DVD-Verlosung Das Foto ihres Lebens

The Bang Bang Club (Foto)
Das Actiondrama The Bang Bang Club mit Ryan Phillippe schildert das Leben von vier Fotojournalisten im Bürgerkrieg. Bild: Senator Home Entertainment

Von news.de-Redakteur Sven Wiebeck
Der Film The Bang Bang Club erzählt die Geschichte von vier Fotojournalisten, die mit ihren Bildern einen Bürgerkrieg dokumentierten und sichtbar machten. Jetzt gibt es das fesselnde Actiondrama mit Ryan Phillippe auch auf DVD und Blu-ray. News.de verlost zwei DVDs.

Das kleine Mädchen kauert auf dem staubigen Boden, an seinem Rücken zeichnen sich deutlich die Rippen unter der Haut ab. Es ist auf dem Weg zur Essensausgabe zusammengebrochen. Nur wenige Meter entfernt hat sich ein Aasgeier niedergelassen und beobachtet das verhungernde sudanesische Kind. Er wittert potentielle Beute. Kevin Carter drückt auf den Auslöser. Die New York Times veröffentlicht das Bild des Fotografen zuerst, danach geht es um die ganze Welt. Und Carter bekommt dafür den Pulitzerpreis.

Das war 1994. Doch der Preis, den der Fotojournalist selbst dafür zahlte, war hoch: Wenig später nahm er sich im Alter von 33 Jahren das Leben, weil er die moralische Bürde nicht mehr verkraften konnte, die er sich mit seiner Arbeit aufgeladen hatte.

«The Bang Bang Club»
Ein Foto für ein Menschenleben
«The Bang Bang Club» (Foto) Zur Fotostrecke

Mit der Kamera im Kugelhagel

Kevin Carter war Mitglied des legendären «Bang Bang Club». Einer Gruppe von vier draufgängerischen Kriegsfotografen, die sich in den letzten Tagen der Apartheidskämpfe in Südafrika mit ihren Kameras zwischen die Fronten begaben. Greg Marinovich, Ken Oosterbroek, João Silva und eben Kevin Carter hielten mit erschütternden Bildern die finalen Tage des weißen Herrschaftsregimes fest. In den umkämpften Townships waren sie stets mittendrin im Geschehen. Ihre vielfach preisgekrönten Aufnahmen machten sie weltweit berühmt und die globale Öffentlichkeit wurde sich dank der Bilddokumente des Clubs bewusst, welche Ungerechtigkeiten und Grausamkeiten dort am Horn von Afrika geschahen. Die jungen Fotoreporter zerbrachen indes an den schrecklichen Dingen, die sie sahen und abbildeten.

«The Bang Bang Club»
Bilder eines Krieges
Video: amg/news.de/Senator

Regisseur Steven Silver verdichtet die wahre Geschichte, basierend auf dem Buch The Bang Bang Club: Snapshots From A Hidden War von João Silver und Greg Marinovich, zu einem spannenden Actiondrama und zeigt das moralische Dilemma des lebensgefährlichen Jobs der vier Pressefotografen: Wie weit darf und muss man für ein gutes Foto gehen?

Den Fokus legt der Regisseur dabei auf den ambitionierten «Frischling» Greg Marinovich, gespielt von Hollywood-Beau Ryan Phillippe (Studio 54, Der Mandant). Er hatte eine Serie für Associated Press fotografiert, darunter das Bild eines Unterstützers des African National Congress, der auf ein brennendes Mitglied der Inkatha Freedom Party in Soweto einprügelt, das auch Marinovich einen Pulitzer-Preis einbrachte. Die tragische Geschichte von Kevin Carter (Taylor Kitsch - X-Men Origins: Wolverine) nimmt derweil in The Bang Bang Club leider nur einen Nebenschauplatz ein. Dabei ist diese doch ungleich spannender als Marinovichs Anbandelei mit der toughen Fotoredakteurin Robin Comley (Malin Akerman - Watchmen - Die Wächter).

Ein fesselndes, atmosphärisch dichtes Actiondrama

Trotzdem ist den Machern ein fesselnder und an Originalschauplätzen gedrehter Film mit einer dichten Atmosphäre und gleichermaßen kraftvollen wie wohl komponierten Bildern gelungen, in denen sie die brisanten Arbeitsbedingungen von Fotografen in Krisenregionen herausarbeiten. Dabei stellt der namensgebende «Bang Bang Club» eher eine Zweckgemeinschaft dar, die Konkurrenz um das beste Motiv ist stets gegenwärtig. Gemeinsam rasen die vier Mitglieder zum Schlachtfeld, dort geht es aber nur um eines: Wer schießt das Foto des Tages? Dafür rennen sie schon mal in die Schusslinie oder drücken auf den Auslöser, statt einem brennenden Menschen zu helfen.

Am 18. April 1994, kurz vor den ersten demokratischen Wahlen in Südafrika, dokumentieren Greg Marinovich, Ken Oosterbroek (Frank Rautenbach), João Silva (Neels van Jaarsveld) und Kevin Carter die gewalttätigen Auseinandersetzungen im Township Thokoza. Ein Tag, an dem die Jagd nach dem besten Schuss nicht ohne schwer wiegende Folgen für den Club bleiben soll.

Doch die Action ist nur die eine Ebene dieses harten und direkten Films, seine große Stärke der Diskussionsstoff, den er in sich birgt: Ist der Journalist dazu verpflichtet, die Realität abzubilden, der Welt zu zeigen, was für grausame Dinge bei einem solchen Konflikt geschehen? Oder geht es hier um unterlassene Hilfeleistung? Darf man einen Mann fotografieren, der brennt und dem gleichzeitig mit der Machete der Kopf abgehackt wird? Wird auf Kosten des eigenen Erfolgs der Tod eines Menschen billigend in Kauf genommen? Rütteln solche Bilder auf oder geht es nur um das spektakuläre Motiv?

«Was ist ein gutes Bild?», fragt die Radiomoderatorin Kevin Carter und die Kamera zeigt gnadenlos, wie er ratlos um eine Antwort ringt. 20 Minuten hatte er nach eigener Aussage mit der Kamera im Anschlag darauf gewartet, dass der Geier seine Flügel noch ausbreitet, während das vollkommen entkräftete sudanesische Mädchen vor ihm am Boden lag. Nachdem er den Pulitzerpreis gewonnen hatte, wurde Carter mit der Frage konfrontiert, ob er dem Mädchen geholfen habe? Ob er wisse, wie es dem Kind jetzt geht? Auch diese Frage konnte er nicht beantworten.

V E R LO S U N G: zwei DVDs

Zum DVD-Start von The Bang Bang Club verlosen news.de und Senator Home Entertainment zwei DVDs.  Wer gewinnen möchte, schickt eine E-Mail bis Dienstag, 20. Dezember 2011, 12 Uhr, an redaktion@news.de mit dem Stichwort «The Bang Bang Club». Die Adresse nicht vergessen. Wer am schnellsten reagiert, erhält einen der Gewinne. Die Gewinner werden umgehend per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Titel: The Bang Bang Club
Regie: Steven Silver
Darsteller: Ryan Phillippe, Taylor Kitsch, Malin Akerman, Frank Rautenbach, Neels Can Jaarsveld
Filmlänge: 108 Minuten
FSK: ab 16 Jahren
Bonusmaterial: ein 45-minütiges Making Of The Bang Bang Club, Filmtrailer
Verleih: Senator Home Entertainment
Verkaufsstart: bereits erschienen
Preis: etwa 14 Euro für die DVD, zirka 18 Euro für die Blu-ray

car/news.de

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