Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 28.10.2014, 22.21 Uhr

Zwei Tage, eine Nacht: Wenn jede Stimme zählt...

Eigentlich hat der Chef schon entschieden: Sandra (Marion Cotillard) wird gekündigt! In einer offen Abstimmung haben sich fast alle Kollegen gegen Sandra, aber für eine Bonuszahlung in Höhe von 1000 Euro ausgesprochen.

Doch Sandra gibt nicht auf. Mit Hilfe ihrer Kollegin und ihres Mannes nimmt sie den letzten Mut zusammen und versucht, alle Kollegen von sich zu überzeugen. Einziger Haken: Ihr bleiben dazu nur achtundvierzig Stunden, bevor es zur letzten Abstimmung über ihren Verbleib gehen soll. So macht sie sich am Wochenende auf den Weg, ihre Kollegen zu suchen und sie von ihrer Arbeit zu überzeugen.

Sandra (Marion Cotillard) ist mit den Nerven am Ende. Kann sie durch ihren Mann neue Hoffnung schöpfen? Bild: Alamode Film/Wildbunch Germany

Jean-Pierre und Luc Dardenne gelingt es mit ihrem Film «Zwei Tage, eine Nacht» auf erdrückend beschämende Art und Weise, den Alltag in einem mittelständischem Unternehmen darzustellen. Kollegen kommen und gehen, manchmal weiß man nicht, warum, gelegentlich kommt es zu internen Abstimmungen. Das es dabei zu Manipulationen kommen kann, lässt sich nicht von der Hand weisen. Auch in «Zwei Tage, eine Nacht» wurde Kollegen vorsätzlich Unwahres erzählt, um diese einzuschüchtern und gegen Sandra zu stimmen.

VIDEO: Zwei Tage, eine Nacht - Trailer 1

Die Brüder Dardenne dringen dabei so tief in die Seele des vor dem beruflichen Ende stehenden Menschen ein, dass jede emotionale Handlung auf pures Verständnis stößt. Sei es der Griff zur Beruhigungstablette, die aufkeimende Hoffnung oder die nahende Ausweglosigkeit. «Zwei Tage, eine Nacht» ist dabei so ehrlich und direkt, wie es kaum ein anderer Film über Karrerie und Gesellschaftzwänge sein kann. Jeder, der sich schon einmal in Sandras Situation sah, kann ihre Sprünge zwischen Verzweiflung und Hoffnung nachempfinden.

«Zwei Tage, eine Nacht» ist eine großartige Darstellung unserer kapitalistischen Gesellschaft, wo sich jeder selbst der nächste ist und wahre Aufopferung und Hingabe Seltenheitswert haben. Ab dem 30. Oktober 2014 läuft der Film in den deutschen Kinos.

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