Kinofilm «Paul» Kaffeekränzchen mit einem Alien

«Paul» (Foto)
Außerirdischer im Wohmobil: Der Film Paul - ein Alien auf der Flucht. Bild: Universal

Von news.de-Redakteurin Anne Meyer-Gatermann
Zwei Science-Fiction-Nerds treffen einen Außerirdischen. Grüne Haut, gigantische Mandelaugen, dazu trägt der lässige Außerirdische Badelatschen und Shorts. Das Comedy-Duo Frost und Pegg kredenzt die Kinokomödie Paul - Ein Alien auf der Flucht.

Ein hysterisches Lachen entschlüpft Clive, dann streckt ihn eine Ohnmacht nieder. Clive (Nick Frost) und Graham (Simon Pegg) sind Science-Fiction-Nerds und sie pilgern mit dem Wohnmobil durch die Staaten zu den Stätten extraterrestrischen Lebens: von der Comic-Con zur Area 51, zum Alien-Briefkasten. Doch eines stand nicht in ihrem Reiseplan: Sie treffen einen echten Außerirdischen. Noch bevor der sich als «Paul» vorstellen kann, verliert Clive das Bewusstsein. Nicht gerade rühmlich für eine erste Begegnung der dritten Art.

Das britische Komiker-Gespann Nick Frost und Simon Pegg (Shaun of the Dead, Hot Fuzz - Zwei abgewichste Profis) haben sich den Film Paul – Ein Alien auf der Flucht auf den Leib geschrieben und Regisseur Gred Mottola (Superbad) hat den Stoff verfilmt.

«Paul»
Roadtrip der dritten Art
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Paul sieht zwar aus wie das fleischgewordene Klischee eines Aliens, aber weder pulverisiert er ganze Städte mit Laserstrahlen, noch bedient er die Esoteriknummer. Paul schlufft mit lässiger Selbstverständlichkeit in die Kochnische des Wohnwagens und macht erst einmal Kaffee. Er trägt Badelatschen und ausgebeulte Shorts, flucht und schwingt seinen blanken Hintern vor der Windschutzscheibe.

Eigentlich ist Paul ein ganz normaler Typ, wenn nur nicht die grünliche Haut, der gigantische Kopf und die riesigen Augen wären. Mit dieser Fallhöhe spielen die Macher von Paul – Ein Alien auf der Flucht mit sichtlicher Freude, und es gelingt ihnen über weite Strecken auch recht gut.

Ohrfeige für Kreationisten

Trailer «Paul»
Im Wohnwagen mit einem Alien
Video: amg/news.de/Universal

Die Spannung treiben die Drehbuchautoren an, indem sie dem Außerirdischen Agenten auf den Hals schicken, die ihm ans Hirn wollen. Dank dieser Konstellation können sich die Darsteller mit dem herrlich schrammeligen Wohnmobil hitzige Verfolgungsjagden liefern. Eine Frau muss auch noch her, die für romantische Schwingungen und Spannungen zwischen den beiden Freunden sorgt.

Mit der Figur Ruth (Kristen Wiig) holen die Macher außerdem zu einer Ohrfeige für militante Kreationisten aus, die Darwins Evolutionstheorie kategorisch ablehnen und sich vehement an die Schöpfungsgeschichte der Bibel krallen. Ruth ist in diesem Glauben unter den Fittichen ihres überfürsorglichen Vaters aufgewachsen und erst einmal ziemlich überfordert, als sie Paul begegnet.

Der Reiz des Films liegt in erster Linie in den blitzschnellen Dialogen und dem ausgefeilten Wortwitz - das kommt allerdings in der englischsprachigen Originalfassung weitaus besser zur Geltung, als in der etwas lahmen deutschen Synchronisation. Auch sonst glänzt nicht alles - für einen klug konzipierten Lacher muss der Zuschauer so manchen arg pubertären Kalauer über sich ergehen lassen. Gerne wildern die Drehbuchautoren Frost und Pegg dabei weit unter der Gürtellinie.

Rührende Hingabe für ein merkwürdiges Hobby

Die Comedians verlassen sich auf den bewährten, etwas überdrehten Humor, der ihnen in der Zombie-Komödie Shaun of the Dead und dem Polizei-Streifen Hot Fuzz - Zwei abgewichste Profis zu großem Erfolg verholfen hat - wer diese beiden Filme liebt, wird sicher auch an dem lässigen Alien Paul seine Freude haben.

Die langjährigen Filmpartner Frost und Pegg können sich auf ihre natürliche Chemie verlassen und geben die schrägen Science-Fiction-Sonderlinge mit großer Stilsicherheit. Den komischen Unterton liefert die beinahe rührende Hingabe, mit der sich die beiden ihrem merkwürdigen Hobby widmen.

Frost und Pegg huldigen mit diesem Film auch ihrer eigenen Begeisterung für das Science-Fiction-Genre, indem sie immer wieder Legenden einstreuen und verfremden. Auch im Filmfundus haben sie gewildert und reihen ein Zitat an das nächste. Das muss man nicht alles erkennen, um den Film zu genießen, funktioniert aber wunderbar als Leckerli für Hardcore-Fans.

Titel: Paul - Ein Alien auf der Flucht
Regie: Greg Mottola
Darsteller: Nick Frost, Simon Pegg, Bill Hader, Sigourney Weaver
Deutscher Sprecher Paul: Bela B.
Filmlänge: 104 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Verleih: Universal
Kinostart: 14. April 2011

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roj/reu/news.de

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