Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 19.01.2015, 12.00 Uhr

Baymax-Special-Week: Diese Zauberer erwecken Baymax zum Leben

Die entscheidende Arbeit in den Walt Disney Animation Studios machen selbstverständlich die Animatoren. Sie entwickeln die Bewegungsabläufe der Charaktere und sind entscheidend für deren Wirkung auf der Leinwand verantwortlich.

Bevor ein Animator mit Arbeiten beginnt, werden Skizzen und Zeichnungen angefertigt, das sogenannte Storyboard, welches Hinweise gibt, wie die Figuren aussehen sollen und wie diese agieren. Auch die Drehbuchautoren geben in ihren Skripts schon erste Hinweise auf die einzelnen Charaktere.

Baymax und Hiro wurden erst durch die Animation von erfahrenen Disney-Animatoren zu wahren Helden. Bild: Walt Disney Pictures

Was zum Teufel macht ein Animator?

Doch was ein Animation Supervisor wie Michael Franceschi eigentlich? Ganz einfach: Er sorgt dafür, dass alle Strukturen und Bewegungen der einzelnen Figuren flüssig und natürlich wirken und die Persönlichkeiten der einzelnen Darsteller perfekt zur Geltung kommt. Diverse Tools helfen dabei, dass sich die Mimik und Gestik mit kleinstem Aufwand anpassen, lassen, egal, ob der Charakter gerade wütend ist, oder lacht.

Bis zu 70 Animatoren arbeiteten an Baymax, um den einzigartigen Charakter und die Persönlichkeit der Figuren herauszustellen. Dabei war eine der großen Herausforderungen, für jeden der sechs Hauptcharaktere einen normalen Streetlook sowie einen Superhelden-Look zu erschaffen. Zudem sollte ein jeder durch einen einzigartigen Actionstil herausstechen.

Der Baby-Pinguin

Doch als wäre dies nicht schon schwer genug, mussten die Animatoren auch noch eine riesige Stadt zum Leben erwecken. Sie erstellten einen männlichen und einen weiblichen Charakter, der nun je nach Haarlänger, Körperform, Hautfarbe etc. angepasst werden konnte. Letztlich war es somit möglich, in einer Einstellung bis zu 6.000 verschiedene Charaktere zu zeigen. Einige Animatoren arbeiteten zudem daran, die einzelnen Figuren zu bewegen, sei es laufend, mit dem Fahrrad fahrend oder Ähnliches, damit die Stadt lebendig wirkt.

VIDEO: 'Baymax - Riesiges Robowabohu'

Was ebenso neu für die Mitarbeiter bei Disney war, ist die Tatsache, dass sie bei der Figur von Baymax alles ganz simpel halten sollten. So kam ein Animator auf Michael Franceschi zu und meinte, er hätte Hiro bereits bearbeitet, aber Baymax nicht angefasst. Michael sah sich die Szenen an und sagte das einzig richtige: «Behalte dies so, nimm nur den Rahmen.» Dies gab Baymax sein rundes, aufgeblasenes Aussehen. Und damit die Kindlichkeit und Naivität von Baymax nochmehr zur Geltung kam, wurden sogar Vorbilder aus dem Tierreich genommen. So ist es nicht verwunderlich, dass Baymax' Laufstil stark nach dem eines tollpatschigen Baby-Pinguins aussieht.

Eine Legende als Inspiration

Eine große Inspirationsquelle für die Animatoren war zudem Lead 2D Animator Mark Henn, eine Legende bei Disney. Er zeichnete unter anderem Prinzessin Jasmine in Aladdin, den kleinen Simba in Der König der Löwen oder auch Mulan im gleichnamigen Film. Henn schaute sich die einzelnen Animationsszenen an und gab Ratschläge, was die Animatoren besser machen konnten. So zeichnete er in diverse Szenen Skizzen und Tipps, die entscheidend dazu beitrugen, dass die Einstellungen realistischer und sogar witziger wirkten.

Aber letztlich war die schwierigste Szene eine ganz simple: Alle Einstellungen mit Baymax, den kein vorheriger animierter Charakter war so einfach konzipiert und machte es den Disney-Animatoren doch so schwer.

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News.de-Redakteurin Susett Queisert war einen Tag im Walt Disney Animation Studio in Burbank/CA zu Gast, um sich die Arbeit für den neuen Disney Animationsfilm Baymax anzuschauen. Hier berichtet sie von allem vor und hinter den Kulissen des neuen Disney-Krachers.

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