Leni Riefenstahl Jenny Elvers spielt Hitlers Lieblingsregisseurin

Jenny Elvers-Elbertzhagen (Foto)
Schauspielerin Jenny Elvers-Elbertzhagen steht vor einer schauspielerischen Herausforderung: Sie spielt Leni Riefenstahl. Bild: dpa

Leni Riefenstahl war umstritten, denn sie galt als Adolf Hitlers Lieblingsregisseurin. Jetzt soll ihr Leben in einer internationalen Kinoproduktion  verfilmt werden - mit Jenny Elbers-Elbertzhagen in der Hauptrolle.

Jenny Elvers-Elbertzhagen soll die umstrittene Regisseurin Leni Riefenstahl in einer internationalen Kinoproduktion spielen. Ihre Agentur Kick Management bestätigte einen Bericht der Bild-Zeitung. Der Film soll frühestens 2012 in die Kinos kommen. Das Projekt ist eine internationale Co-Produktion. Die Namen der Produktionsfirmen und des Regisseurs wollte die Agentur nicht mitteilen. Sie bestätigte nur, dass ein Niederländer die Regie führen soll.

Arbeitstitel des Films ist Angeklagt. Über die Handlung - ob sie die ganze Biografie Riefenstahls (1902-2003) umfasst - wollte die Agentur noch nichts bekanntgeben. Die Dreharbeiten sollen im nächsten Jahr in Berlin, Afrika und New York stattfinden. «Letzten Montag war Elvers bereits zur ersten Kostümprobe in Florenz», berichtet Bild.

Riefenstahl hatte die Filmrechte an die Deutschen Thomas Schühly und Reinhard Klooss verkauft. Die Münchner Odeon Film AG hatte schon 1999 das Filmprojekt angekündigt. Am Freitag teilte das Unternehmen mit, dass die Rechte weiterverkauft wurden. Diese liegen nun bei der Potsdamer Ufa Film + TV Produktion GmbH, wie eine Sprecherin bestätigte.

Elvers-Elbertzhagen sagte der Bild, warum sie die Regisseurin der Filme über den Nürnberger Nazi-Parteitag 1934 und die Olympischen Spiele in Berlin 1936 spielen soll: «Die Produzenten wollten unbedingt, dass eine Deutsche Riefenstahl spielt, und die Wahl fiel auf mich. Ich habe alles über Riefenstahl gelesen, ihre Filme gesehen, sie regelrecht studiert und in mich aufgesaugt.» Sie erklärte: «Ich bewundere die große Ästhetik ihrer Fotografien und ihrer Filme, nicht ihre Arbeit für die Nazis.» Die 38-jährige Schauspielerin war zuletzt 2006 im Detlev-Buck-Film Knallhart im Kino zu sehen.

Um die Filmrechte an Riefenstahls Biografie hatten sich seit 1987 zahlreiche Studios und Stars aus Hollywood bemüht, darunter Jodie Foster, Kevin Costner und sogar Madonna - allerdings vergeblich. Eine Zusammenarbeit mit Jodie Foster lehnte sie ab, weil sie der Meinung war, dass sie in den USA keinen Persönlichkeitsschutz erhalten würde. Sie erklärte damals: «Man hätte ja Lügen über mich erfinden, mich als Hitlers Geliebte darstellen oder als verrückte Nazihure diffamieren können, was oft genug passiert ist.»

oro/car/ivb/news.de/ap

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