Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 12.01.2015, 08.00 Uhr

Baymax-Special-Week: Wie erschafft man eine virtuelle Welt?

Am 22. Januar 2015 kommt Disneys neuestes Animationsmeisterwerk Baymax - Riesiges Robowahbohu in die deutschen Kinos. Doch welche Arbeit steckt eigentlich hinter einem solchen Film? News.de fand es für Sie heraus!

Nach Olaf und seinen Freunden aus Frozen - Die Eiskönigin bringt Walt Disney wieder einen neuen Animationsfilm heraus. Dieses Mal verschlägt es die Akteure nicht in ein Königreich mit frostiger Herrscherin, sondern in die Zukunftsstadt San Fransokyo, in der der junge Hiro Hamada lebt. Dieser kümmert sich nach einem Schicksalsschlag um den aufblasbaren Erste-Hilfe-Roboter Baymax. Zusammen mit ihm und seinen Freunden erlebt Hiro große Abenteuer und sieht sich letztlich dem Mann mit der Kabuki-Maske gegenüber.Hiro und seine Freunde stellen sich dem Widersacher, um letztlich nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Stadt zu retten.

Damit Baymax nicht nur die Katze streicheln, sondern unter anderem auch fliegen kann, war einiges an Effekten notwendig. Bild: Walt Disney Studios

Damit einer Animationsfilm überhaupt ein animierter Film wird, sitzen zahlreiche Mitarbeiter an den Animationen und den Effekten. Bei Baymax waren dies unter anderem Kyle Odermatt, Visual Effects Supervisor, und Nathan Curtis, Effects Production Supervisor. Ersterer ist unter anderem für den kompletten Bildprozess verantwortlich, von der ersten Visualisierung der Ideen bis zur finalen Umsetzung in räumliches 3D.

Technische Herausforderungen

Doch was genau machen visuelle Effekte bei einem Animationsfilm wie Baymax aus? Wichtig zu wissen ist zunächst, dass die Effekte einen großen Einfluss auf die einzelnen Charaktere haben und teilweise sogar mit ihnen verschmelzen. Deutlich wurde dies sehr gut im Oscar-prämierten Kurzfilm Paperman, der gänzlich ohne Dialoge auskommt und nur durch die Animation und die Effekte überzeugt.

Um die kreativen und technischen Herausforderungen der Moderen und der daraus resultierenden immer realistischer werdenden Darstellung der Figuren gerecht zu werden, entwickelten die Walt Disney Animation Studios eine neue Rendering Software namens Hyperion, welche noch genauere Arbeiten an der Grafik zuließ.

Um den Anforderungen gerecht zu werden wurde auch die Anzahl der für die Effekte arbeitenden Animatoren aufgestockt. Waren es bei Rapunzel - Neu verföhnt noch gerade einmal 13, wurde die Anzahl bei Ralph Reichts und Die Eisköniging auf 31 beziehungsweise 35 mehr als verdoppelt. Für Baymax - Riesiges Robowabohu kamen noch einmal Animatoren hinzu, so dass sich allein 40 Mitarbeiter nur mit den Effekten des neuen Disney-Krachers beschäftigten.

Eine Übersicht zeigt, wie die Anzahl der für die Effekte zuständigen Grafiker während verschiedener Disney Animationsfilme gestiegen ist. Bild: Walt Disney Animation Studios

Von der Ameise zum Mikrobot

Vor eine besondere Aufgabe wurden die Animatoren bei der Erschaffung der Mikrobots gestellt. Diese kleinen Miniroboter erfindet Hiro im Film Baymax und stellt diese auf einem Wissenschaftswettbewerb aus. Die Miniroboter können mittels Hirnströmen und deren Übertragung jede Form annehmen, die man möchte beziehungsweise sich erdenkt. Logisch, dass diese Technologie schnell Neider anlockt, so dass Hiros Erfindung letztlich vom Mann mit der Kabuki-Maske geklaut und für seine eigenen Zwecke missbraucht wird.

Damit diese Mikrobots eben dieser Aufgabe gewachsen sind, machten sich die Effekt-Animatoren Gedanken, welche Referenz man nehmen könnte, um eine naturnahe Aktion der Mikrobots zu garantieren. Die Lösung war relativ einfach: Ameisen. Diese bilden ebenfalls Strukturen, wenn sie gemeinsam agieren, genau so wie es die Mikrobots machen sollen. So studierten die Animatoren die Wirkungsweise von Ameisen in der Gruppe und allein und erschufen daraufhin die Mikrobots mit all ihren Eigenheiten in der Bewegung.

VIDEO: 'Baymax - Riesiges Robowabohu'

Aber auch an Hiros Freunden hatten die Effekt Animatoren gut zu tun. Damit Fred mit Feuer hantieren, Wasabi Laserwaffen benutzen, Honey Lemon Farbälle werfen und Go Go Tomago mit leuchtenden Rädern fahren konnte, waren allein zwei Jahre Arbeit notwendig. Und alles nur allein für die Effekte!

MORGEN: Die neue Renderin-Software Hyperion ist der Mercedes unter den Grafikprogrammen.

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News.de-Redakteurin Susett Queisert war einen Tag im Walt Disney Animation Studio in Burbank/CA zu Gast, um sich die Arbeit für den neuen Disney Animationsfilm Baymax anzuschauen. Eine ganze Woche berichtet sie von allem vor und hinter den Kulissen des neuen Disney-Krachers.

qus/news.de

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