Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 25.09.2014, 08.54 Uhr

Otto Waalkes: Ottos Karriere wäre fast vorbei gewesen, ehe sie begonnen hatte...

Wie schwierig war es im Laufe der Jahrzehnte, gute Freundschaften zu finden?

Otto: Das ist nach wie vor schwierig. Ich habe viele Freunde von früher, die ich auch heute noch oft sehe. Vor allem im Ausland, da kennt man mich ja nicht, da sind solche Freundschaften natürlich eher zu finden.

Gab es in Ihrem Leben auch mal so eine richtige Eishexe?

Otto: Ja, die gibt es ja ständig. Das ist aber das Auf und Ab im Liebesleben. Es ist schwer, eine Familie festzuhalten, wenn man ständig unterwegs ist. Das ist eine schwere Basis für eine Zweierbeziehung.

Hätte Bubi bei Frauen mehr Erfolg als bei Otto?

Otto: Aber klar. (lacht)

Bubi (gesprochen von Otto Waalkes) tritt durch seine kindliche Naivität immer wieder in ein Fettnäpfchen. Bild: drei‐freunde Filmverleih

Gab es in den über 45 Jahren, die Sie bereits im Showbusiness sind, Zeiten, in denen Sie die Bühne über hatten?

Otto: Nein. Du hast sie dann über, wenn die Leute es über haben. Ich habe eben erst meine jüngste Tour beendet. Und die Menschen wollen immer noch Autogramme und Ottifanten gezeichnet haben – das ist einfach toll!

Haben Sie das Gefühl, dass sich der Humor über die Jahre verändert hat?

Otto: Nicht verändert, aber er hat sich weiterentwickelt. Tabus, die man früher hatte, gibt es nicht mehr, so dass man neue schaffen muss. Der gepflegte Reim oder der gepflegte Scherz sind noch immer sehr wirkungsvoll.

Humor ist also nach wie vor harte Arbeit?

Otto: Es ist harte Knochenarbeit im Scherzbergwerk. Anderthalb oder zwei Stunden lustig zu sein ist harte Arbeit. Allgemein Bühnenshow. Da muss man immer liefern, liefern, liefern. Und alle beobachten dich dabei.

Was sagen Sie Leuten, die meinen, Sie wären zu alt für diese Shows rund ums Ottilie?

Otto: Bisher hat mir das noch keiner gesagt. Wenn das mal einer zu mir sagen sollte, dann soll er mal zu einer meiner Bühnenshows kommen. Wofür soll ich denn da zu alt sein? Zum Gitarre Spielen? Zum Lachen? Loriot hat auch erst mit 66 seinen ersten Film gemacht, da habe ich noch viel Zeit.

Hatten Sie auf der Bühne schon mal einen Blackout?

Otto: Das nicht, aber ich habe mich einmal wiederholt. Das war in Stuttgart, da habe ich einen Scherz gemacht. Dann war Pause, es war kalt und ich habe mir einen Grog genehmigt. Danach ging ich auf die Bühne und fing ich den gleichen Scherz noch einmal an. Totenstille im Saal.

Aber Ihre Karriere war ja fast zu Ende gewesen, bevor sie überhaupt angefangen hat...

Otto: Ja, das war in Husum. Für die Schlussnummer hatten sie vergessen, die Erdleitung freizulegen, die hatten sie einfach nur zuklebt. Und dann wollte ich anfangen, ging mit meiner Gitarre ans Mikro und plötzlich war die Verbindung zur Erde hergestellt. Da lag ich nun da und konnte mich nicht bewegen. Aber die Leute haben geklatscht. Das Resultat war eine Woche Krankenhaus und die Tournee war auch erst einmal vorbei.

Was können Kinder letztlich aus dem Film «Der 7bte Zwerg» lernen?

Otto: Er ist pädagogisch sehr wertvoll. Wichtig ist, dass man begreift, dass der in diesem Film vermeintlich Schwache (Bubi) in der Gemeinschaft stark sein kann. Und das ist eine wichtige Botschaft. Die habe auch ich mal gelernt.

Vielen Dank für das Interview.

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