«The Artist» räumt ab So schillernd war die Oscar-Nacht

Stummfilmstar Jean Dujardin freut sich mit Uggie, Meryl Streep weint vor Rührung: Die Oscars 2012 sind vergeben - die meisten Preise räumt der nostalgische französische Stummfilm The Artist ab. Und die Deutschen? Die gehen wieder einmal leer aus.

Oscars 2012: «The Artist» räumt ab
Video: news.de/dapd
Oscars 2012: Sandra Bullock macht's auf Deutsch
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Der Stummfilm The Artist ist der große Gewinner der 84. Oscar-Verleihung. Er gewann in der Nacht zum Montag fünf der begehrten Trophäen, unter anderem in den wichtigen Kategorien Bester Film, Beste Regie und Bester Hauptdarsteller.

Wim Wenders' 3D-Tanzfilm Pina bekam keinen Oscar. In der Kategorie Bester Dokumentarfilm wurde er von dem US-Film Undefeated geschlagen. Der Kurzfilm Raju des norddeutschen Regisseurs Max Zähle ging ebenso leer aus. Auch Kostümdesigerin Lisy Christl (Anonymus) hatte das Nachsehen. Dennoch gab es einen deutschen Moment bei den Oscars: Sandra Bullock kündigte die Nominierten für den besten fremdsprachigen Film auf Deutsch an.

Michel Hazanavicius' Filmexperiment The Artist war als Favorit ins Oscar-Rennen gegangen und wurde allen Erwartungen gerecht. Es ist seit 83 Jahren der erste Stummfilm, der einen Oscar gewinnt. Neben dem Preis als bester Film wurden Regisseur Hazanavicius und Hauptdarsteller Jean Dujardin geehrt. Dujardin ist der erste Franzose, der in der Hauptdarsteller-Kategorie einen Oscar erhält. Zudem gefielen den Mitgliedern der Academy of Motion Picture Arts and Sciences die Kostüme von Mark Bridges und die - für den Stummfilm so wichtige - Musik von Ludovic Bource.

Martin Scorseses 3D-Film Hugo Cabret gewann ebenfalls fünf Oscars. Scorseses Film räumte in den Technik-Kategorien, bei der Kameraarbeit, bei Ton, Tonschnitt, visuellen Effekten und beim Szenenbild ab. An dem Oscar für die besten visuellen Effekte war das Frankfurter Pixomondo-Studio maßgeblich beteiligt.

Meryl Streep bekommt ihren dritten Oscar

Während die Macher von The Artist zum allergrößten Teil Oscar-Neulinge waren, war US-Schauspielerin Meryl Streep zum mittlerweile 17. Mal nominiert. Für ihre Verkörperung der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher in Die Eiserne Lady bekam die 62-Jährige unter großem Applaus ihren dritten Oscar. Zuletzt hatte sie die Auszeichnung vor rund 30 Jahren für ihre Rolle in Sophies Entscheidung bekommen. Streep war sichtlich bewegt und bedankte sich bei vielen Wegbegleitern ihrer beispiellosen Karriere. Preise seien schön, aber viel wichtiger seien Freunde, sagte sie. Die Bilder ihrer rührenden Rede und die besten Fotos vom roten Teppich gibt es in unserer Fotostrecke.

Seinen vierten Oscar bekam Woody Allen für sein Drehbuch zu Midnight In Paris, bei dem er auch Regie führte. Er nahm seinen Preis nicht persönlich entgegen.

Als beste Nebendarsteller wurden die US-Schauspielerin Octavia Spencer (The Help) und der Kanadier Christopher Plummer (Beginners) ausgezeichnet. Der 82 Jahre alte Plummer ist damit der älteste Oscar-Preisträger aller Zeiten.

Oscar-Gala 2012: Gewinner und Verlierer

Das fünffach nominierte Familiendrama The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten wurde immerhin mit einem Oscar bedacht - dem für das beste adaptierte Drehbuch, an dem auch Regisseur Alexander Payne mitgeschrieben hat. Die beiden sechsfach nominierten Filme Die Kunst zu gewinnen - Moneyball und Gefährten gingen leer aus.

Die Auszeichnung für den besten nicht-englischsprachigen Film ging an die iranische Produktion Nader und Simin - Eine Trennung von Asghar Farhadi. Der Film hatte im vergangenen Jahr den Goldenen Bären bei der Berlinale gewonnen und ist der erste iranische Film, der einen Oscar bekommt.

Billy Crystals neunte Show

Zum besten Filmsong wurde Man Or Muppet aus dem Film Die Muppets gewählt. Kermit und Miss Piggy waren auch unter den Präsentatoren der von Billy Crystal souverän und durchaus unterhaltsam moderierten Show, die ganz im Zeichen der Nostalgie stand. Dazu passte irgendwie auch, dass Crystal nach acht Jahren wieder als Oscar-Gastgeber zurückgekehrt war. Es war seine neunte Moderation der Gala, weshalb er sich gleich zu Beginn selbst «War Horse» nannte, in Anspielung auf den englischen Titel des nominierten Filmes Gefährten.

Er machte zudem immer wieder Witze über den Namen des Veranstaltungsorts. Nach der Pleite von Eastman Kodak kann er nicht mehr Kodak Theatre heißen, sondern hat erst einmal den Namen des Komplexes, in dem er sich befindet, Hollywood and Highland Center, bekommen. Außerdem nahm Crystal die Veranstaltung selbst auf die Schippe, indem er sagte, nichts sei so gut gegen die Wirtschaftskrise, wie Millionären dabei zuzusehen, wie sich gegenseitig goldene Statuen überreichten.

car/news.de/dapd

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Heinz
  • Kommentar 1
  • 27.02.2012 12:54

Kann ich nicht sagen, ich habe den Film noch nicht gesehen. :-( Meine Frage ist: Warum gibt es keine Publikums-Oscar? Oder habe ich den etwa verschlafen?

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