Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 12.03.2014, 15.19 Uhr

«The Philosophers»: Tödliche Gedanken

Zwanzig junge Erwachsene, Schüler der Abschlussklasse Philosophie an der internationalen Schule in Jakarta, sehen in einem abschließenden Gedankenexperiment der nuklearen Apokalypse entgegen. Wer von ihnen soll leben, wer muss sterben?

Ihr Lehrer Mr. Zimit (James D'Arcy) hat den Schülern willkürlich Berufe und Eigenschaften zugeteilt, die einen Einfluss auf die Entscheidung haben, ob derjenige Zuflucht im Bunker finden darf oder nicht. Sie bilden die Basis für rationale Entscheidungen. Ein Jahr lang können zehn von ihnen in dem Bunker überleben, um später eine neue Menschheit aufzubauen.

Mit diesem Gedankenexperiment möchte Mr. Zimit ein letztes Mal das Urteilsvermögen seiner Schüler, allen voran das seiner Einserschülerin Petra (Sophie Lowe), herausfordern. Doch schon bald hält Mr. Zimit die Fäden des Experiments nicht mehr in Händen und die Gruppe entwickelt eine Eigendynamik, die so nicht zu erwarten war.

Der Film «The Philosophers» fängt langsam an, läuft zu Höchstform auf und enttäuscht mit einem deplatzierten Ende. Nachdem man einen kurzen Einblick in die Kunst der Philosophie erhaschen konnte, steht man mittendrin in den Experimenten rund um Überleben und Sterben. Wer ist für die Gruppe nutzbar, welcher Beruf macht Sinn und wie wirken sich bestimmte soziale und emotionale Geschehnisse auf das Gruppenleben aus?

Man taucht tief in die Philosophie hinab, überlegt selbst, welche Wahl man getroffen hätte und ob die im Film dargelegten Erkenntnisse tatsächlich so eintreten könnten. «The Philosophers» ist ein wirklich starker Film, der in die Psyche des Menschen eintaucht, herumschwimmt und zu teilweise unüberdachten, aber im Nachhinein kraftvollen Lösungen kommt. Man verliert sich zwar zum Teil in den wirren Konstrukten der Philosophie und behält nicht immer den Überblick, welcher Teenager welche Aufgabe übertragen bekommen hat, aber im Großen und Ganzen ist die Idee hinter dem Film herausragend.

Wäre da nur nicht das ernüchternde Ende, bei dem sich die Bevorzugung der Lieblingsschülerin durch den Lehrer als vorhersehbare und geheimnisvolle Liebschaft herausstellt. Leider geht dadurch das Feeling des Films verloren und es bleibt letztlich der fade Beigeschmack dieses unnötigen Filmabschlusses.

Fazit: 3,5 von 5 Sterne

Medium: Blu-ray, DVD

Veröffentlichung: 18. Februar 2014

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