Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 25.12.2014, 11.38 Uhr

Eddie Redmayne: Ist er der heißeste Anwärter auf einen Oscar 2015?

Vielen ist 32-jährige Eddie Redmayne noch kein Begriff. Nur eingefleischte Filmfans kennen den smarten Schauspieler aus den Filmen Elizabeth - Das goldene Königreich oder Les Misérables. Doch das könnte sich mit seiner aktuellen Schauspielperformance rasch ändern.

Im Film Die Entdeckung der Unendlichkeit spielt Eddie Redmayne den jungen Wissenschaftler Stephen Hawking, der im Laufe seines Studiums an der unheilbaren Krankheit ALS (erst in diesem Jahr durch die Ice Bucket Challenge in aller Munde) erkrankt. News.de-Redakteurin traf den charismatischen Briten in München und sprach mit ihm über Stephen Hawking, seine wissenschaftlichen Ambitionen und die Oscarhoffnung für 2015.

Eddie, wie reagierten Sie, als Sie das erste Mal mit der Rolle als Stephen Hawking konfrontiert wurden?

Eddie Redmayne: Ich wäre froh, wenn ich sagen könnte, man bot mir die Rolle an. Stattdessen habe ich ihr förmlich nachgejagt. Zunächst dachte ich, es geht um ein normales Biopic, aber als ich das Drehbuch las, stellte ich fest, dass es eher um die komplexe und leidenschaftliche Liebesgeschichte zweier herausragender Menschen geht. Dann hörte ich, dass James Marsh, der auch schon den atemberaubenden Film Man on Wire drehte, den Film inszenieren wird. Ich hoffte also auf einen Kontakt und rief ihn in Kopenhagen an, wo er lebt. Wir trafen uns dann um zwei Uhr nachmittags in einem Pub und er fragte, was ich trinken wolle. Ich antwortete, «Bier?!», er nahm einen Kaffee. Da dachte ich nur, Scheiße! Letztlich hatte er fünf oder sechs Kaffee intus, ich dieselbe Anzahl Bier und war ziemlich besoffen. (lacht). Am nächsten Tag rief er mich dann an und sagte, ich bekomme die Rolle.

Wie war dieser Moment für Sie?

Redmayne: Normalerweise fühlt man eine lange Zeit eine große Aufregung. In diesem Fall war diese nur von kurzer Dauer und ich machte mir sogleich Sorgen, wie ich diese große Aufgabe bewältigen sollte.

Wie schwer war es, von dieser Rolle wieder runterzukommen?

Redmayne: Ich hatte nie Probleme damit, eine Rolle wieder abzustreifen. Ich war immer gut darin, von Film zu Film springen zu können. Aber mit dieser Rolle ging auch eine große physische Belastung einher. Nach neun Monanten körperlicher Anstrengung habe ich erst einmal pausiert, um mich seelisch und eben auch körperlich zu erholen.

Sie trafen sich einige Tage vor den Dreharbeiten mit Stephen Hawking. Worüber unterhielten Sie sich?

Redmayne: Es war eher ein langer, verwirrender Monolog meinerseits. Für Stephen ist es sehr schwer, sich zu unterhalten, da dies nur mittels seines Sprachcomputers geht. Er braucht acht bis zehn Minuten für einen Satz, weshalb er in den drei Stunden mit mir vielleicht nur acht Sätze sprach. Dafür habe ich in den ersten zehn Minuten nur Informationen über ihn herunterrasselt, da ich so nervös war (lacht).

VIDEO: Die Entdeckung der Unendlichkeit - Trailer 1

Stephen Hawking ist ein Meister der Physik. Wie stehen Sie selbst zu der Naturwissenschaft?

Redmayne: Absolut untauglich (lacht)! Als ich 14 war, höre ich damit auf. Wenn mein damaliger Lehrer Mr. Harris davin erfährt, dass ausgerechnet ich Stephen Hawking spiele, wird er sicher am Boden liegen vor Lachen.

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