Frank Coraci Eine Bratpfanne doubelte Kevin James

Frank Coraci (Foto)
Regisseur Frank Coraci. Bild: dapd

Von news.de-Redakteurin Anne Meyer-Gatermann, Berlin
Ein Rudel wilder Tiere vor der Kamera: Regisseur Frank Coraci hat in einem Zoo eine Komödie gedreht. Im Interview mit news.de erzählt er, warum es leichter war, die Tiere als Kevin James zu motivieren.

Der Regisseur Kevin Coraci hat mit Comedy-Star Kevin James die Komödie Der Zoowärter gedreht. Darin lässt sich der Zooangestelle Griffin (Kevin James) Flirttipps von Tieren geben, um die Frau seiner Träume zurück zu gewinnen. Im Gespräch mit news.de spricht der 45-jährige Filmemacher über Tiere im Film.

Herr Coraci, haben Sie ein Haustier?

Frank Coraci: Ja, ich habe einen Hund, der heißt «Spuz».

Gibt es etwas, das Sie von Ihrem Hund lernen können?

Coraci: Mir gefällt, dass er sich gern meine Probleme anhört.

Aha. Und was rät er Ihnen so?

Coraci: Ach, er ist ein guter Zuhörer und schleckt mir die Hand, das reicht. Tiere sind wunderbar, sie brauchen eine Menge Zuneigung, aber sie zeigen dir auch, wie sehr sie sich freuen, dich zu sehen. Tiere können Menschen glücklich machen und sie erinnern uns daran, was wirklich wichtig ist.

«Der Zoowärter»
Vom Zauber des Alphatiers
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Gibt es irgendein animalisches Verhalten, das Sie an sich selbst entdecken?

Coraci: Manchmal verhalten sich Tiere wie ihre Besitzer. Ich glaube, man überträgt seine Eigenarten auf seine Haustiere. Ich kann manchmal etwas ungeduldig sein und ich glaube, bei meinem Hund ist das auch so.

In Ihrem Film Der Zoowärter geben Tiere Flirttipps – was können Menschen da von Tieren lernen?

Coraci: Naja, der Film soll lustig sein und ein breites Publikum erreichen. Dazu braucht man eine nette Botschaft. In Der Zoowärter geht es darum, dass Griffin versucht, jemand zu sein, der er nicht ist, um einem Mädchen zu gefallen. Die Botschaft des Films ist dann: Das Beste ist, so zu sein. Und so ist es auch mit Tieren: Sie verstellen sich nicht, sie machen sich keine Gedanken darüber, was andere denken könnten, wie ihr Haar aussieht, ob die Kleidung cool genug ist.

Trailer «Der Zoowärter»
Mach mir den Affen
Video: amg/news.de/Sony

Warum lachen die Menschen so gern über Tiere, die sich wie Menschen benehmen?

Coraci: Die beste Comedy entsteht, wenn die Leute hemmungslos sind und keine Angst davor haben, sich zu blamieren. Ich glaube, dass Tiere deshalb großartige Comedy-Darsteller sind.

Die Tiere, mit denen Sie gedreht haben, waren nicht alle echt, oder?

Coraci: Die meisten schon. Für Tiere, die man nicht so einfach dressieren kann, haben wir auf Puppen und Computeranimation zurückgegriffen. Der Gorilla ist computeranimiert. Auch die Szene, in der Kevin James auf einem Strauß reitet, haben wir so gelöst, denn für einen echten Strauß wäre das zu qualvoll gewesen. Die anderen Tiere waren aber echt.

In dem Gorilla steckte also ein Schauspieler?

Coraci: Wir hatten eine Art Helm und der Kopf wurde später am Computer animiert. Wir haben vorher genau studiert, wie sich das Tier bewegt und haben ihm am Computer eine Persönlichkeit mit Gesichtsausdrücken verpasst. Mir war es wichtig, dass Kevin James, einen Partner bekommt, mit dem er gut interagieren und seine Talente als Schauspieler voll auskosten kann.

Aber Kevin James hat nicht wirklich direkt mit diesen riesigen Braunbären vor der Kamera gestanden, oder?

Coraci: Nein, aber er ist ihnen ziemlich nah gekommen. Es war nicht so, dass die Bären jemanden von uns angreifen würden, aber um sie dazu zu bringen, bestimmte Gesten für den Film zu machen, mussten ihre Trainer recht nah bei ihnen sein. Dort wo Kevin später im Film steht haben wir also einen Stock mit einer riesigen Bratpfanne aufgestellt und ihn später mittels Bluescreentechnik hinein montiert. Wir hätten die Szene auch tatsächlich mit Kevin drehen können, das hätte aber ewig gedauert, weil die Bären so abgelenkt gewesen wären.

Gab es Probleme mit der Versicherung, weil Kevin James mit wilden Tieren drehen würde?

Coraci: Es war nicht so gefährlich, wie man vielleicht denken würde. Als ich einem der Löwen gegenüber stand, dachte ich: Hmm, der wäre wahrscheinlich in etwa 30 Sekunden mit mir fertig. Der Löwe hatte sich bei den Dreharbeiten aber so daran gewöhnt, dass so viele Menschen um ihn herum sind, dass er völlig entspannt war. Man stellt sich das ja auch immer so vor, dass da ständig jemand mit einem Betäubungsgewehr daneben steht. Also, das einzige, was wir bei den Dreharbeiten hatten, war ein Handy, um Hilfe zu holen. Ich habe einmal gesehen, wie einer der Trainer, dem Löwen seinen Rücken zuwand, um zu telefonieren. Da dachte ich: Wenn sie ihm so sehr vertrauen, bin ich auch beruhigt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2, was Frank Coraci von Tieren in Gefangenschaft hält...

Was war das Lustigste, das bei den Dreharbeiten passiert ist, wenn die Kameras nicht liefen?

Coraci: Wir haben viel rumgealbert. Aber immer wenn eines der Tiere sein Häufchen gemacht hat, haben wir Tränen gelacht. Das ist natürlich auch ständig beim Drehen, mitten in den Szenen passiert.

Videos von Reportern, die live vor der Kamera von Tieren attackiert werden, sind immer der Renner. Ist etwas Vergleichbares bei den Dreharbeiten passiert?

Coraci: Wir haben die Kameras eigentlich ständig laufen lassen, weil wir genau diese spontanen Reaktionen von den Tieren haben wollten. Der kleine Affe zum Beispiel hat einmal spontan so eine hübsche Geste mit den Daumen gemacht, die haben wir dann natürlich auch in den Film integriert. Wenn irgendwas Lustiges passiert ist, dann ist das auch im Film.

Ist es schwieriger mit Schauspielern oder Tieren zu arbeiten?

Coraci: Das Gute an Dreharbeiten mit Tieren ist: Wenn sie hungrig sind, machen sie alles was du willst. Das ist natürlich gut. Kevin machte gerade Diät, ich wollte auch ihn mit Essen motivieren, aber ich durfte nicht.

Wie finden Sie es, dass wilde Tiere in Käfigen gehalten werden?

Coraci: Als ich darüber nachdachte diesen Film zu drehen, war mir klar, dass es Menschen gibt, für die Tiere nicht in Zoos gehören. Ich habe also viel Zeit in dem Zoo verbracht, in dem wir dann gedreht haben. Mir ist aufgefallen, wie liebevoll die Zooangestellten mit den Tieren umgehen: Sie geben den Tierbabys die Flasche, ziehen sie auf, spielen mit ihnen und bekommen dafür nicht gerade sehr viel Geld. Ich habe sie gefragt, was sie über Tiere in Zoos denken. Und sie haben gesagt: So lange der Zoo den Tieren genug Raum lässt, ist es auch ein guter Ort für sie. Es gibt den Besuchern ein Gefühl für das Umfeld, in dem die Tiere leben. Ich glaube, dass Zoos auch dazu beitragen, dass Menschen sich mehr Gedanken über Umwelt- und Tierschutz machen. Auf mich machen die Tiere im Zoo einen glücklichen Eindruck.

Gab es Probleme mit Tierrechtlern bei den Dreharbeiten oder als der Film dann in die Kinos kam?

Coraci: Bei der Premiere sind tatsächlich ein paar Tierrechtler aufgetaucht. Wir haben vor den Dreharbeiten aber sicher gestellt, dass hier alles mit rechten Dingen zugeht. Ich kann nur sagen, dass die Tiere, wenn ich dabei war, immer mit viel Liebe und Hingabe behandelt wurden. Ich habe selbst einen Hund, ich liebe Tiere und würde niemals einen Film machen, bei dem Tiere gequält werden.

wam/news.de

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