Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 12.12.2014, 16.11 Uhr

Into the Woods - Interview: Eine musikalische Märchengeschichte

Nach seinem fast 30-jährigen weltweiten Triumphzug auf internationalen Theaterbühnen, nach drei Tony-, fünf Drama Desk-Awards und vielen weiteren Preisen, kommt Stephen Sondheims Musical-Erfolg Into the Woods 2015 mit großer Starbesetzung, darunter Meryl Streep, Johnny Depp, Emily Blunt, Chris Pine und Anna Kendrick, erstmals auf die Kinoleinwand.

Mit Into the Woods kommt im Februar nächsten Jahres eine Musicalverfilmung aus dem Hause Disney in die Kinos. Vorab sprach news.de-Redakteurin Susett Queisert mit Regisseur Rob Marshall, der schon Filme wie Chicago oder Die Geisha drehte, exklusiv über den Inhalt des Films, die Schwierigkeiten, ein Musical auf die Leinwand zu bekommen sowie Hollywood-Superstar Johnny Depp.

Rob Marshall bei der Arbeit, hier umgeben von Darstellern des Films Into the Woods. Bild: Walt Disney Studios

Um was genau geht es in dem Disney-Film Into the Woods?

Rob Marshall: Es geht um eine Familie, die sich, begleitet von märchenhaften Wesen, auf ein Abenteuer begibt, um den Bann zu brechen, der dafür sorgt, dass die Frau nicht schwanger werden kann. Für mich fühlt es sich wirklich so an, als würde der Film zu den Kindern und der Familie von heute sprechen. Er deckt verschiedene Probleme auf, die die heutigen Kinder, die in einer viel instabileren und zerbrechlicheren Welt leben als ich es tat als ich aufwuchs, berührt. Und ich mag es, dass der Film unterhält, Spaß macht und ein Musical ist. Aber ich mag auch, dass es um das Verlieren geht, um das nach vorn schauen und um den Geist.

Ist das die Kernaussage des Films, von dem Kinder lernen können?

Marshall: Ich denke, was man aus dem Film mitnehmen kann, ist, dass es wichtig ist, nach vorn zu schauen. Es gibt einen wunderschönen Song, der heißt «No on is alone». Für mich ist das Hauptthema des Films der Weg, wie man nach einem großen Verlust weitermacht und nach vorn schaut. Vielleicht werden deine Wünsche nicht wahr oder es gibt Konsequenzen aus ihnen. Man sollte imstande sein, mit Leuten umzugehen und sich mit ihnen zu umgeben. Am Ende unseres Filmes formt sich eine wunderschöne und einzigartige Familie. Und diese Familie beginnt von vorn, nachdem sie mit den Konsequenzen ihrer Wünsche leben musste. Ich denke, das ist eine wichtige Message über die Liebe und das Leben.

Das Muscial Into The Woods von Stephen Sondheim und nach wie vor sehr erfolgreich. War es deshalb nur eine Frage der Zeit, bis jemand , in dem Fall Sie, kommt und es verfilmt.

Marshall: Ja, wissen Sie, es ist nicht so einfach, ein Stück von der Bühne auf die Leinwand zu übertragen. Als ich vor einigen Jahren Chicago drehte, war es eine Möglichkeit, Kunst zum Leben zu erwecken. Ich denke, es ist eine sehr spezielle Art, ein Musical zu adaptieren und zum Leben zu erwecken. Und da ich vom Musical und diesem Genre komme, war ich sehr leidenschaftlich bei der Umsetzung.

Sie fühlten sich also nicht unter Druck gesetzt, dass das Musical so erfolgreich ist?

Marshall: Nein, denn wenn man an das Musical auf der Bühne denkt ist dies sehr verschieden zum Musical als Film, man versucht mehr zu unterhalten. Ich war sehr glücklich mit dem originalen Autoren des Bühnenstücks zu arbeiten und das Stück auf die Leinwand zu bringen. Sie waren in den Film von Anfang an involviert und wir waren wirklich glücklich, sie dabei gehabt zu haben. Wir nahmen das Stück von der Bühne und schafften es, dieses Stück als Film zu reanimieren.

Es sieht auf den ersten Blick aber auch so aus, als würden Sie sich Tim Burtons Filme zum Vorbild nehmen, alles ist doch sehr düster und doch verspielt...

Marshall: Ich liebe Tim Burtons Filme, aber ich habe nicht an ihn gedacht, als ich an dem Film arbeitete. Es hat einen sehr speziellen Stil, den ich nie kopieren würde. Wenn man den Film sieht, wird man bemerken, dass er einen ganz anderen Stil hat.

VIDEO: Johnny Depp im Märchenwald
Video: Walt Disney Studios

Der Film kommt zu Weihnachten in die Kinos. Denken Sie, dass es ein Weihnachtsfilm sein wird, zu dem Kinder mit ihren Eltern gehen werden oder ist er doch zu düster.

Marshall: Ich hoffe wirklich, dass unser Film hier in den USA dahingehend freigegeben wird, dass ihn Kinder mit ihren Eltern sehen dürfen. Aber für mich ist es schon ein Familienfilm. Es gibt viel Humor, viel Spaß aber auch Wichtiges, was man daraus lernen kann. Ich denke, unsere Familie bringt wunderbare Anreize für Diskussionen und hilft, ein modernes Märchen zu verstehen.

Sie brachten zahlreiche bekannte und berühmte Schauspieler zusammen. Wie war die Zusammenarbeit?

Marshall: Wundervoll! Wir hatten ein wirklich tolles Team. Wir hatten Proben, welche super waren. Ich glaube, wir hatten über einen Monat zusammen probt. Musicals sind sehr speziell, und während dieser Proben wird man zu einem Team und wenn man dann den Film dreht, ist man quasi auf einer Wellenlänge. Jeder war mit Leidenschaft dabei und wollte das Beste für den Film aus sich herausholen.

Es ist auch Ihre zweite Zusammenarbeit mit Johnny Depp. Wie kamen Sie darauf, ihn einzubinden, haben Sie ihn gefragt?

Marshall: Ja, ich fragte ihn, weil ich es mag, mit ihm zu arbeiten. Er ist so einzigartig in verschiedenen Dingen und manche waren ein beeindruckende Leistung seines Könnens. Er bietet so viel an. Und wenn man so eine Beziehung zu jemanden hat, mit dieser Gabe, dann fragt man einfach. Und er war trotz seiner kleinen Rolle sehr aufgeregt, beim Film mitzuwirken.

Haben Sie noch einen letzten Satz an unsere Leser?

Marshalll: Ich denke, all die Trailer und Teaser sind nur ein Appetithaben für den eigentlichen Film. Es gibt ganz viel Unterhaltung, Freude, Spaß, Humor und Emotionen, dass ich hoffe, jeder wird sich den Film im Kino anschauen.

Into the Woods läuft in den USA bereits zur Weihnachtszeit an. In Deutschland müssen wir uns noch bis zum 19. Februar 2015 gedulden.

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