Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu: «Wir sind beide sehr gespaltene Persönlichkeiten»

Erik (Jürgen Vogel) will seine freie Zeit mit seiner Freundin Julia (Petra Schmidt-Schaller) verbringen. Doch plötzlich taucht der unbekannte Henry (Moritz Bleibtreu) auf und bringt Eriks Leben an den Rand des Wahnsinns. Ob sich die beiden Schauspieler auch privat auf die Palme bringen, verrieten sie news.de im Interview.

In ihrem neuen Film «Stereo» sind Jürgen Vogel und Moritz Bleibtreu erstmals in einer Hauptrolle zusammen zu sehen. News.de-Redakteurin Susett Queisert traf die beiden deutschen Schauspieler in Leipzig und sprach mit ihnen über den Film, Wahnvorstellungen und ihre Beziehung zueinander.

Beschreiben Sie doch mal in eigenen Worten, um was es in «Stereo» geht!

Moritz Bleibtreu: Wir haben uns schon auf der Berlinale geweigert und weigern uns auch weiterhin, dies zu tun. Ich kann dies nur mit Jürgens Worten ausdrücken, der einmal meinte, dass es ein «Trip» ist und das ist eigentlich auch alles, was wir über den Film preisgeben wollen.

Jürgen Vogel: Wir haben auch die Erfahrung gemacht, je weniger man über den Film weiß, desto besser wirkt er. Man lässt sich einfach überraschen.

Moritz Bleibtreu: Genau. Das Grundgefühl, was der Film so ein bisschen ausdrückt, über das, was du vielleicht mal gesehen hast oder einen Trailer, den man mal gesehen hat, dann sieht man, dass der Film sehr gelungen ist. Das gibt genug Gefühl wieder und wird dem Film auch absolut gerecht. Das Gefühl, was man beim Anschauen des Plakats hat, ist auch genau das, was man bekommt, wenn man den Film sieht.

Aber es gibt schon Parallelen zu David Finchers «Fight Club»...

Moritz Bleibtreu: Klar gibt es Parallelen, aber kopiert wurde nichts. Rein von der Struktur wird in «Stereo» etwas ganz anderes erzählt. Der Vergleich liegt schon nah.

Jürgen Vogel: Wenn man sagt, der Film spielt im Genre Brainfuck-Psychothriller, dann kann auf jeden Fall sagen, dass es Parallelen zu «Fight Club» gibt. «Fight Club» ein sehr physischer Film, aber die Story ist nicht vergleichbar.

Moritz Bleibtreu: Fast jeder vergleicht den Film mit «Fight Club», aber beim Drehen haben wir nicht eine Sekunde an den Film oder die Übereinstimmung gedacht. Insoweit ist es schon ein Kompliment, denn «Fight Club» gehört nicht zu den schlechtesten Filmen dieser Welt.

Was war Ihr erster Eindruck, als Sie das Drehbuch zu lesen bekamen?

Moritz Bleibtreu: Ich musste beim Lesen nicht lange überlegen, denn ich wusste, Jürgen spielt mit und es ist ein Film von Max Erlenwein. Ich hatte schon seinen ersten Film «Schwerkraft» gesehen. Das Drehbuch las sich super, es hatte einen bomben Titel (damals hieß es «Schatten», jetzt «Stereo»). Ich wusste nach zehn Seiten, dass ich den Film machen will.

Der Film selber handelt ja von Wahnvorstellungen und dem Verfolgt werden. Wurden Sie selbst schon einmal damit konfrontiert? Oder haben Sie sich schon mal verfolgt gefühlt?

Moritz Bleibtreu: Ich hatte mal eine Stalkerin...

Jürgen Vogel: Ach echt?

Moritz Bleibtreu: Zweimal sogar schon. Das war auch wirklich grenzwertig mit blutgeschriebenem Briefen und so. Das war nicht mehr cool. Aber Verfolgt werden ist auf jeden Fall eine ganz schlimme Sache. Aber sonst habe ich damit keine Erfahrungen gemacht.

Jürgen Vogel: Und wenn, würden wir es Ihnen jetzt auch nicht erzählen. (lacht)

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