«Twilight - Breaking Dawn» Dienst am Fan

Wie seine Vorgänger wird Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht Teil 1 die Gemüter spalten. Die Fans werden den vorletzten Film der Twilight-Reihe zu einem Kassenschlager machen. Alle anderen werden ihn als melodramatischen Trash abtun. Aber ist Qualität hier wirklich gefragt?

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News.de-Redakteur Cord Krüger Bild: news.de

72 Millionen Dollar. So viel Geld hat der vorletzte Twilight-Film Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht Teil 1 in den USA eingespielt - am ersten Tag. Lediglich zwei Kinostreifen waren bisher erfolgreicher. Auch wenn die Adaptionen der Bestsellerreihe von Stephenie Meyers beim Gesamtergebnis deutlich weiter hinten rangieren, sind sie trotzdem gigantische Kassenerfolge, kosten sie doch dramatisch viel weniger Geld als etwa hyperaufwendige Blockbuster wie Avatar. Mehr kosten müssen sie aber auch nicht. Twilight-Filme müssen überhaupt nichts - außer nicht anecken.

Denn die Fans gehen rein. Und zwar nicht, weil sie wissen wollen, wie es weitergeht. Sondern um eine Geschichte, die sie schon kennen, noch einmal in einem anderen Medium zu erleben. Eine Interpretation des Stoffes oder auch nur eine irgendwie künstlerisch ambitionierte Anpassung an die Eigenarten des Mediums erwarten die Fans gerade nicht.

«Breaking Dawn: Bis(s) zum Ende der Nacht - Teil 1»: Endspurt der Vampir-Romanze

Darum ist das Beste, was Breaking Dawn erreichen kann, so wenige Twilight-Anhänger wie möglich vor den Kopf zu stoßen. Kürzungen, Umstellungen oder eigene Ideen könnten sich ja als gefährliche Bumerangs erweisen. Alfonso Cuarón musste das beim dritten Harry-Potter-Teil leidvoll erfahren, als er sich nicht Punkt für Punkt und Satz für Satz an die von Millionen heißgeliebte Vorlage hielt. Die Fans murrten und straften den Film mit dem schlechtesten Einspielergebnis der ganzen Kinoreihe ab. Dass Der Gefangene von Askaban für sich betrachtet der beste der acht Filme ist, war den Produzenten herzlich egal. Denen geht es ums Geld.

Und das dürfte auch den Hintergrund liefern für die Entscheidung, Breaking Dawn in zwei Teilen in die Kinos zu bringen. Bei Harry Potter und die Heiligtümer des Todes konnte man für die analoge Entscheidung noch den Umfang des letzten Romans vorschieben. Breaking Dawn hingegen hätte ein gestrafftes Drehbuch mehr als gut getan, präsentiert sich das Melodram doch zäh wie erkaltendes Karamell.

Aber das ist für den Erfolg zweitrangig. So sollte man Twilight und Co. weniger als eigenständige Filme betrachten denn als Teile einer Verwertungskette, als Dienst am Fan. Und aus Sicht der Produzenten als Lizenz zum Gelddrucken.

wie/news.de

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Buffy
  • Kommentar 1
  • 22.11.2011 14:48

Ein spannender Artikel über konservative Sexualmoral bei Twilight und diverse Trittbrettfahrer, die den Twilight-Hype geschickt für sich nutzen: http://fernseherkaputt.blogspot.com/2011/11/das-twilight-trittbrett.html

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