Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 04.06.2015, 10.00 Uhr

Melissa McCarthy: "Ich kann auch ernst und dramatisch sein!"

"Brautalarm" und "Taffe Mädels" machten Melissa McCarthy weltbekannt. In der neuen Spionage-Komödie "Spy - Susan Cooper Undercover" spielt sie eine eingerostete Agentin mit Selbstzweifeln, die den Verkauf einer Atombombe verhindern muss.

"Spy - Susan Cooper Undercover" ist der neue Film mit Hollywood-Liebling Melissa McCarthy. Die 44-jährige war mit ihrem Kollegen Jason Statham und Regisseur Paul Feig in Berlin zu Gast, um ihren neuen Film vorzustellen. News.de-Redakteurin Susett Queisert traf die quirlige 1,57 Meter große Schauspielerin und sprach mit ihr über ihren Erfolg, die Schwierigkeiten beim Dreh mit Jason Statham und den neuen "Ghostbusters"-Film.

Man sagt sich, Sie hätten sich über die Jahre nicht verändert. Wie schwierig ist es, sich aufgrund des Erfolges, den Sie feiern, nicht selbst zu verlieren?

Melissa McCarthy: Ich denke, ich bin noch die gleiche wie früher. Mein 20 Jahre jüngeres Ich würde dies wohl nicht denken. Aber über die Jahre arbeitete ich konstant an mir, hatte sehr oft eine Hauptjob und viele kleinere Jobs während der ganzen Schauspielentwicklung. Ich denke, ich hatte auch einfach Glück, dass man mir diese Möglichkeiten bot. Zudem habe ich einen tollen Mann und tolle Kinder. Ich denke, gerade Kinder bringen einen immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Man ist viel zu müde um sich zu ändern (lacht). Außerdem arbeite ich gern mit Menschen zusammen, die ich mag. Ich arbeite viel mit Paul (Anm.d.R.: Feige, der Regisseur des Films) und mit meinem Mann (Ben Falcone), die beide versuchen, einfach Spaß bei der Arbeit zu haben. Ich denke wirklich, gerade deswegen habe ich mich nicht geändert.

Melissa McCarthy ist dick im Geschäft. In Berlin machte sie Halt, um ihren neuen Film "Spy - Susan Cooper Undercover" zu promoten. Bild: © 2015 Twentieth Century Fox

In "Brautalarm" spielten Sie noch eine Nebenrolle, mittlerweile ergattern Sie sich viele Hauptrollen in Komödien. Ist dies nicht harte Arbeit?

McCarthy: Es ist wirklich harte Arbeit, aber ich mag sie. Ich will arbeiten, egal ob in einem kleinen Theater oder am Set eines Megablockbusters. Es war gut, dass sich die Dinge so entwickelten, dass ich nicht meine anderen drei Jobs auch noch machen muss. Mittlerweile kann ich mir Rollen aussuchen und habe auch viel Einfluss auf meine Charaktere.

Was waren denn die anderen drei Jobs, die Sie erwähnten?

McCarthy: Unter anderem war ich beim Telemarketing, wo wir zu siebt in einem Hotelzimmer saßen, jeder bekam ein Telefonbuch und fing bei einem anderen Buchstaben an. Dabei habe ich auch noch Fotopakete verkauft, die wollte sowieso niemand haben. Und ich habe viele Babies gesittet, was ich wirklich mochte. Und in zahlreichen Restaurants habe ich auch noch gearbeitet, auch in einem Starbucks. Ich hatte schon immer zwei, drei Jobs, die mich über Wasser hielten.

Ihre Nonnen gaben Melissa Mut!

Mit der Schauspielkarriere hat sich für Sie sozusagen ein Traum erfüllt, anders als bei Susan Cooper, die von ihrer Mutter stets ausgebremst wurde.

McCarthy: Oh ja. Regisseur Paul Feig rief ständig grauenvolle, unmotivierende Sätze von "meiner Mutter", dass ich sprichwörtlich am Ende da stand und sagte, "Ich kann nicht!" (lacht). Wir lachten alle sehr über diese Aussagen. Aber deshalb mag ich Susan auch so. Sie wird unterschätzt und verkannt, und ich denke, viele Menschen sind wie sie. Ich wollte unbedingt jemanden spielen, der zunächst so zurückgewiesen wird. Sie denkt, sie ist der Mensch, den andere Leute ihr andichten, und am Ende sieht man, sie selbstbewusst sie wird, weil sie an sich selbst glaubt.

VIDEO: Spy Susan Cooper Undercover - Trailer 2 (Deutsch) HD

Sie spielten über sieben Staffel die exzentrischen Köchin Sookie St.James in "Gilmore Girls". Wie sehr beeinflusste diese Rolle Ihre weiteren Filme und den aktuellen Kinofilm?

McCarthy: Ich liebe diesen Charakter wirklich, es war mein erster Job – und dann ging der auch noch sieben Jahre. Ich mochte die Serie wirklich, auch wenn ich verdammt viele Dialoge sprechen musste. Aber er vermittelte mir eine gute Arbeitsmoral, auch wenn diese vorher schon gut war. Wir mussten wirklich Wort für Wort korrekt sein. Dieser Job ließ mich wirklich gut für die darauf folgenden Rollen vorbereitet sein.

In "Mike & Molly" sind Sie nach wie vor involviert. Wie vereinbart sich die Arbeit bei der Serie mit Ihren Kinoaufträgen?

McCarthy: Die Leute von "Mike & Molly" sind wirklich süß, sie ließen mich für meinen zweiten Film mit meinem Ehemann eher vom Set. Und dann kam wieder ein Film, da mussten wir sie auch freundlich bitten, einen Monat später zu starten. Es ist wirklich knifflig, da sich alles wegen mir verzögert, aber sie sind wirklich toll und ermöglichen mir meine Filmkarriere. Am Set und bei den Leute bei "Mike & Molly" fühle ich mich wie zuhause, auch, weil die Kinder zu Kinodrehs nicht immer mitkommen können.

Also mussten Sie "Ghostbusters" in den Sommerferien abdrehen?

McCarthy: Wir gingen alle nach Atlanta, auch mein Mann und meine Kinder, nur der Hund nicht, der ist schon zu alt. Jetzt bin ich auf Pressetour für "Spy – Susan Cooper Undercover". Dann kommt "Ghostbusters" und danach geht's direkt mit "Mike & Molly" weiter.

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