«Männerherzen 2» Til Schweiger flirtet wieder

Von news.de-Redakteur Sven Wiebeck
Die Komödie Männerherzen lockte vor zwei Jahren mehr als 2,1 Millionen Zuschauer in die Kinos. Ab heute erzählt Regisseur Simon Verhoeven die Geschichten der liebestollen Kerle mit gut aufgelegten Darstellern und Kurzweil weiter. In seinem neuen Kinofilm Männerherzen und die ganz, ganz große Liebe.

Die Männerherzen pochen wieder und einmal mehr geht es um das Suchen und Finden der ganz großen Liebe. Oder um genau zu sein: der ganz, ganz großen Liebe. Regisseur und Autor Simon Verhoeven knüpft in seiner Erzählung direkt dort an, wo die Geschichten der sechs Männer und der Frauen an ihrer Seite im ersten Teil endeten.

Beispiel Jerome, gespielt von Til Schweiger, eigentlicher Name Hans-Jürgen: Er hat der Großstadt Berlin und dem Leben auf der Überholspur den Rücken gekehrt und sucht Erlösung in der Provinz, bei einer alten, vielleicht der einzig wahren Liebe. Doch die hat natürlich längst ein neues Leben begonnen und will nichts mehr von ihm wissen. Schließlich handele es sich bei Männerherzen und die ganz, ganz große Liebe nicht um irgendeine Seifenoper à la Gute Zeiten, Schlechte Zeiten.

Desillusioniert und verunsichert nistet er sich in seinem alten, mit Sammelbildern der deutschen Fußball-Vizeweltmeister von 1982 geschmückten Jugendzimmer bei den Eltern ein. «Ist ja nur vorübergehend.» Statt Platten aufzulegen, hackt er Holz, sehr zur Freude von Mama, die ihm endlich wieder Wurstbrote schmieren kann. Bis eines Tages eine geheimnisvolle Reiterin die Wege des früheren Womanizers kreuzt. Aber ist diese schemenhafte Traumprinzessin wirklich real?

Baggy Pants statt Pailletten-Sakko

Philip (Maxim Mehmet), früher ein liebenswerter Chaot, dem partout nichts gelingen wollte, hat derweil sein Bio-Café in Kreuzberg eröffnet. Es läuft so gut, dass er sogar eine zweite Filiale plant und mit seiner hochschwangeren Freundin Ninn (Jana Pallaske) in eine größere, schönere Wohnung zieht.

Ab und an guckt der altbekannte Gewerbeaufsichtsbeamte Günther (Christian Ulmen) mal im Bistro vorbei. Wenn er nicht gerade an seiner Männlichkeit arbeitet und versucht, die Beziehung mit der attraktiven Susanne auf die Reihe zu kriegen. Die hat nämlich keine Lust mehr auf Familienausflüge in den Zoo. Ihr ist vielmehr nach einem DVD-Abend mit ganz viel Liebe, Sex und Zärtlichkeit. Dazu will es aber partout nicht kommen, da ihr der unbeholfene Günther lieber ein Ohr abkaut. Susannes Ex-Mann Roland (Wotan Wilke Möhring) verbüßt indes seine Haftstrafe - immerhin hatte er ihren neuen Verehrer den Krokodilen zum Fraß vorgeworfen.

Bei Niklas (Florian David Fitz) will es mit der holden Weiblichkeit ebenfalls nicht so richtig klappen. Überhaupt hat der einst erfolgreiche Werber nicht gerade die beste Zeit seines Lebens: Job und Freundin sind weg, Blind Dates via Internet enden stets im Fiasko - nicht jeder potenzielle Partner, der sich auf «Spacebook» als Frau ausgibt, ist schließlich auch in der wirklichen Welt eine solche - und Niklas wird als Stalker verhaftet. Denn an die Frau seiner Träume Maria (Inez Björg David) ist nicht mehr so leicht ranzukommen. Mit ihr war er zuletzt wirklich glücklich. Jetzt ist sie ein gefeierter Serienstar.

Nur einer schwebt über all diesen kleinlichen Alltagsnöten und -sorgen. Schlagerstar Bruce Berger (Justus von Dohnanyi) explodiert geradezu vor Energie. Obwohl er zunächst nicht daran glauben will, «dass das mit diesem Internet was wird», entdeckt er nach und nach das weltweite Netz für sich. Der gleichermaßen exzentrische wie sentimentale Sänger steigert sich in einen Jugend- und Größenwahn sondergleichen, tauscht das weiße Pailletten-Sakko gegen tiefsitzende Hip-Hopper-Hosen. Mit seinem neuen Song Die ganz, ganz große Liebe und seinem eigenen Label will er bis nach ganz oben durchstarten. Blöd nur, dass ihm der potenzielle Hit von seinem schmierigen Schlager-Konkurrenten Maurizio Marquez (Pasquale Aleardi) geklaut wurde.

Eine gelungene Ensemblekomödie

Im ersten Teil waren die einzelnen Schicksale noch enger miteinander verwoben. Auf kleinem Raum prallten die unterschiedlichen Lebensentwürfe und Wahrheiten turbulent aufeinander. Das gemeinsame Fitnessstudio ist allerdings Geschichte, die Fortsetzung trotzdem eine Art Episodenfilm geworden. Denn letztlich haben sie irgendwie doch wieder alle miteinander zu tun. Und den vollends überdrehten Bruce Berger kennt ohnehin jeder.

«Männerherzen 2»
Sie suchen die ganz, ganz große Liebe

Dennoch wirken die Handlungsstränge in Männerherzen und die ganz, ganz große Liebe ein wenig aneinandergereiht - zumindest anfänglich. Was durchaus Sinn macht, schließlich muss Regisseur Verhoeven die Zuschauer auf den aktuellen Beziehungsstand seiner Figuren bringen. Nur stört das Staccatohafte der unzähligen Momentaufnahmen zunächst etwas.

Je mehr die Charaktere jedoch zueinanderfinden, desto mehr Spaß macht diese kurzweilige Komödie. Die Dialoge sind stimmig, das Timing passt und an der schauspielerischen Leistung der hervorragenden Darsteller gibt es nichts zu mäkeln. Sogar Til Schweiger entfaltet eine sympathische Wirkung, aber das geschieht ja schon mal, wenn er sich selbst nicht zu ernst nimmt.

Den komödiantischen Höhepunkt markiert derweil Maxim Mehmet, wenn er dem arg esoterisch-naturtrüb gefärbten Geburtsvorbereitungskurs nicht mit der geforderten Ernsthaftigkeit beiwohnt. Die Diskussionen mit der reimenden Kursleiterin und ihren Anhängern sind wunderbare Beispiele für gelungene Situationskomik. Wobei sich hier zeigt, dass der Grat zwischen angemessen überzeichneten und einfach nur albernen Charakteren ein schmaler sein kann.

Männerherzen
sahen vor zwei Jahren 2,1 Millionen Kinobesucher, der Film wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Männerherzen und die ganz, ganz große Liebe läuft ab heute in den Kinos.

Bestes Zitat: «Sie bekommen beides: Junge und Mädchen.» «Wir kriegen einen Zwitter?» (So lautet Philips entgeisterte Frage auf die Erklärung des Gynäkologen.)

Kinomagazin Popcorn
Die Helden der Männlichkeit
Video: news.de

Titel: Männerherzen und die ganz, ganz große Liebe
Regie: Simon Verhoeven
Darsteller: Florian David Fitz, Christian Ulmen, Justus von Dohnanyi, Nadja Uhl, Til Schweiger, Jana Pallaske, Wotan Wilke Möhring, Mina Tander, Inez Björg David, Pasquale Aleardi 
Kinostart: 15. September 2011

zij/news.de

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