Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 02.06.2015, 23.02 Uhr

Rick Kavanian: Der deutsche Italoschleimbolzen

Die neue Agenten-Komödie "Spy - Susan Cooper Undercover" nimmt die Spionagefilme aufs Korn. Selbstverständlich ist auch ein klischeehafter Italiener am Start, der im Deutschen von Comedian Rick Kavanian synchronisiert wird.

In "Spy - Susan Cooper Undercover" wird die Schreibtisch-Spionin Susan Cooper (Melissa McCarthy) in den Außendienst versetzt, um den Verkauf einer Nuklearbombe zu verhindern. Dass dies der eingerosteten Agentin schwer fällt, scheint da vorprogrammiert. Ihr zu Hilfe steht der italienische Agent Aldo, der im Deutschen von Rick Kavanian synchronisiert wird. News.de-Redakteurin Susett Queisert traf den Comedian in Berlin zu Interview und sprach mit ihm über seine Synchronrolle, die Spionage und künftige Projekte.

Sie synchronisieren im Film "Spy – Susan Cooper Undercover" den Agenten Aldo, einen quirligen Casanova-Agenten. Wer hatte die Idee dazu, dass Sie diese Rolle sprechen durften?

Rick Kavanian: Es war angeblich die Idee vom Chef von 20th Century Fox, Vincent de La Tour. Der hat den Film gesehen und gemeint, ich soll die Rolle einsprechen. Und ich hab mich natürlich tierisch gefreut. Ich weiß natürlich nicht, ob das der Wahrheit entspricht, aber ich hab mich gefreut und wir haben beim Synchronisieren viel gelacht.

Und wie lange haben Sie trotz der Lachflashs im Tonstudio verbracht?

Kavanian: Einen Tag, mehr nicht.

Aldo ist ja sozusagen der Vorzeigeitaliener schlechthin. Wie viel Aldo steckt denn so in einem Rick Kavanian?

Kavanian: Das kann ich gar nicht direkt sagen. Ich finde das, was er macht, ist sehr komisch und klischeehaft. Und dabei ist er voller Überzeugung – so bin ich definitiv nicht. Ich bin eher sehr zurückhaltend.

Aldo übertreibt in seinem ganzen Verhalten so extrem, dass er fast schon den Anschein einer Karikatur oder gar eines animierten Charakters hat. Haben Sie dies auch so aufgefasst?

Kavanian: Er hat wirklich ganz schön auf die Kacke! Als er allerdings mit Susan Cooper, gespielt von Melissa McCarthy, in eine missliche Lage gerät, nimmt er sich sehr zurück in seiner Art. Als er jedoch beginnt, Susan von ihren Fesseln zu befreien, ist er sofort wieder im alten Muster. Aber es stimmt, er ist in seinem Verhalten stets sehr extrem unterwegs.

Was sagen denn Ihre Freunde und Verwandten zu Ihrer Synchro des Italo-Casanovas?

Kavanian: Ich durfte den Film mit meiner Frau, meinem Schwager und seiner Freundin sehen und meine Frau hat mir ein schönes Kompliment gemacht, in dem sie sagte, sie habe sehr schnell vergessen, dass ich dies synchronisierte. Das ist für mich wirklich das größte Lob, denn ich möchte die Rolle in den Vordergrund stellen, nicht mich. Ich weiß auch nicht, ob man heraushört, dass ich es bin.

Und wie haben Sie sich auf diese Synchronsprecherrolle vorbereitet?

Kavanian: Den Film "Spy – Susan Cooper Undercover" konnte ich vor dem Synchronisieren nicht sehen und habe nur meine Szenen zusammen mit dem Regisseur geguckt. Zudem stand mir ein Italienisch-Coach zur Seite. Er hat mich unterstützt und mir den einen oder anderen Tipp gesagt, dass ich auch authentisch rüberkomme. Selbst spreche ich aber kein Italienisch.

Vielen Schauspielern ist es ja wichtig, wie sie in anderen Ländern synchronisiert werden. War dies bei Ihrer Rolle auch der Fall?

Kavanian: Nein, also gerade bei Komödien muss ich nicht den jeweiligen Schauspieler fragen, ob er mit meiner Synchro einverstanden ist. Jason Statham hat mich jedoch gefragt, wie er so im Deutschen klingt und ich hab ihm nur gesagt, "Du klingst gut, du musst dir keine Sorgen machen." (lacht)

Hatten Sie vielleicht sogar als Kind den Traum, auch einmal Spion oder Detektiv zu werden?

Kavanian: Ich gucke gerne Spionageserien, wie „The Americans". Das finde ich wahnsinnig spannend. Aber es war von mir nie der Wunsch, mal Spion oder so zu werden.

Aber Sie haben sich doch sicher auch mal auf die Pirsch begeben und etwas herausgefunden oder sogar ausspioniert?

Kavanian: Nein, so ein Typ bin ich nicht. Von zuhause habe ich gelernt, dass man seine Nase nicht in andere Menschen Angelegenheiten steckt. Das liegt mir total fern. Ich würde nie das Telefon von jemand anderen abhören oder an der Tür lauschen.

Susan (Melissa McCarthy) und Aldo (Peter Serafinowicz) befinden sich in einer prekären Situation. Bild: Twentieth Century Fox

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