«Savages» Mit Salma Hayek im Drogenkrieg

Im Kino 2012
Die erfolgreichsten Filme des Jahres

Das Geräusch der Kettensäge nimmt es vorweg. Nichts wird gut in Savages, Oliver Stones düsterem Krimi über den mexikanischen Drogenkrieg. Menschen werden enthauptet, aus kalifornischen Hippies werden Killer. Brutales Kino mit Salma Hayek, Benicio Del Toro und John Travolta.

Ob Serien wie Breaking Bad oder The Wire: Die amerikanische Popkultur hat Drogen als Thema wiederentdeckt. Viele Fans hat Bestsellerautor und Ex-Detektiv Don Winslow, der mit Zeit des Zorns die Vorlage für Savages lieferte.

Der mit Salma Hayek, John Travolta und Benicio Del Toro topbesetzte Thriller ist nichts für schwache Nerven oder Zuschauer, die bei Stones Natural Born Killers das Kino verlassen haben. Hier zeigt sich der 66-Jährige von seiner kontroversen Seite, wobei er das Film-Kalifornien in eine trügerische Flausch-Optik verpackt. Das Surferparadies Laguna Beach, die Häuser am Meer, schöne Menschen - wie einer Magazinstrecke entsprungen.

Ein Kontrast zu den Abgründen der Geschichte: «Nur weil ich euch diese Story erzähle, heißt das noch lange nicht, dass ich deren Ende erleben werde. Es ist nämlich eine von den Geschichten, die total außer Kontrolle geraten.» Das ist die Vorwarnung der Erzählerin namens O, gespielt von Gossip Girl Blake Lively. Sie ist die Geliebte von zwei Männern, die in Kalifornien ein Haschisch-Imperium aufgebaut haben. Der eine ist der friedliebende Hippie Ben (Aaron-Taylor Johnson), der andere der Ex-Soldat Chon (Taylor Kitsch), der beim Sex mit «Wargasms» sein Kriegstrauma verarbeitet.

Natürlich ist dieses Dreier-Idyll zu schön für diese Welt. Die beiden Kalifornier bekommen ein Drohvideo aus Mexiko. Die Kartellchefin Elena (stark: Hayek) will am Geschäft beteiligt werden, Chon und Ben lehnen ab - der Kampf beginnt. Wie aus der Drehbuchschule: Es gibt für die Figuren keinen Weg zurück. Der Film ist stellenweise grausig, der Showdown schwach, dennoch ist Savages einer der besseren Stone-Filme.

«Savages»
Travolta in der Drogenhölle
Video: arrangement-co

John Travolta spielt einen korrupten Drogenfahnder, ein Auftritt, der an Pulp Fiction erinnert. Travolta hätte nach dem Tod seines Sohnes im Jahr 2009 beinahe mit dem Filmemachen aufgehört. «Ich war an gar nichts mehr interessiert», sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Erst langsam sei die Einsicht gekommen, dass Arbeit helfen könnte. Und plötzlich habe Stone wegen einer Rolle angerufen - eine Art Comeback für Travolta.

Die Mexikanerin Salma Hayek (Frida) hofft, der Film werde die Menschen aufrütteln, welches Ausmaß der Drogenhandel habe. Er sei nicht nur ein mexikanisches Problem, sondern ein gemeinsames. «Das eine Land verkauft, das andere kauft, vorbei an den Behörden beider Nationen.»

Stone verweist auf 50.000 Morde zwischen 2006 und 2012. Das erinnert den Kriegs-Veteranen an Vietnam. Antworten, wie das Blutvergießen und die seiner Meinung nach sinnlose Strafverfolgung von Haschisch enden könnten, hat der Oscar-Preisträger weder auf der Leinwand noch im echten Leben. «Es gibt keinen Ausweg.» Es ist die Gier nach Geld, die Stone wie in Wall Street anprangert. Die Savages, die «Wilden», wohnen auf beiden Seiten der Grenze.

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boi/news.de/dpa

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