Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 10.08.2014, 19.16 Uhr

Planet der Affen: Revolution: Ein Albtraum in 3D

Seit dem 7. August 2014 läuft der zweite Teil der aktuellen «Planet der Affen»-Reihe im Kino: «Planet der Affen: Revolution». Das erste Mal sind sowohl Regisseur Matt Reeves als auch Schauspielerin Keri Russell im Boot und erzählen news.de, wie sie den Dreh fanden, welche Beziehung sie zu Affen haben und wie schwierig es ist, 3D in realer Umgebung zu filmen.

Wo sehen Sie den größten Unterschied zwischen den Filmen aus den 60er Jahren und den Planet der Affen Filmen aus diesem Jahrzehnt?

Matt Reeves: Ich denke, es ist der emotionale Blickpunkt. Ich liebe die Originale wirklich und bin besessen von ihnen seit ich Kind war. Und als ich den letzten Film «Prevolution» sah und war ich so aufgeregt, das Universum zu betreten, an dass ich mich als Kind begab. ... Die Story, die man eigentlich weitererzählen wollte, enthielt nicht das, was ich vorhatte. Ceasar war zwar ein Charakter in der Geschichte, aber sie erzählte nicht aus seiner Sicht. Und ich sagte ihnen, sie sollten Ceasars Geschichte erzählen, denn daran wäre ich interessiert. Das Empfinden, sich mit den Affen zu identifizieren, und sich daher auch mehr mit unserer eigenen Menschlichkeit zu befassen, war der Grund, weshalb ich zum Film dazustieß. Und sie sagten letztlich ja und wir änderten die Story. So fingen wir mit den Affen an und erzählten die Geschichte aus Ceasars Sicht. Was wir versuchten, im Gegensatz zum vorherigen Film, anders zu machen, ist, die Affen nicht per se zu Feinden zu machen. Die Geschichte umfasst daher zwei Familien, die versuchen, zu überleben: Die Menschen und die Affen. Es sind beides Individuen, die mit ihrer eigenen Geschichte hadern.

Andy Serkis, Keri Russel und Regisseur Matt Reeves stehen news.de-Redakteurin Susett Queisert Rede und Antwort. Bild: 2014 Twentieth Century Fox

Hatten Sie daher bereits in Ihrem Kopf, wie die ganze Geschichte weitergehen und enden sollte, oder hatte es sich entwickelt?

Matt Reeves: Der 60er Jahre-Film existiert und ist fern in der Zukunft. Das Gute an Prevolution ist der Beginn der Geschichte bis zur Möglichkeit des 60er-Jahre-Films. Was ich dachte, was interessant ist, war die Idee, dass wir alle das Ende der Geschichte wissen. Und wir wollen nicht wissen was passiert, sondern wie... Für mich war die Fortsetzung der Geschichte die Fortsetzung des einzigartigen Charakters von Ceasar, der sich sowohl mit der Affen- als auch mit der Menschenwelt identifizieren kann. Er steckt in einem Kampf, in den er nicht wirklich verwickelt werden will. Er wird förmlich gezwungen, sich damit auseinanderzusetzen. Und das ist das interessante beim Geschichten erzählen.

Können Sie sich daran erinnern, als Sie das erste Mal die Originalfilme aus den 60er Jahren gesehen haben?

Keri Russell: Ich habe die Filme vorher nicht gesehen, wusste aber, um was es geht. Ich habe mir Prevolution ein paar Mal angeschaut, aber war sehr aufgeregt, mit Matt zu arbeiten. Es klingt ironisch, aber ich mochte die Arbeit mit 3D, Motion Capture und all diese Filmsachen. Matt schafft es, die Charaktere so mutig herüberzubringen.

Sind Sie selbst so mutig wie Ihr Charakter im Film?

Keri Russell: Nein! (lacht) Ich hoffe schon...

Haben Sie denn selbst Affen erforscht vor oder während des Drehs, um sich auf den Film vorzubereiten?

Keri Russell: Nicht, dass ich ihnen gegenüberstand. Ich habe auch keine Dokumentationen oder so angeschaut. Ich sehe die Geschichte von Matt auch so, dass es zwei verschiedene Gesellschaften sind. Und beim Dreh habe ich auch nicht gedacht, ok, der und der ist jetzt ein Affe. Ich habe sie einfach als Gesellschaft gesehen, die anders ist als wir. Wenn ich den Film sehe, geht es mir auch nicht um Tiere, sondern um diese beiden Gesellschaften, die versuchen, nebeneinander zu leben.

Wann sahen Sie zum ersten Mal den kompletten Film und was war der überraschendste Moment?

Keri Russell: In der Nacht der Premiere in San Francisco. Das war die größte Feier, die ich je erlebt habe.

Matt, haben Sie etwas Neues über Affen gelernt?

Matt Reeves: Ja, ich habe einige Dokumentationen gesehen. Und eines, was ich sehr interessant fand war, dass der Film versucht, auf die menschlichen Bedürfnisse zu schauen. In «Prevolution» ist der menschlichste Charakter aber kein Mensch, sondern es ist Andy als Ceasar. Und was ich vorher nicht wusste war, dass Schimpansen wie Menschen jagen, sehr militärisch und fast im Navy Seals Stile. Sie haben eine stumme Kommunikation. So haben wir die Idee der Jagd übernommen und versuchten, das Level auf ihre Intelligenz anzuheben. ... Unser Motion Spezialist Terry trainierte alle unsere Akteure, sich wie Affen zu bewegen. Wir hatten Parcour Stuntmen, die all die Sachen taten, die die Affen so tun. Und ich wollte der Fotorealität so nah wie möglich kommen. Und die Parcourleute konnten zwar alles tun, was wir wollten, aber sie taten es wie Menschen. Wenn wir diese Bewegungen also einfangen und als Motion Capture abspielen würden, würde es aussehen, als würden Affen Parcour machen. Das ist seltsam. Terry musste also all die Jungs trainieren, dass sie es affengleich tun. ... Was mich am meisten überraschte war Andy Serkis Darstellung. Er erinnerte mich an meinen Sohn, der gerade lernte zu reden.

Wie passt Tim Burtons Verfilmung von Planet der Affen hier rein?

Matt Reeves: Ich bin ein großer «Planet der Affen»-Fan, aber das ist ein Film, den ich bisher nicht gesehen habe. Viele Leute fragen mich nach dem Film... Als ich zu dem Film stieß, war meine Story ja anders als das, was sie zunächst vor hatten.... Als wir die neue Story schrieben haben wir uns nicht die alten Geschichten angeschaut. Tim Burtons Film ist dabei einfach an meiner Liebe zu dem Franchise vorbeigeschlittert. Ich werde mir diesen aber anschauen, da wir unseren nächsten Film zusammen machen. Zu einem späteren Zeitpunkt kann ich Ihnen demnach die Frage beantworten.

Wie finden Sie die Tatsache, dass Sie heutzutage anstatt tonnenweise Make Up aufzutragen die Möglichkeit haben, Motion Capture zu nutzen?

Matt Reeves: Als Kind fand ich John Chambers (Maskenbildner) Make Up das Coolste, was ich je gesehen habe. Ich habe einen der Make Up Artisten von Tim Burtons Film getroffen. Diese Typen sind atemberaubend. Das Prothesen Make Up in John Carpender «Das Ding» oder das in «Alien» sind außergewöhnlich. Ich denke, es ist genauso eine Kunst wie die visuellen Effekte. Aber die Realität der visuellen Effekte ist so mysteriös, so besonders. Was ich daher so toll fand, diese Version zu machen, ist die Möglichkeit, herauszufinden, was machbar ist. Einerseits macht es die Szene realer – wenn ich so zurückschaue, war das Make Up für mich als Kind cool, aber nicht real – und die andere Sache ist, den Ausdruck, den zum Beispiel Andy Serkis darstellt, in die Anatomie eines Affen zu transportieren, der nicht wie der Schauspieler aussieht, einfach unbeschreiblich ist.

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