz: Es geht mir sehr gut damit. Es ist jetzt das zweite Jahrzehnt, das ich rückblickend richtig reflektieren kann. Von 20 auf 30 und von 30 auf 40, da merke ich die Unterschiede und wie ich mich verändert habe. Ich freue mich auf das, was noch alles kommt. Ich verspüre eine Form der Gelassenheit und ruhe mehr in mir, so dass ich alles nun noch kraftvoller angehen kann.

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