«Never say Never» Ein Justin, der was kann

Justin Bieber (Foto)
Justin Bieber bei der Premiere seines Films Never Say Never in London. Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Oliver Roscher
Justin Bieber ist der Erste. Der Erste, der im Netz zum Superstar avancierte. Seinen Fans, den «BeLiebern» sei Dank. Die werden jetzt die deutschen Kinos stürmen. Morgen startet die Bieber-Dokumentation Never Say Never. Ein unterhaltsames Biopic trotz 3D.

Ein Biopic für einen 17-Jährigen. Sinnvoll? Ja, weil Protagonist Justin Bieber innerhalb weniger Jahre zum globalen Popstar avancierte - ohne Casting, ohne Riesenkonzern im Rücken. Durch das Internet wurde er zum Star. Er ist damit der Erste seiner Art und hat womöglich eine Ära begründet. 

Never Say Never ist der Titel der Dokumentation, was so viel heißt wie: Glaube an dich, du kannst es schaffen. Leider ist der Film in 3D realisiert. Unnötig, da die meisten Effekte verpuffen. Lediglich die jungen, meist weiblichen Kinobesucher dürften sich gelegentlich verzückt im Kinosessel winden, wenn Justin die Hand nach ihnen ausstreckt und fast eine Berührung zustande kommt.

Justin Bieber
«Never Say Never« - Ohne Casting zum Superstar

Der digitale Superstar 

Warum Justin Bieber in null Komma nichts zum Weltstar avancierte, wird im Film mehrfach thematisiert: Es ist die Kommunikation mit den Fans über das Internet. Via Twitter und Facebook steht er mit den meist sehr jungen Fans im Dialog und stellt so eine einmalige Symbiose her. Jedem Mädchen gibt er damit das Gefühl, nur mit ihr zu kommunizieren. Willkommen im digitalen Zeitalter. Im Film kommen die Mädchen selber zu Wort und erzählen von ihrer «Liebe» zu Justin und dass sie ihn später «heiraten möchten». Das ist das übliche Teenie-Blabla, aber nie war es so leicht für die Jugend dieser Welt, direkt mit ihrem Held in Kontakt zu treten. Von Jungs ist natürlich weit und breit nichts zu sehen - aber ein paar Muttis sind dabei.

«Never Say Never»
Justin Biebers Weg zum Teenieidol
Video: oro/news.de/Paramount Pictures

Justin Bieber bricht im Internet alle Rekorde. Er hat siebeneinhalb Millionen Follower auf Twitter, 22 Millionen Freunde bei Facebook und sein Youtube-Video zur Single Baby ist das meistgeklickte aller Zeiten. Der Film beweist aber: Hinter der digitalen Maske verbirgt sich ein junger Kerl, der vor allem eines hat - Talent.

Der Videobeweis: Bieber hat Talent

Die gelegentlich eingespielten Filmchen aus dem Leben des Kanadiers unterstreichen das. Bereits mit zwei trommelt er mit seinen Händen auf einem Stuhl - rhythmisch wohlgemerkt. Bei Schulauftritten ist sein Gesangstalent unüberhörbar. Wenn er als Straßenmusiker loslegte, blieben die Menschen stehen und lauschten diesem Jungen mit der viel zu großen Gitarre.

Die Filmschnipsel unterhalten und erreichen ihr Ziel: Seht her, der Justin Bieber, der kann was, wirklich. Das hat auch Scooter Braun irgendwann erkannt, der den damals 13-Jährigen auf Youtube entdeckte. Biebers Mutter hatte die Videos dort eingestellt. Scooter Braun lässt den Jungen bei einem Radiosender nach dem anderen singen und die Fangemeinde wächst und wächst. Schließlich bringt er Justin Bieber mit Superstar Usher zusammen. Von da an ist er nicht mehr aufzuhalten.

Der Unterschied zum «gewöhnlichen» Teeniestar wird besonders deutlich, wenn Justin Bieber im Duett mit den Kollegen auftritt. Im Film sind dies Miley Cyrus und Jaden Smith. Beide sind ebenfalls talentiert, aber ihnen fehlt das gewisse Etwas. Bieber hat es. Es liegt an ihm, ob er in wenigen Jahrzehnten im Baumarkt ein Portfolio seiner größten Hits darbietet oder zum x-ten Mal den Madison Square Garden füllt.

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Bis nach New York

Der rote Faden der Dokumentation ist der Auftritt Justin Biebers im Madison Square Garden von New York. Im August 2010 absolvierte er dort seinen bisher größten Auftritt. Konzertausschnitte wechseln mit Interviews und Videomitschnitten aus seiner Kindheit. Natürlich begleitet die Filmcrew den jungen Star auch in dessen kanadischen Heimatort Straford. Dorthin, wo alles begann. Das Biopic strickt die Geschichte des einfachen Jungen, der zum Weltstar wurde. Zu gerne möchte der Zuschauer dies glauben.

Never Say Never zieht aber auch eine Grenze, denn Justin Bieber wird erwachsen. Im Film wird das unfreiwillig an Biebers Stimme deutlich. Je näher das Konzert im Madison Square Garden rückt, desto größer werden die Stimmprobleme. Die Ärzte und seine Gesangstrainerin ermahnen den jungen Mann, nicht so viel zu sprechen, die Bänder seien überreizt. Eine Erkältung tut ihr Übriges. Im Raum steht aber etwas, das die ganz jungen Kinogänger nicht werden begreifen können: Justin Bieber wird erwachsen, seine Stimme verändert sich, wird tiefer.

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Es ist dieser Aspekt, der das Biopic für einen 17-Jährigen sinnvoll erscheinen lässt. Never Say Never erzählt die Geschichte eines Jungen, der zum Weltstar wurde, bevor er erwachsen wird.

Zuschauer, die über diese Dokumentation erstmals in Kontakt mit der Bieber-Welt geraten, werden sicher nicht Fan seiner Musik werden. Zu gefällig ist der Teeniepop. Trotzdem unterhält der Film, weil Protagonist Justin Bieber geboren ist zu unterhalten. Never Say Never ist ein unterhaltsames Stück Popkultur.

Titel: Never Say Never
Regie: Jon Chu
Darsteller: Justin Bieber, Miley Cyrus, Jaden Smith, Shawn Stockman,
Wanya Morris, Usher u.a.
Filmlänge: 105 Minuten, OmU
Format: 3D
FSK: ohne Altersbeschränkung
Verleih: Paramount Pictures
Kinostart: 10. März 2010

wie/ivb/news.de

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