Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 13.11.2014, 15.30 Uhr

Liam Neeson: «Das war nicht mein nackter Arsch!»

Der mittlerweile 62-jährige Liam Neeson fühlt sich im Actiongenre mittlerweile pudelwohl. Ob das Franchise von Taken, als Air Marshall in Non-Stop oder aktuell als Privatdetektiv in Ruhet in Frieden. News.de hat den Iren in Berlin getroffen und ihn zum Alleinsein, New York und seiner Theatervergangenheit befragt.

Liam Neeson spielt in Ruhet in Frieden den Privatdetektiven Matthew Scudder, der vor acht Jahren den Polizeidienst quittierte. Als er vom Drogendealer Kenny (Dan Stevens) den Auftrag erhält, die Männer zu finden, die seine Frau gekidnappt und getötet haben, dringt er immer tiefer in die New Yorker Unterwelt ein. Er findet heraus, dass die Entführung nicht die einzige war und sieht sich gezwungen, die Grenzen des Gesetzes zu überschreiten, während bereits das nächste Opfer in die Fänge der Täter gerät.

News.de-Redakteurin Susett Queisert traf Schauspieler Liam Neeson zum Interview in Berlin und sprach mit ihm über seinen aktuellen Film, das Actiongenre, das Alleinsein sowie die Rückkehr zur Theaterbühne.

Matt Scudder ist ein Einzelgänger. Ist das auch Ihr Ding, sind Sie ein Einzelgänger?

Liam Neeson: Ja, ich denke schon, ich mag es, allein zu sein, aber ich bin nie einsam. Und als Junge fand ich Robert Mitchum den coolsten Mann überhaupt.

Also den «starken und schweigsamen» Typ...

Neeson: Ich weiß nicht. Ich fühlte mich schon immer instinktiv zu Außenseitern hingezogen, zu Leuten, die sich vom System nicht vereinnahmen lassen, sondern lieber ihr eigenes Ding durchziehen.

Scudder (Liam Neeson) kann sich nie sicher sein, wem er trauen kann. Bild: Universum Film

Haben Sie als Junge davon geträumt, einmal wie Robert Mitchum zu sein?

Neeson: Nein, nie. Aber ich wusste nie, dass er ein Schauspieler ist, ich dachte immer nur, er ist der Privatdetektiv. Mit 12 oder 14 habe ich das dann realisiert und vor fünf Jahren auch die Biografie gelesen.

Robert Mitchum hat an den Rand seiner Drehbücher oft den Vermerk «n.a.r» – no acting required –(«kein Schauspielern nötig») geschrieben. Wann haben Sie das zuletzt an den Rand eines Drehbuchs geschrieben?

Neeson: Nein, das habe ich noch nie notiert, aber die Einstellung hierzu ist interessant. Steve McQueen handhabt es ähnlich beim Drehen. Er ist der Meinung, das Publikum solle die Arbeit machen.

Ist es wahr, dass Sie dachten, der ersten 96 Hours-Film würde nur auf DVD veröffentlicht werden und nie ins Kino kommen?

Neeson: Auf jeden Fall. Ich hatte nicht gedacht, der Film sei schlecht und würde deshalb direkt auf DVD rauskommen, sondern es war eine simple Geschichte. Ich dachte, ich hätte diese Art Filme schon viele Male vorher gesehen. Daher war ich sehr überrascht, dass die PR so gut lief und 96 Hours so erfolgreich wurde.

VIDEO: Ruhet in Frieden - A Walk among the Tombstones - Trailer 1

Es scheint, als wären Sie die geborene Besetzung für Filme mit einem schroffen, düsteren und meist auch gebrochenen Actionhelden. Ist das beabsichtigt?

Neeson: Hollywood bietet mir zurzeit nur diese Filme. Ich bin jetzt 62 Jahre und solange ich noch kann, nehme ich diese Rollen an. Später kann ich immer noch Charakterrollen spielen. Von Privatdetektiv Scudder, der Hauptfigur im Film, gibt es 17 Romane, alle von Lawrence Block.

Werden wir also mehr von Ihnen in dieser Figur sehen?

Neeson: Ich weiß es nicht. Sie wissen ja, wie Hollywood funktioniert: Wenn der Film erfolgreich ist, dann gibt es auch eine Fortsetzung. Aber wenn es die Möglichkeit hierfür gebe, würde ich dafür unterzeichnen. Die Rolle hat Spaß gemacht und wir drehten in New York. Das war der große Pluspunkt: Ich konnte in meinem eigenen Bett schlafen.

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