Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 25.12.2014, 11.38 Uhr

Eddie Redmayne: Stephen Hawking ist alles andere als eine tragische Figur

Hat sich Ihre Lebenseinstellung durch den Film geändert?

Redmayne: Stephen und seiner Frau Jane wurden damals viele Steine in den Weg gelegt, dennoch ließen sie sich davon nicht unterkriegen. Es liegt in der Natur des Menschen, Hindernisse zu überwinden. Wir müssen uns bewusst sein, dass wir nur dieses eine Leben haben und jede Sekunde dieses Lebens genießen müssen. Ich gehörte vorher zu den Menschen, die ängstlich vor jedem alltäglichen und banalen Problem standen.

Sie meinten einmal, Sie fänden Angst inspirierend. Wie ist dies gemeint?

Redmayne: Ich weiß nicht, ob ‹inspirierend› hierfür das richtige Wort ist. Es ist eher elektrisierend. Der Film ist ein mächtiges Instrument, und ich glaube, selbst wenn die Handlung des Films fiktiv wäre, würde man sie glauben. Es lag in unserer Verantwortung, diese hochsensible Geschichte wahrheitsgemäß zu erzählen, auch gegenüber seiner Familie. Und genau dieser Druck bringt die Anspannung mit sich. Daher denke ich eher, dass diese Angst nicht inspiriert, sondern ansport.

Wie haben Sie diese Anspannung abgelegt?

Redmayne: Ich arbeitete härter als je zuvor und hatte viele schlaflose Nächte. Man weiß, dass man eine Sache niemals perfekt machen kann, aber dennoch zwingt sie einem dazu, der Wahrheit möglichst nahe zu kommen.

War es auch diese Angst vor der Krankheit, die Stephen Hawking hat härter arbeiten lassen?

Redmayne: Ich kann dies nur mit Stephens Worten beantworten. Er meinte, er war als Student sehr faul und erst die Krankheit und die Aussage, er hätte nur noch zwei Jahre zu leben, haben ihn angesport, härter zu arbeiten. Ich finde es bemerkenswert, wie er aus seinen Schicksalsschlägen immer wieder das Positive zieht.

Wie reagierte Familie Hawking auf Die Entdeckung der Unendlichkeit?

Redmayne: Sie waren wirklich liebenswert. Stephen besitzt das Copyright auf seine Computerstimme und wir nutzten für den Filme eine ähnlich klingende Stimme. Nachdem Stephen den Film sah, bot er uns direkt an, seine Stimme nutzen zu dürfen. Das war fantastisch! So kommt der Film noch einen Schritt näher an die Wirklichkeit heran.

Der Film ist nur nur eine tragische Darstellung der Ereignisse, sondern beinhaltet auch Humor. Wie schwer war es, trotz dieser harten Schicksalsschläge komische Elemente in den Film zu bringen?

Redmayne: Stephen ist ja keine tragische Figur. Nachdem die Krankheit bei ihm diagnostiziert wurde, war er zwar traurig, aber zusammen mit seiner Frau Jane hat er diese Phase überwunden. Er schaut stets nach vorn, und man merkt den Humor, den er besitzt, wenn man ihm begegnet. Er ist durchaus sehr witzig.

Sie meinten, nach dem Dreh zu Die Entdeckung der Unendlichkeit brauchten Sie erst einmal Abstand. Was haben Sie in dieser Zeit getan?

Redmayne: Ich war im Urlaub. Und ganz langsam habe ich mich auch meinem nächsten Filmprojekt angenähert.

Vielen Dank für das Gespräch.

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