Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 03.02.2016, 20.48 Uhr

The Hateful Eight - Interview: Kurt Russell findet Bärte abscheulich

Schauspiellegende Kurt Russell spielt in "The Hateful Eight" den Henkersmann John Ruth. Im Interview sprach er mit news.de über störende Gesichtsbehaarung, Quentin Tarantino und die Einstellung zum Waffengebrauch.

Im Western fühlt er sich geborgen: Kurt Russel bei der Premiere zu "The Hateful 8" in Berlin. Bild: Universum Film

Seit dem 28. Januar 2016 läuft "The Hateful 8" in den deutschen Kinos. Während er sich in den USA direkt an die Spitze katapultierte, schafft er es hierzulande nicht an dem hexerischen Kinofilm "Bibo und Tina 3" vorbei.

Einer der Hauptakteure des achten Films von Quentin Tarantino ist Kurt Russell. Der mittlerweile 64-jährige Schauspieler gelangte zu Weltruhm mit dem Film "Die Klapperschlange" von 1981. Mit Tarantino arbeitet er - nach "Death Proof" - bereits das zweite Mal zusammen. News.de-Redakteurin Susett Queisert traf Kurt Russell zu einem kurzen Stelldichein.

So lief die "The Hateful 8"-Premiere in Berlin

Sie tragen jetzt keinen Bart mehr. Wie war es, den nach so langer Zeit abzurasieren?

Kurt Russell: Großartig. "Bone Tomahawk" hat ein Jahr vor den Dreharbeiten zu "The Hateful 8" angefangen, so ließ ich ihn einfach wachsen. Direkt danach fing die Lesung von "The Hateful 8" an, so beließ ich es einfach dabei. Also ungefähr anderthalb Jahre trug ich nun Bart und verdammt, ich hasste es. Ich bin kein Fan von Bärten – und meine Frau auch nicht.

Als John "der Henker" Ruth hält er die von Jennifer Jason Leigh gespielte Daisy Domergue den ganzen Film über in Ketten. Bild: Universum Film

Machte es nicht auch das Küssen schwierig?

Russell: Ja, tat es. Es ist nicht sehr attraktiv. Aber ich lernte etwas über Frauen: Es gibt die, die Gesichtsbehaarung mögen und die, die sie nicht mögen. Ich bin mit denen, die es nicht mögen.

Es ist bereits die zweite Zusammenarbeit von Ihnen und Quentin Tarantino. Das erste Mal drehten Sie zusammen für "Death Proof". Haben Sie irgendwelche Unterschiede zum Dreh vor 9 Jahren am Set gemerkt?

Russell: Ja, es gibt ein paar Unterschiede. Ich meine, er ist, wer er ist, und man weiß, es macht Spaß mit ihm zu drehen. Dieser Film war mehr ein Drehbuch, als hätte er ein Kammerspiel geschrieben... Ich denke, Quentin war fokussierter bei "The Hateful 8". Es gibt nur eine Hand voll Regisseure, bei denen man sich als Schauspieler denkt, mit denen möchte während ihrer Glanzzeit zusammenarbeiten. Mit Tarantino zu arbeiten ist das eine, mit ihm auf seinem Höhepunkt zu arbeiten etwas ganz anderes. Und er ist gerade auf seinem Zenit. Damals war es einfach noch nicht seine Zeit.

"Bone Tomahawk" mit Kurt Russel - erhältlich auf Blu-ray und DVD

Sie sind schon lange Zeit im Geschäft. Haben Sie daher irgendwelchen Einfluss auf die Arbeit mit Regisseuren wie Tarantino?

Russell: Nun, es gibt viele, die ich bewundere: John Carpenter, Mike Nichols, Ron Howard, Robert Zemeckis. Aber die meisten Regisseure, mit denen ich gearbeitet hatte, hatten gerade ein oder zwei Filme gemacht, bevor ich mit Ihnen zusammen kam. Es macht viel mehr Spaß, als Schauspieler mit einem großartigen Regisseur zusammenzuarbeiten, als mit jemand, bei dem man versucht, den Film so gut zu machen wie es eben geht. Das ist der Unterschied. Wenn man die Möglichkeit bekommt, mit Menschen zu arbeiten, die wirklich gut in ihrem Job sind, kann man sich zurücklehnen und die Arbeit genießen. Tarantino weiß nicht unbedingt, was er tut, er weiß aber, welches Gefühl rüber kommen soll, und er drehte viele Sachen, die er letztlich gar nicht nutzte. Dahingehend ist er sehr unnachgiebig.

FOTOS: Quentin Tarantino Kein Film ohne diese Stars
zurück Weiter Quentin Tarantino: Kein Film ohne diese Stars (Foto) Foto: DFree / Shutterstock.com/spot on news Kamera

Tarantinos Filme sind ja bekannt für den Kugelhagel. Wie stehen Sie zu Waffen und der Reglementierung des Waffengesetzes?

Russell: Wenn man denkt, Waffenkontrolle würde die Ansicht von Terroristen ändern, kann ich darauf echt nichts antworten.

Quentin Tarantino im Interview mit news.de - Sex, Hass und jede Menge Kunstblut

Wie würden Sie sich verteidigen, wenn Sie keine Möglichkeit hätten, eine Waffe bei sich zu führen? Haben Sie andere Techniken drauf, mit denen Sie eine Angreifer abwehren könnten?

Russell: Nein, das ist eben der Punkt. Ich erinnere mich, als dieser Zarnajew-Typ in Bosten seinen Anschlag verübte. Der Typ war 48 Stunden auf freiem Fuß. Stellen Sie sich vor, er würde in Ihrer Gegend umherlaufen. Damals in den 70ern bin ich gerade nach Aspen gezogen und Ted Bundy (Anm.d.Red.: amerikanischer Serienmörder) tötete 28 Frauen. Er war im lokalen Gefängnis in Aspen eingesperrt und ich habe mein Haus geradezu verrammelt. Er brach aus und streunerte eine Woche draußen rum. Und in der Woche bewaffnete sich jeder mit dem, was er kriegen konnte. Man wollte diesen Typ ja nicht in seinem Haus vorfinden. In solchen Situationen stehe ich hinter den Menschen, die sagen, sie brauchen diese Art des Schutzes in Form von Waffen.

Vielen Dank für das Interview.

"The Hateful Eight" läuft seit dem 28. Januar 2016 in den deutschen Kinos.

VIDEO: The Hateful 8 - Trailer (Deutsch) HD

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qus/news.de

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