Von news.de-Redakteurin Susett Queisert - 30.01.2014, 11.20 Uhr

Idris Elba ist Mandela: «Für Mandela ging ich hinter Gitter»

Im Film «Mandela - Der lange Weg zur Freiheit» spielt Idris Elba den Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela. Welche Mühen er für diese Rolle auf sich nahm, und weshalb er bei den Vorbereitungen eine Nacht hinter Gittern verbrachte, erzählt er news.de im Interview.

VIDEO: Mandela - Kinotrailer

Im Biopic «Mandela - Der lange Weg zur Freiheit» spielt Golden Globe-Gewinner Idris Elba den politschen Freiheitskämpfer Nelson Mandela. Welche Opfer er auf sich nahm, um der Rolle gerecht zu werden, wieso er Schauspieler werden wollte, seine Filme selbst aber nie anschauen mag, erzählt er im Interview mit news.de-Redakteurin Susett Queisert.

Sie waren auf der Beerdigung von Nelson Mandela. Hatten Sie je die Chance, ihn persönlich zu treffen?

Idris Elba: Leider hatte ich nie die Chance, ihn zu treffen.

Bereuen Sie es nun ein wenig?

Idris Elba: Ja, ich bereue es schon. Ich wünschte, ich hätte die Gelegenheit gehabt, ihn zu treffen. Ich porträtiere ihn nun und die Menschen rufen mir zu «Mandiba». Das ist seltsam.

Haben Sie eine persönliche Erinnerung an ihn?

Idris Elba: Ich erinnere mich sehr genau an den Tag, als er aus dem Gefängnis kam. Er war im Fernsehen zu sehen und mein Vater stellte zusätzlich das Radio an. Wir sahen und hörten sozusagen die Bilder. Und ich erinnere mich an den Moment, als wir die Szene drehten. Es war so bizarr. Ich erinnerte mich, es als Junge gesehen zu haben, und nun spielte ich diesen Moment. Es war wie ein Déjà-vu.

Lassen Sie uns über den afrikanischen Akzent sprechen. Wie schwer war das Lernen dieses markanten Akzentes?

Idris Elba: Ja, der Akzent war sehr speziell. Ich wollte eine Interpretation seiner selbst darstellen. Die Leute sollten ihn eher fühlen und weniger Beachtung auf den Akzent legen. Meistens hörten wir Mandela in Ansprachen reden und weniger als normalen Menschen. Doch darauf habe ich viel Wert gelegt.

Was haben Sie als erstes gedacht, als Sie sich selbst als alte Version von Mandela im Spiegel betrachteten?

Idris Elba: Ich sagte: «Wow, ich sehe aus wie mein Vater.» Es war beeindruckend. Es hat fünf Stunden täglich gedauert, mich so zu verwandeln. Die Entscheidung, die wir trafen, war, mich nicht wie Mandela aussehen zu lassen. Wir machten einfach mich älter. So wollten wir auch nicht meine Hautfarbe heller machen, um Mandela ähnlicher zu werden.

Sie haben eine Nacht in der Zelle von Mandela auf Robben Island verbracht. Welche Erfahrungen haben Sie dort gesammelt?

Idris Elba: Robben Island ist ein ruheloser Ort, er hat solch eine Geschichte. Ich war sehr verschreckt, als ich die Insel verließ. Ich habe Hochachtung vor Herrn Mandela. Ich kam sehr wütend aus dem Gefängnis und war sehr verbittert. Es ist wirklich hart, wenn einem die Freiheit entzogen wird, besonders, wenn man nichts getan hat. Wenn man sich dagegen falsch verhalten hat, kann man sich auf sein Verhalten konzentrieren und dieses reflektieren.

Sie haben ja angeblich ein Mobiltelefon mit in der Zelle gehabt, aber es hatte keinen Empfang...

Idris Elba: (lacht) Ja, das war keine gute Werbung für den Hersteller. Ich wollte das Telefon nicht mit in die Zelle nehmen, aber es war eine Art Lebensversicherung - aber es hat halt nicht funktioniert.

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