«Eine Insel namens Udo» Der unsichtbare Kurt Krömer

Comedy-Star Kurt Krömer hat seinen ersten Kinofilm gedreht. In Eine Insel namens Udo spielt er einen Kaufhausdetektiv, der unter «Schwersichtbarkeit» leidet - er wird von anderen Menschen einfach nicht wahrgenommen.

Kurt Krömer im Kino (Foto)
Eine Insel namens Udo mit Fritzi Haberlandt und Kurt Krömer in den Hauptrollen. Bild: dapd

«Schwersichtbarkeit» kann Fluch und Segen zugleich sein. Das weiß keiner besser als Udo (Kurt Krömer). Der ist Mitte 30, arbeitet als Kaufhausdetektiv und leidet unter dieser seltenen und weitestgehend unbekannten Krankheit. Für seine Arbeit in einem schicken Kaufhaus ist sie ein Gewinn: Da er von anderen Menschen komplett übersehen wird, kann er Ladendiebe in flagranti erwischen. Im Restaurant muss er nichts bestellen, er bedient sich stattdessen von den Tellern der Anderen. Auch die Ausgaben für Miete kann er sich sparen, ganz unbehelligt schläft er einfach im Kaufhaus.

Leider beachtet ihn so aber auch wirklich niemand. Auf der Straße muss er allen Mensch ausweichen, um nicht über den Haufen gerempelt oder gar gefahren zu werden. Und selbst seine einzige Freundin, die Verkäuferin Amanda, nimmt ihn nur dann wahr, wenn er sie berührt. Doch Udo hat sich mit der Situation arrangiert, fühlt sich in der Rolle des unsichtbaren, aber auch einsamen Außenseiters wohl. Sein gemütliches Leben wird ordentlich durcheinander gewirbelt, als die verpeilte Hotelmanagerin Jasmin (Fritzi Haberlandt) im Kaufhaus auftaucht.

«Eine Insel namens Udo»: Das Problem mit der Schwersichtbarkeit

Das neue Traumpaar des deutschen Films

Mit Eine Insel namens Udo ist Regisseur Markus eine sehr hübsche kleine Komödie über gesellschaftliche Außenseiter gelungen. Auf nichts kommt es bei Komödien so sehr an wie auf Darsteller und Timing und da haben die Macher auch ein glückliches Händchen bewiesen. Der Filmverleih X-Verleih bezeichnet die beiden Hauptdarsteller Kurt Krömer und Fritzi Haberlandt als «das neue Traumpaar des deutschen Films» und liegt damit gar nicht mal so falsch.

Krömer und Haberlandt funktionieren ganz wunderbar miteinander. Die Darstellung ihrer herrlich verschrobenen Charaktere ist grandios und die witzigen Dialoge zeugen gleichzeitig von solch einer sympathischen Schüchternheit, dass man als Kinozuschauer die beiden immerfort in den Arm nehmen möchte.

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Die preisgekrönte Schauspielerin Fritzi Haberlandt (Liegen lernen, Freischwimmer) ist vor allem für ernste Rollen bekannt. Dass sie dennoch unwahrscheinlich komisch sein kann, beweist sie mit Eine Insel namens Udo eindrucksvoll.

Tendenz zum Klamauk

Nicht minder eindrucksvoll ist der Darsteller ihres Konterparts. Für den Berliner Comedian Kurt Krömer ist es die erste große Hauptrolle in einem Kinofilm. Dass Komik dort anders funktioniert als auf der Bühne, musste er erst lernen: «Der Regisseur Markus Sehr hat sehr viel gedrosselt. Ich bin es gewöhnt vor 500, 1000 Leuten zu stehen – dabei bin ich dann sehr grob.» Im Film ist ihm der feine Humor gelungen. Fans werden dennoch nicht enttäuscht sein: Der Comedian Kurt Krömer scheint in der Rolle des Udo immer wieder durch. Besonders dann, wenn er als Udo endlich von den anderen Menschen wahrgenommen wird, langsam aus sich herauskommt und so manch kleine Unverschämtheit vom Stapel lässt. Dabei geht er aber nie so weit, dass man das seiner Rolle nicht mehr verzeihen könnte.

Eine Insel namens Udo ist ein wunderbare Komödie mit der Tendenz zum Schenkelklopfer, ohne dabei aber zu derb zu werden. Sicher hat auch dieser Film Entwicklungspotenzial, besonders dann, wenn die Witze hin und wieder in den Klamauk abstürzen. Gleichzeitig macht das den Film auch wieder äußerst charmant. Denn nichts ist schlimmer als langweilige Perfektion.

Titel: Eine Insel namens Udo
Regie: Markus Sehr
Darsteller: Kurt Krömer, Fritzi Haberlandt, Bernd Moss, Jan-Gregor Kremp
Filmlänge: 80 Minuten
FSK: keine Altersbeschränkung
Verleih: X-Verleih
Kinostart: 16.06.2011

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amg/news.de

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