Focker-Film Viagra für den Schwiegervater

Focker-Film (Foto)
Das Ehepaar Focker. Bild: Universal

Slapstick um den Küchentisch: Mit Meine Frau, unsere Kinder und ich geht die Focker-Reihe mit Ben Stiller in die dritte Runde. Die Macher setzen auf Bewährtes. Und sind dabei tatsächlich noch immer lustig.

Gaylord Focker und seine chaotische Familie sind wieder zurück auf der Leinwand. Meine Frau, unsere Kinder und ich nennt sich die Komödie mit Ben Stiller, der als Krankenschwester Greg vom verliebten jungen Mann zum Familienvater und treusorgenden Ehegatten gereift ist.

Im trauten Heim mit Ehefrau Pam (Teri Polo) und den Zwillingen geht alles seinen gewohnt-chaotischen Gang, bis die Verwandtschaft zu Besuch kommt. Vor allem Schwiegervater Jack (Robert De Niro) sorgt für aberwitzige und komisch-dramatische Verwicklungen, Turbulenzen und Peinlichkeiten - ein Kinospaß, bei dem man sich den Weihnachtsstress von der Seele lachen kann.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Im Großen und Ganzen geht es darum, wie sich Pam und Greg von ihren wohlmeinenden Eltern emanzipieren müssen. Das wollen die Alten nicht zulassen und mischen munter mit. Jack will seinen entsetzten Schwiegersohn gar als neues Oberhaupt der Byrnes-Familie, als Godfocker, installieren - wenn er sich als würdig erweist. Das hindert ihn aber nicht daran, seinen Schwiegersohn gleichzeitig mit kleinen fiesen Tricks zu demontieren.

Focker-Film
Klamauk in der Familie

Absehbare Fallstricke und herrlich-komische Peinlichkeiten

Viel Neues bringt der Film nicht. In bewährter Slapstick-Manier setzt er die beiden ersten Focker-Streifen Meine Braut, ihr Vater und ich und Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich fort. Nach dem ersten Drittel ist absehbar, welche Fallstricke auf Greg warten. Dieses Mal ist es vor allem die bildhübsche Arzneimittelvertreterin Andi Garcia (Jessica Alba), mit der ihm sein Schwiegervater ein Verhältnis unterstellt. Nicht überraschend ist auch, dass Pams Exfreund auftaucht: Kevin, der immer noch Gefühle für seine Verflossene hegt und zu allem Überfluss auch noch unglaublich reich und erfolgreich ist.

Doch langweilig wird das Werk von American-Pie-Regisseur Paul Weitz dennoch nicht. Jede Menge verrückte Einfälle, schlagfertige Dialoge und herrlich-komische Peinlichkeiten lassen einen schnell vergessen, das man manches bereits vorausgeahnt hat. Das liegt nicht zuletzt an der hervorragenden Riege an Schauspielern, die im nunmehr dritten Film schon wie vertraute Familienmitglieder wirken: Robert De Niro als grummelnder Jack Byrnes, der immer noch eifersüchtig über seine geliebte Tochter Pam wacht, und den seine Ehefrau Dina (Blythe Danner) nur mit Mühe bändigen kann. Hinzu kommen Barbra Streisand und Dustin Hoffman als Gregs durchgeknallte Eltern Samantha und Bernie Focker und Owen Wilson als Ex-Lover Kevin, der ganz in Weiß wie eine Lichtgestalt daherkommt. Harvey Keitel glänzt mit einem Gastauftritt als derber Bauarbeiter Randy.

Derb und anzüglich sind mitunter auch die Witze, etwa wenn Gregs Mutter ihrem Sohn Kondome empfiehlt, die auf dem Höhepunkt dank eingebauter Mini-Anlage Musik machen können. Und wenn Greg mit Vorträgen über ein Medikament Geld verdient, preist er die Vorzüge eines Erektionsmittels an. Prompt stürzt eine der Tabletten seinen Schwiegervater in arge Bedrängnis und ausgerechnet Greg soll ihn mittels einer Spritze daraus befreien. Ohne den einen oder anderen etwas platten Schenkelklopfer kommt der Film nicht aus. Doch das macht gar nichts. Denn andere bei ihren peinlichen Missgeschicken zu beobachten - das kann sehr entspannend sein!

Titel: Meine Frau, unsere Kinder und ich
Regie: Paul Weitz
Darsteller: Robert De Niro, Ben Stiller, Owen Wilson, Dustin Hoffman, Barbra Streisand
Filmlänge: 98 Minuten
FSK: ab sechs Jahren
Verleih: Universal
Kinostart: 23. Dezember 2010

amg/car/reu/news.de/dpa

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