Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 10.10.2014, 10.22 Uhr

Antoine Fuqua: «Was Politiker erzählen ist Bullshit!»

Das Regisseur Antoine Fuqua knallharte Actionfilme kann, hat er mit Training Day, Olympus Has Fallen oder Shooter und dem aktuellen Kinofilm The Equalizer bewiesen. Ob er es sich vorstellen könnte, auch mal eine romantische Komödie zu drehen, entlockte news.de dem Amerikaner im Interview.

News.de-Redakteurin traf Regisseur Antoine Fuqua in Berlin und sprach mit ihm über seinen neuen Film mit Denzel Washington, seine Meinung zu Politikern und seine liebsten Filmgenre.

Sie haben mit The Equalizer einen weiteren tollen Film gemacht. Hatten Sie Denzel Washington von Anfang an im Kopf, als Sie über den Film nachdachten?

Antoine Fuqua: Also eigentlich rief Denzel mich an. Er hat das Drehbuch geschrieben und hat etwas darin gesehen. Ich habe es mir also durchgelesen und konnte es nicht erwarten, ihn in dieser Rolle zu sehen. Denzel hat viel in den Charakter einfließen lassen – was ich eine gute Idee fand.

Antoine Fuqua führte neben The Equalizer auch schon bei Training Day, Shooter und Olympus Has Fallen Regie. Bild: 2014 Sony Pictures Releasing GmbH

Sehen Sie denn eine Schwäche in dem Hauptcharakter McCall, gespielt von Denzel Washington?

Fuqua: Aber ja, sogar recht viel. Er ist ein sehr kaputter Mann. Er lebt in zwei Welten, auf der einen Seite das normale Leben im Baumarkt, und auf der anderen Seite ist er ein Einzelgänger, kann nicht schlafen und liest mitten in der Nacht Bücher. Er ist nicht ehrlich zu sich selbst. Und solche Menschen bekämpfen ihre Probleme oft mit Gewalt, um besser schlafen zu können. Und das ist echt nicht normal. Er hat eine Menge Komplexe.

Haben Sie sich zur Vorbereitung die alten Serien angesehen?

Fuqua: Ja, da war ich aber noch ein Junge. Der Darsteller damals war ein alter Brite. Ich habe die Serie immer mit meiner Großmutter gesehen, sie liebte sie. Aber ich war eher der Miami Vice-Typ (lacht). Ich erinnere mich daran, dass das, was der Darsteller in der Serie tat, immer das Richtige war. Er hilft Leuten, das ist echt cool, und deshalb mochte ich auch das Drehbuch.

Und wenn es um das Helfen geht: Denken Sie, dass dies in unserer Gesellschaft immer weniger geachtet wird, wenn man anderen Menschen hilft?

Fuqua: Das ist eine große Frage mit einer einfachen Antwort, aber keiner einfachen Lösung. Wir sind an einem Punkt in der Gesellschaft, in der wir, egal, woher wir kommen, es ernst nehmen müssen, anderen zu helfen. Man muss nach Afrika oder sonst wohin gehen. Es geht nur darum, dass eine Person der anderen hilft, damit es ihr besser geht. Manchmal reicht es, zu reden, oder man hilft jemanden nur über die Straße. Diplomatie und Politik wirken nicht immer. Wir müssen einfach das Richtige tun, ganz einfach. Politiker reden sich gern raus, wieso sie dies oder das machen, aber ganz ehrlich, das ist Bullshit. Wenn man sich wirklich kümmern würde, könnte man mit den Kindern auf der Welt anfangen, oder mit jedem anderen sonst. Die sollten aufhören, darüber zu reden, sondern endlich handeln, denn es betrifft jeden. Und das ist „equalizing" für mich, einfach das Richtige zu tun und denen zu helfen, die Hilfe brauchen.

Können Sie in Ihren eigenen Worten sagen, was McCall im Film equalized, also ausgleicht?

Fuqua: Das ist einfach: Er hilft jemanden, der Hilfe braucht. Er kann es nicht ertragen, dass Menschen ungerecht behandelt werden. Er fängt klein an und arbeitet sich bis nach oben vor.

Es geht das Gerücht um, dass Sie bald einen neuen Film mit Denzel verfilmen werden, Die glorreichen Sieben. Ist es auch ein Western?

Fuqua: Ja, es ist ein Westernfilm. Ich mag das Original als Klassiker, aber mein Remake wird besser.

Dafür brauchen Sie aber weitere sechs tolle Schauspieler. Haben Sie diese vielleicht schon im Auge?

Fuqua: Nein, noch nicht. Aber ich werde sehr viel angerufen (lacht). Denzel ist einfach super, er kommt vom Theater. Es ist schwer, einen ihm ebenwürdige Darsteller zu finden. Als ich für Training Day auf der Suche nach einem jungen Schauspieler neben Denzel war, war es schwer, genau so einen talentierten Schauspieler zu finden. Ethan Hawke kam vom Theater, so dass beide super zusammen arbeiteten. Es wird also schwer, sechs weitere sehr gute Schauspieler zu finden. Und ich wollte schon immer Gangster- und Westernfilme machen. Ein Traum wird also wahr!

Sie führten bereits bei Training Day, Olympus Has Fallen, Shooter und nun bei The Equalizer Regie. Können Sie sich überhaupt vorstellen, mal eine romantische Komödie zu drehen?

Fuqua: Nein (lacht). Ich bin nicht lustig. Aber ich würde mich freuen, einen Kinderfilm oder einen Abenteuerfilm für sie zu machen. Ich hab mit Jake Gyllenhaal den Film Southpaw gedreht, der viele Boxszenen enthielt. Aber eigentlich ging es um die Beziehung zwischen Vater und Tochter. Es ist ein sehr starkes Drama und wir haben gerade abgedreht. Wenn man älter wird möchte man auch beim Dreh reifen. Ich werde demnächst auch einen Film über Jessy Owens drehen (Anm.d.Red.: Ein Biopic aus dem Hause Disney, welches um den Athleten Jessy Owens vor und um den Zweiten Weltkrieg geht.)

Vielen Dank für das Interview.

VIDEO: The Equalizer - Trailer 1

The Equalizer läuft seit dem 9. Oktober 2014 in den deutschen Kinos.

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